Embraer Praetor 600 vor dem neuen Hangar von Flexjet in Mailand-Linate: Wartung als Erfolgsfaktor.

Ausbau der WartungFlexjet zündet in Europa nächste Wachstumsstufe

Der amerikanische Businesscharteranbieter will in Europa wachsen. Für die Expansion hat Flexjet die Wartungskapazität in Mailand markant vergrößert.

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Wenn ein Unternehmen seinen geplanten Börsengang absagt, liegt das meistens am mangelnden Interesse der Investorinnen und Investoren. Oder an einem Skandal. Bei Flexjet war es im April ganz anders. Der amerikanische Businesscharteranbieter verdiente 2022 so viel Geld, dass er das Geld nicht mehr brauchte, das die Notierung an der Börse gebracht hätte.

1995 gegründet, ist Flexjet heute die Nummer zwei in der Branche - deutlich hinter dem Primus Netjets und knapp vor den Nummern drei und vier Wheels Up und Vista Global. 184.000 Flugstunden konnte das amerikanische Unternehmen 2022 verrechnen. Der Umsatz betrug über 2,3 Milliarden Dollar.

Natürliches Licht und Solarzellen

Noch stammen die meisten Kundinnen und Kunden aus den USA. Doch das will Flexjet ändern. In den vergangenen Monaten hat der Businesscharteranbieter die in Europa stationierte Flotte – aufgeteilt auf eine Tochter im Vereinigten Königreich und eine in Malta – verdoppelt. Eine (bald zwei) Gulfstream G650 und elf Embraer Praetor 600 stehen den wohlhabenden Kundinnen und Kunden inzwischen zur Verfügung.

Um im europäischen Markt schneller wachsen zu können, investiert Flexjet auch in den Unterhalt. Ihre Wartungsschwester Sirio - die ebenfalls zur Directional-Aviation-Gruppe gehört – hat innerhalb von zwölf Monaten einen 16 Meter hohen, neuen Hangar am Flughafen Mailand-Linate gebaut, um die Kapazität quasi zu verdoppeln. Am Dienstag (16. Mai) wurde das Gebäude eröffnet, das auf natürliches Licht setzt und mit Solarzellen auf dem Dach seine eigene Energie produziert.

Auch externe Kundschaft

Die 40 Mitarbeitenden von Sirio schauen künftig im 4700 Quadratmeter großen Hangar X in Linate zu den europäischen Jets von Flexjet. Gleichzeitig wartet die Firma auch - sofern sie Kapazität hat - Flieger von externen Kundinnen und Kunden. Für Flexjet bedeute die Wartung innerhalb der Gruppe «ein Alleinstellungsmerkmal in Bezug auf Sicherheit, Verlässlichkeit und Effizienz», erklärte Directional-Aviation-Hauptaktionär und -Präsident Kenn Ricci. Und es sei ein wichtiger Schritt in der Expansion.

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