Kabine eines Airbus A321 Neo von Lufthansa: Wem ein Mittelsitz zugeteilt wird und wechseln will, muss zahlen.

Tarif Economy Light Lufthansa teilt Fluggästen Plätze zu - wer wechseln will, muss zahlen

Bisher konnte man beim Einchecken den Sitzplatz kostenlos wählen. Auf Europaflügen im Economy-Light-Tarif geht das bei Lufthansa bald nicht mehr. Wer den zugeteilten Platz nicht will, muss zahlen.

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Für die Sitzplatzreservierung verlangt Lufthansa schon eine ganze Weile Geld. 12 Euro muss ein Reisender auf Europaflügen pro Strecke hinblättern, wenn er sich einen bestimmten Sitzplatz im Voraus sichern will. Plätze weiter vorne im Flieger kosten gar 17 Euro, solche mit mehr Beinfreiheit 25 Euro.

Wer die Gebühr umgehen will, kann bis zur Freigabe des Web-Check-ins warten. Ab 24 Stunden vor Abflug kann man sich kostenlos selbst einen Sitzplatz zuteilen. Doch damit ist auf Europaflügen bald Schluss, wenn man den günstigsten Tarif Economy Light gebucht hat. Zum 21. Juni führt Lufthansa ein neues System ein. «Beim Check-in wird Ihnen automatisch ein Sitzplatz zugewiesen», heißt es auf der Webseite der Fluggesellschaft.

Noch vor Kurzem ganz anders

Wer nicht zufrieden ist, kann sich zwar noch umsetzen. Doch dafür muss er zahlen, wie das Portal YHBU zuerst berichtete. Dann wird eine Änderungsgebühr von 25 Euro für einen Standardsitzplatz fällig – pro Strecke. Noch vor Kurzem hatte es bei Lufthansa ganz anders geklungen: «Selbstverständlich können Sie beim Check-in auch alle noch verfügbaren Sitzplätze weiterhin kostenfrei auswählen.»

Wer in der Schweiz und in den USA wohnt, für den wird es sogar noch teurer. Denn dort beträgt die Gebühr für die Änderung des zugeteilten Sitzplates 35 Franken beziehungsweise 35 Dollar. Das sind zu den aktuellen Wechselkursen Aufschläge von über 35 beziehungsweise 30 Prozent auf den Euro-Preisen.*

Töchter ziehen wohl bald nach

Bei Austrian Airlines und Swiss wurde die neue Gebühr beim Economy-Light-Tarif auf Europaflügen bisher noch nicht angekündigt. Allgemein haben die beiden Lufthansa-Töchter solche Tarifänderungen in der Vergangenheit aber übernommen, auch die Tarifstruktur wurde in der Gruppe vereinheitlicht. Zudem heißt es bei Lufthansa schon jetzt: Die Gebühr werde fällig bei einem «auf einem von Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines durchgeführten Flug».

Die neue Gebühr kann dazu führen, dass der billigste Tarif, plötzlich nicht mehr der attraktivste ist. Wem wichtig ist, einen bestimmten Sitzplatz – zum Beispiel einen Platz am Fenster – auf sicher zu haben, der fährt künftig unter Umständen mit dem Tarif Economy Classic besser.

Tarif für die, die schon wissen, wann sie wie reisen

Economy Light sei der Basistarif auf innerdeutschen Strecken und Europarouten, so ein Sprecher von Lufthansa. Er sei die richtige Wahl für «Reisende, die nur mit Handgepäck reisen und wissen, wann Sie fliegen werden, denn die Tickets können nur gegen Gebühr umgebucht werden und sind nicht erstattbar».

Gegen eine Gebühr könne man jedoch jederzeit ein Gepäckstück oder eine Sitzplatzreservierung hinzufügen. Er betont zudem, dass bei der automatischen Zuteilung Familien und Gruppen in einer gemeinsamen Buchung wie bisher nicht getrennt würden.

* Nach Publikation des Artikels hat Lufthansa reagiert und die Umrechnungskurse angepasst. Die Gebühr beträgt nun nur noch 30 Franken und Dollar. Der Aufschlag zum Europreis beträgt nun nur noch etwas über 15 Prozent.

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