Handgepäckfächer (hier in einem Airbus A321 Neo von Eurowings): So leer sieht es selten aus.

VereinheitlichungEU-Parlament will Gebühren für Handgepäck verbieten

Wie viel Handgepäck darf man an Bord nehmen - und kostet das etwas? Dazu gibt es verschiedene Regeln bei verschiedenen Airlines. Das EU-Parlament stört sich daran und will das ändern. Auch andere Gebühren hat es im Visier.

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Es ist für viele Fluggesellschaften mittlerweile Standard: Wer großes Handgepäck, oder mehr als ein Stück dabei hat, muss dafür zahlen. «Groß» kann zum Beispiel heißen, dass es nicht unter den Sitz passt. Wer etwa bei Eurowings den günstigsten Basic-Tarif bucht, darf nur noch eine kleine Tasche mit an Bord nehmen. Wer einen Trolley mitnehmen will, zahlt 15 Euro extra.

Easyjet macht es genauso und verlangt dafür 8 Euro, bei Tuifly sind es für Nur-Flug-Gäste ab dem 1. November 10 Euro. Bei den Netzwerkairlines der Lufthansa-Gruppe sieht es wieder anders aus. Ein Stück Handgepäck à acht Kilogramm ist auch in den günstigsten Tarifen zugelassen, das darf auch ein Trolley sein. Dieses Wirrwarr passt dem EU-Parlament nicht. Es stimmte am Mittwoch (4. Oktober) dafür, eine Resolution zu unterstützen, die einheitliche Handgepäckregeln in der ganzen EU fordert.

Gebühren «unzulässig»

Man gehe damit auf die «Besorgnis der Bürgerinnen und Bürger und deren Beschwerden ein, die durch uneinheitliche Vorschriften der Fluggesellschaften verursacht werden.» Die Regeln der EU zu den Fluggastrechten sollen laut der Resolution überarbeitet werden und Regeln zu Handgepäck einbeziehen.

«Unterschiedliche Handgepäckbestimmungen der Fluggesellschaften führen zu versteckten Gebühren und erschweren den Preisvergleich», heißt es in einer Mitteilung des EU-Parlaments. «Auch wenn Passagiere verschiedene Fluggesellschaften nutzen oder ihre Pläne ändern müssen, sorgen inkonsistente Regeln für Verwirrung.» Gebühren für Handgepäck seien unzulässig, «sofern dieses Handgepäck angemessene Anforderungen an Gewicht und Maßen erfüllt und den geltenden Sicherheitsanforderungen entspricht.» Was angemessen sei, gelte es einheitlich festzulegen.

Auch Kosten für Sitzplätze im Visier

Auch weitere versteckte Gebühren nehmen die Abgeordneten ins Visier. Versteckte Kosten wie etwa für die Sitzplatzzuteilung müsse man sich ebenfalls anschauen, heißt es. Auch die ist inzwischen bei vielen Airlines kostenpflichtig - nicht nur bei den Lowcost-Anbietern wie Ryanair oder Easyjet. Bei Lufthansa, Austrian oder Swiss etwa teilt die Airline den Fluggästen im günstigsten Tarif Economy Light Plätze zu. Wer einen anderen Sitz möchte, muss zahlen.

Die europäische Airline-Vereinigung Airlines for Europe A4E, zu deren 15 Mitgliedern auch Lufthansa Group, IAG, Air France-KLM, Ryanair und Easyjet gehören, ist nicht begeistert von dem Vorstoß. «Europäische Fluggesellschaften stellen bereits sicher, dass Fluggäste zumindest ein kleines Gepäckstück zur Mitnahme persönlicher Gegenstände kostenlos mitnehmen können», so ein Sprecher zu aeroTELEGRAPH.

Airlines: Höhere Kosten, unpraktikabel

«Eine Einheitsgröße würde die Flexibilität, die Fluggäste derzeit genießen, wahrscheinlich einschränken und sich auf die Kosten und den Komfort von Flugreisen auswirken», fügt er an. Außerdem sei eine Einheitsgröße unpraktikabel, da die Größe und Anzahl der Taschen, die sicher an Bord passen, vom jeweiligen Flugzeugmodell und dessen Konfiguration abhänge.

Die EU-Kommission und die Mitgliedsstaaten müssen dem Anliegen auch noch zustimmen.  Die Kommission sagt, die Frage werde derzeit im Rahmen einer Überprüfung der Luftverkehrsdienstleistungsverordnung geprüft.

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