Weniger als 700.000 Einwohner, aber ein Flughafen mit großer Bedeutung: In Luxemburg wächst der Luftverkehr schneller, als die Infrastruktur mithalten kann. Am Flughafen des Großherzogtums wird es vor allem zu Spitzenzeiten zunehmend eng. Besonders bei Sicherheitskontrollen und an den Gates zeigen sich bereits heute Engpässe.
Die Regierung reagiert nun mit einem umfassenden Ausbauplan. Verkehrsministerin Yuriko Backes stellte im Parlament diese Woche eine langfristige Strategie vor. «Wir müssen die Entwicklung antizipieren und dürfen nicht nur reagieren», sagte sie. Ziel ist es, den Flughafen Luxemburg künftig vorausschauend zu planen, statt ihn nachträglich an steigende Nachfrage anzupassen.
Terminal soll schrittweise erweitert werden
Die Zahlen zeigen den Druck deutlich: Bis 2050 könnte sich das Passagieraufkommen auf am Flughafen Luxemburg rund 10,6 Millionen verdoppeln. Schon in den kommenden zehn Jahren werden mehr als sieben Millionen Reisende erwartet. Zum Vergleich: In Frankfurt fertigte man 2025 eteas mehr als 63 Millionen Reisende ab.
Im Zentrum steht das Terminal. Es soll schrittweise erweitert und gleichzeitig neu organisiert werden. Geplant sind zentralisierte Sicherheitskontrollen mit moderner CT-Technologie sowie effizientere Abläufe beim Check-in und bei der Gepäckabfertigung. Auch die Wegeführung im Flughafen soll verbessert werden, um Passagierströme gezielter zu lenken. «Wir erreichen in einigen Bereichen zunehmend die Kapazitätsgrenzen, vor allem zu Spitzenzeiten», erklärte Flughafenchef Alexander Flassak laut dem Portal Paperjam.
Auch der Frachtbereich wird modernisiert
Die Umsetzung wird dabei selbst zur Herausforderung. Der Flughafen Luxemburg - das Drehkreuz der wachsenden Heimatairline Luxair - bleibt während der Bauarbeiten in Betrieb, weshalb alle Maßnahmen in Etappen erfolgen müssen. «Wir müssen uns weiterentwickeln und gleichzeitig den Betrieb aufrechterhalten», so Flassak. Die einzelnen Ausbauschritte werden daher an die tatsächliche Nachfrage angepasst.
Parallel dazu wird auch der Frachtbereich modernisiert. Für Luxemburg ist er von zentraler Bedeutung, nicht zuletzt wegen Cargolux. Geplant sind zusätzliche Kapazitäten und mehr Fläche auf dem Vorfeld, um das Wachstum im Logistikbereich zu bewältigen.
13 Prozent der Wirtschaftsleistung
Auch das Thema Energie spielt eine Rolle. Neue Anlagen sollen effizienter arbeiten und weniger Emissionen verursachen. Damit wächst die Komplexität des Projekts zusätzlich, denn der Ausbau muss sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Anforderungen erfüllen.
Für Luxemburg ist das Projekt mehr als ein Bauvorhaben. Der Flughafen trägt rund 13 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei und gilt als wichtiger Standortfaktor. Entsprechend groß ist das politische Interesse. Im Parlament wurde der Plan grundsätzlich positiv aufgenommen.
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