Airbus A350 und A380 von Emirates: Die Golfairline darf in Deutschland ausbauen.

Mehr VerkehrsrechteEmirates darf Berlin als fünftes Ziel in Deutschland ansteuern

Lange hat Emirates darauf gewartet, die Hauptstadt als fünftes Ziel in Deutschland in ihren Flugplan aufnehmen zu dürfen. Jetzt hat die Politik den Weg dafür frei gemacht - und erntet umgehend Kritik.

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Seit Jahrzehnten bemüht sich Emirates darum, in Deutschland auch Berlin ansteuern zu dürfen. Allerdings war die Fluggesellschaft aus Dubai nie bereit, eines ihrer anderen deutschen Ziele dafür aufzugeben: Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg. Die Airline hatte aber stets nur die Verkehrsrechte für Flüge zu vier deutschen Flughäfen.

Das wird sich nun ändern. Deutschland habe «der Aufnahme eines fünften Ziels in den Flugplan zugestimmt», heißt es am Donnerstagabend (10. September) in einer gemeinsamen Erklärung der deutschen Bundesregierung und der Vereinigten Arabischen Emirate im Zuge des Besuches von Präsident Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan in Deutschland.

Keine Flüge in Drittstaaten erlaubt vom fünften Ziel

«Dies ermöglicht es einer nationalen Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate, eine vereinbarte Anzahl von Flügen zu diesem fünften Ziel durchzuführen - zusätzlich zu den vier bereits bestehenden Zielen in Deutschland, für die die Flugfrequenzen dieser Fluggesellschaft auf dem derzeitigen Stand gedeckelt bleiben», heißt es in der Erklärung.

Die Nachrichtenagentur DPA zitiert den deutschen Verkehrsminister Steffen Bilger mit den Worten: «Die zusätzlichen Flüge der Fluggesellschaft sind dabei auf maximal sieben Flüge pro Woche begrenzt.» Zugleich schließe man ein Flugangebot der Airline zwischen dem fünften Landepunkt und Drittstaaten aus. «Damit stärken wir den Luftverkehrsstandort Deutschland.» Emirates wird in beiden Statements nicht namentlich genannt.

«Mit täglichen Emirates-Flügen von Berlin nach Dubai»

Ebenfalls gibt es keine Festlegung auf Berlin. Theoretisch könnte die Fluggesellschaft auch ein anderes Ziel in Deutschland als fünfte Destination auswählen. So hatte am Donnerstag Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper noch an die Bundesregierung appelliert, Emirates tägliche Flüge in die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg zu ermöglichen.

Allerdings traf Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner mit dem Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate zusammen und erklärte anschließend, «dass die Fluggesellschaft Emirates nun täglich Langstreckenflüge am Flughafen BER anbieten kann». Wegner sagte in der Mitteilung außerdem: «Mit täglichen Emirates-Langstreckenflügen von Berlin nach Dubai rücken zwei wachsende Wirtschaftsregionen noch enger zusammen.»

Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan und Kai Wegner.

Verdi kritisiert Entscheidung der Bundesregierung

Kritik kommt von der Gewerkschaft Verdi. «Das ist keine verantwortungsvolle Luftverkehrspolitik, sondern ein fragwürdiger Deal zulasten inländischer Arbeitsplätze, Wertschöpfung und eines Teils unserer kritischen Infrastruktur», sagt Dennis Dacke, Verdi-Fachgruppenleiter Luftverkehr und Maritime Wirtschaft. «Natürlich braucht Berlin mehr Langstreckenverbindungen. Aber die entscheidenden Fragen lauten: wohin - und wo entstehen dadurch Jobs und Wertschöpfung?», so Dacke. Besonders kritisch sehe man die unterschiedlichen Wettbewerbs- und Beschäftigungsbedingungen in den Emiraten.

Wie einfach die Bundesregierung die Gewährung der zusätzlichen Verkehrsrechte umsetzen kann, lesen Sie hier.

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