Boeing 737 Max 7 in der Luft: Ex-Mitarbeiter erheben schwere Vorwürfe gegen Boeing.

Schwere VorwürfeEx-Boeing-Beschäftigte «würden nie 737 Max fliegen»

Zwei Ex-Boeing-Mitarbeiter kritisieren Boeing scharf. Sie attestieren dem Unternehmen Profitgier und würden selbst niemals in eine Boeing 737 Max steigen. Aus Sicherheitsbedenken.

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Michael O'Leary ist sich sicher, dass seine Passagiere keine Bedenken haben, mit einer Boeing 737 Max zu fliegen, sagte der oberste Ryanair-Chef Anfang Januar in Berlin. Kurz zuvor hatte sich bei einer 737 Max 9 von Alaska Airlines nach dem Start ein Paneel losgerissen und ein Loch im Rumpf hinterlassen.

O’Leary spricht aus Erfahrung. Nach dem Ende des zweijährigen Flugverbots der Boeing 737 Max habe Ryanair allen Reisenden angeboten, ihren Flug kostenfrei umzubuchen, sollten sie nicht mit einer Max fliegen wollen. Angenommen hat das Angebot laut O’Leary niemand.

Ex-Boeing-Mitarbeiter warnen vor 737 Max

Ed Pierson und Joe Jacobsen, zwei ehemalige Boeing-Mitarbeiter, hätten wohl von O’Learys Angebot Gebrauch gemacht. Sie würden auf keinen Fall mit einem Max-Flugzeug fliegen, sagten die beiden gegenüber der Los Angeles Times. Und das nicht, weil sie das Flugzeug nicht mögen, sondern aus Sicherheitsgründen.

«Ich habe in der Fabrik gearbeitet, in der sie gebaut wurden, und habe gesehen, unter welchem ​​Druck die Mitarbeiter standen, die Flugzeuge schnellstmöglich zur Tür hinauszuschicken», so Pierson, ehemaliger leitender Manager bei Boeing gegenüber der Zeitung.

Boeing denke nur an Gewinn

Joe Jacobsen war Ingenieur bei Boeing und der Federal Aviation Administration FAA und ergänzt, dass er jedem rät, die Max zu meiden. Er attestiert Boeing ein kulturelles Problem. Es gehe dem Unternehmen nur noch um Gewinnmaximierung. «In den letzten 20 Jahren haben sie sich kontinuierlich in Richtung Finanz-Engineering statt technischem Engineering bewegt», so Jacobsen.

Auch Pierson, der heute Chef der Foundation for Aviation Safety ist, einer Non-Profit-Organisation, die sich auf die Überwachung des Luftverkehrs spezialisiert hat, schlägt in die gleiche Kerbe. «Dies ist eine Kultur, in der Geld alles ist. Sie messen den Erfolg daran, wie viele Flugzeuge ausgeliefert werden, und nicht daran, wie viele Qualitätsflugzeuge geliefert werden», so Pierson.

Max 9 sei eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit

Beide halten die Aufhebung des Flugverbots für die Max 9 für verfrüht. Pierson sieht darin «ein weiteres Beispiel für schlechte Entscheidungsfindung und eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit».

Jacobsen kritisiert auch die Art und Weise, wie Boeing die Probleme löst. Statt alle Probleme in Griff bekommen zu wollen, kümmere sich das Unternehmen immer nur um die akuten Probleme. Daher sei es nur eine Frage der Zeit, bis das nächste Max-Problem auftritt: «Vielleicht nächste Woche, vielleicht in einem Monat». Boeing und die FAA wollten sich gegenüber der Los Angeles Times nicht zu den Vorwürfen äußern.

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