In den Testräumen der FAA probiert man sich an der neuen Technik.

Revolutionäre Flugkontrolle

Ein neues Flugkontrollsystem der US-Luftfahrtbehörde soll die Fluglinien massiv entlasten: Es spart viel Zeit und Treibstoff.

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Schneller ans Ziel kommen, sicherer fliegen, weniger Verspätungen - und dabei auch noch Milliarden sparen? Das klingt wie der Traum jeder Fluggesellschaft. Glaubt man der Federal Aviation Authority FAA, so kann sie diesen bald erfüllen. Next Gen heißt das Zauberwort. Es ist ein neues Flugkontrollsystem, an dem die amerikanischen Luftfahrtbehörde arbeitet und das zum Teil auch schon im Einsatz ist. 2025 soll das Programm endgültig abgeschlossen sein - für einen Preis von 15 bis 22 Milliarden Dollar. Doch das Geld soll es wert sein. Dannzumal können gleichzeitig mehr Flieger starten und landen und mehr Flieger können gleichzeitig in der Luft sein. Das führt dazu, dass mehr Passagiere pünktlicher ans Ziel kommen.

Das wird dank einer radikalen Neuerung möglich: Statt wie bisher von am Boden befindlichen Radarstationen zu navigieren, nutzt Next Gen Satelliteninformationen. Dadurch können Flieger gemäß der FAA direkter und mit weniger Kurven die Landebahnen ansteuern. «Es ist, als würde das Flugzeug kontinuierlich bis zum Ende des Landebahn gleiten», beschreibt Paul Fontaine, vernatwortlich für technische Entwicklung bei der FAA, den Prozess in der Zeitung Sun Sentinel. Am Flughafen in Miami wendet man das System schon an und bald soll es an allen Flughäfen in Südflorida eingeführt werden.

Effizientere Routen

Durch die neue Technik können die Flugzeuge auch einiges an Treibstoff sparen. Die Triebwerke bleiben zwar an, brauchen aber weit weniger Energie als bisher. Dadurch, dass die Flieger effizientere Routen fliegen, könnten bis zu 380 Liter Treibstoff und zehn Minuten Flugzeit pro Strecke gespart werden, schätzt die Luftfahrtbehörde. Eine weitere Neuerung sind Displays in den Cockpits, die den Piloten das Terrain bei jedem Wetter zeigen, als wäre es draußen sonnig. So könne man gemäß der FAA Verspätungen, die aufgrund von schlechtem Wetter und schlechter Sicht entstehen, deutlich reduzieren. Diese kosten die Fluggesellschaften in den Vereinigten Staaten jährlich rund 30 Milliarden Dollar. Bei den Airlines begrüßt man das Projekt. Next Gen könne gar nicht schnell genug fertig werden, so Steve Lott, Sprecher des Verbands Airlines for America, in dem alle großen Anbieter des Landes vertreten sind: «Gerade in den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen».

Doch daran, ob wirklich mehr Flugzeuge in der Luft sein, starten und landen können, gibt es mancherorts noch Zweifel. Gerade auch, was die Hierarchie bei Landezeiten betrifft. «Wenn ein Flieger von American und einer von Delta gleichzeitig ankommen, welcher landet zuerst?», fragt sich Jim Marinitti vom Verband der Fluglotsen. Man könne weiter nur einen Flieger gleichzeitig aufsetzen lassen, daran ändere sich auch mit modernster Technik nichts.

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