Airbus A380 von Emirates: Berlin oder nicht Berlin?

Unklarheiten beim AbkommenErst großer Streit um Emirates-Flüge - doch die Golfairline will vorerst gar nicht nach Berlin kommen

Trotz neuer Verkehrsrechte plant Emirates vorerst keine Flüge nach Berlin - obwohl die entsprechende Erlaubnis für viel Aufhebens gesorgt hatte. Der Präsident der Golfairline verweist auf Unklarheiten im Abkommen mit Deutschland.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland

Als die deutsche Bundesregierung im September bekannt gab, dass künftig eine Fluggesellschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten einen fünften deutschen Flughafen ansteuern darf, sorgte das für einen Riesenwirbel in der deutschen Luftfahrtbranche - und in der deutschen Hauptstadt. Berlins aktueller Bürgermeister Kai Wegner sprach bereits von täglichen Emirates-Flügen nach Dubai. Dazu gab es ein Foto, auf dem ihm der Regierungschef der Emirate ein Modell eines Flugzeuges von Emirates überreichte.

Anderswo war die Stimmung deutlich schlechter. Lufthansa, Luftfahrtverbände und Gewerkschaften kritisierten die Entscheidung scharf. Sie warnten davor, dass künftig noch mehr Passagiere über Dubai statt über deutsche Drehkreuze reisen könnten. Auch Arbeitsplätze seien gefährdet. Doch offenbar war das viel Lärm um Nichts. Zumindest vorerst.

Emirates kämpfte Jahre um Verkehrsrechte

Denn jetzt will ausgerechnet Emirates vorerst gar nicht kommen. «Wir werden im Moment nicht nach Berlin fliegen», sagte Airline-Chef Tim Clark am Mittwoch (21. Oktober) auf der Luftfahrtkonferenz World Routes in Frankfurt. Das berichtet die Zeitung Handelsblatt. Dabei hatte die Golfairline jahrzehntelang um zusätzliche Verkehrsrechte gekämpft. Bisher bedient die Fluggesellschaft Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg. An diesen vier Flughäfen konnte sie ihre Frequenzen grundsätzlich nach Belieben erhöhen. Ein fünftes Ziel war dagegen tabu.

Nun ist Berlin zwar grundsätzlich möglich, allerdings nicht ohne Einschränkungen. Die neue Vereinbarung erlaubt einer Airline aus den Emiraten höchstens sieben Flüge pro Woche zu einem fünften deutschen Flughafen. Gleichzeitig muss sie darauf verzichten, an ihren vier bisherigen Standorten weiter zu wachsen. Und zwar auf unbestimmte Zeit.

Emirates dürfte an anderen Standorten nicht mehr wachsen

Für Emirates bedeutet das eine Abwägung. Die Airline könnte zwar täglich von Dubai nach Berlin fliegen. Dafür wäre es ihr aber beispielsweise nicht mehr möglich, in München eine dritte tägliche Verbindung aufzunehmen. Mit den zusätzlichen Verkehrsrechten gewinnt sie also eine neue Stadt, verliert dafür aber Spielraum an ihren bestehenden deutschen Zielen.

Hinzu kommt eine weitere Einschränkung: Vom fünften deutschen Flughafen aus sind Weiterflüge in andere Länder ausgeschlossen. Emirates dürfte also Dubai mit Berlin verbinden, von dort aber nicht etwa nach New York weiterfliegen. Solche Verbindungen fallen unter die sogenannten Verkehrsrechte der Fünften Freiheit. Emirates hat sie in Deutschland früher genutzt, etwa mit Flügen von Dubai über Hamburg nach New York.

Unklarheit bei Emiraten über das Abkommen

Gerade bei diesem Punkt soll es nun Unklarheiten geben. Nach Informationen des Handelsblatts verstehen Deutschland und die Emirate bestimmte Formulierungen offenbar unterschiedlich. Clark erklärte, man müsse sicherstellen, dass der Geist der Vereinbarung und ihre Übersetzung korrekt seien. Erst wenn Klarheit herrsche, werde Emirates Berlin anfliegen.

Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung. Schließlich hatte die Bundesregierung die zusätzlichen Rechte im September eingeräumt, obwohl sich die deutschen Airlines vehement dagegen gewehrt hatten. Nun scheint die Einigung ausgerechnet der Fluggesellschaft, um die sich der ganze Streit drehte, noch nicht zu passen.

Kommt Emirates, Etihad oder Flydubai?

In Stein gemeißelt ist das Ganze sowieso nicht. Weder Emirates noch Berlin werden übrigens in der Vereinbarung ausdrücklich genannt. Die Rechte könnte also auch eine andere Airline aus den Emiraten nutzen, etwa Etihad oder Flydubai. Ebenso wäre statt Berlin ein anderer deutscher Flughafen möglich. Stuttgart hatte ebenfalls Interesse angemeldet. Gut möglich also, dass der einzige Flieger von Emirates erst einmal das Modell im Berliner Rathaus bleibt.

Sie lesen uns regelmäßig? Dann werden Sie Teil der Menschen, die unsere Arbeit möglich machen. Ihr Abo stärkt unabhängigen Luftfahrtjournalismus und sorgt zugleich für ein werbefreies Leseerlebnis. Und das für den Preis von weniger als einem Getränk am Flughafen. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-emirates

Emirates entwickelt barrierefreie Lounge-Suite und Kabinenkonzept

ticker-emirates

Italienische Fluggesellschaften wollen Emirates-Flüge von Mailand nach Lima verhindern

ticker-emirates

Emirates plant Airbus-A350-Einsätze um

ticker-emirates

15.588 Flüge: Emirates feiert 15. Genf-Jubiläum

Video

latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack
Die D-AIHW von Lufthansa: Der Airbus A340-600 machte die Derière.
Jetzt ist es vorbei mit Airbus A340-600 bei Lufthansa. Zum Abschied des letzten Exemplares des Vierstrahlers blicken wir auf fünf Besonderheiten zurück, die ihn zu einem der faszinierendsten Langstreckenjets machten.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
airbus a321 p2f qantas
Einst beförderten sie Fluggäste für China Southern: Jetzt erweitert Qantas mit umgebauten A321 ihre Frachterflotte und fliegt mit den Airbus-Jets für die australische Post. Es ist die Ablösung für die BAE 146-300.
Timo Nowack
Timo Nowack