Entlassungen ohne Sozialplan wollten sie nicht akzeptieren. Deshalb streikten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bodendienstleisters AAS am Flughafen Zürich. Mit Erfolg.
Am Flughafen Zürich streikten vergangenen Freitag Mitarbeitende des Bodendienstleisters AAS, unterstützt von der Gewerkschaft VPOD Luftverkehr. Damit protestierte das Personal am größten Schweizer Airport gegen die geplante Schließung der Station ohne Sozialplan.
Am Mittwoch (27. August) schrieb die Gewerkschaft dann bei Facebook: «Gekämpft und gewonnen. Nach einem erfolgreichen Streik konnten wir uns gestern auf einen guten Sozialplan mit der AAS einigen». Die Massenentlassung treffe die Mitarbeitenden hart, doch ihr Mut und ihre Entschlossenheit im Arbeitskampf hätten Wirkung gezeigt.
Auch AAS (die Abkürzung für Airline Assistance Switzerland) äußerte sich. «Die Station Zürich wird geschlossen», bestätigte die Firma. Dieser Schritt sei auch nach Prüfung von Vorschlägen der Angestellten unumgänglich. «Auf Maßnahmen für betroffene Mitarbeitende konnten sich AAS und VPOD innerhalb des ausgehandelten Sozialplans einigen», so AAS.
«Der ausgehandelte Sozialplan kommt den Forderungen des VPOD weitestgehend nach», bestätigt der Bodendienstleister. Im Fokus des Plans stehe «die möglichst nahtlose Weiterbeschäftigung der Angestellten bei anderen Ground-Handling-Firmen». Die Prognose von ASS: «Den meisten der rund 210 Mitarbeitenden wird der Wechsel gelingen, sofern sie ihn innerhalb der flugrelevanten Reisezeit bis Ende Oktober vollziehen.» Daher würden die Kündigungen auch nicht Ende August, sondern erst im September erfolgen.
«Um möglichst vielen Mitarbeitenden den nahtlosen Übertritt zu vereinfachen, setzt AAS ein eigenes Jobcenter ein», kündigt sie an. «Für Mitarbeitende, die von sozialer Härte bedroht sind, sieht der Sozialplan Maßnahmen vor, die diese abfedern sollen.»
VPOD Luftverkehr fügt in einer eigenen Mitteilung hinzu, dass alle Mitarbeitenden eine Abgangsentschädigung enthalten, unabhängig davon, ob sie bereits eine neue Stelle haben oder nicht. Und: «Wer am Ende der Kündigungsfrist jedoch keine Stelle vermittelt erhält, bekommt weitere Leistungen aus dem Sozialplan, abhängig von Alter und Dienstjahren.»
Trotz der Schließung der AAS-Station am Flughafen Zürich wird der Hauptsitz des Unternehmens in Zürich bleiben. Man fürchte keine Auswirkungen auf das internationale Geschäft, schreibt AAS. Der Standort Zürich hatte nach Angaben des Mutterkonzerns AXS Group lediglich knapp fünf Prozent zum Gesamtvolumen der Gruppe beigetragen.
AXS bietet Dienstleistungen im Ground Handling wie Fluggast- und Gepäckabfertigung sowie Vorfelddienste an und beschäftigt weltweit mehr als 3000 Mitarbeitende. In Deutschland ist die Tochter AHS an elf Flughäfen aktiv, darunter Frankfurt, München, Düsseldorf, Köln, Hamburg und Stuttgart. Laut Webseite gehören viele große Airlines zu den Kunden, darunter Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Turkish Airlines, Emirates, Air France und KLM.