Leitwerk einer Saab 2000 von Etihad Regional: Der Markenname verschwindet wieder.

Verkauf von Etihad RegionalEtihad beendet Schweizer Abenteuer

Etihad Airways verkauft die Beteiligung an der Schweizer Regionalairline Etihad Regional. Auch die anderen Aktionäre steigen aus. Neue Eigentümer sind die Besitzer von Adria Airways.

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Schweiz

In Abu Dhabi hegte man große Pläne. Mit dem Einstieg bei der kleinen Darwin Airline im November 2013 wollte Etihad Airways endgültig Europa erobern. Die Schweizer Regionalfluggesellschaft sollte fortan Fluggäste aus kleineren Märkten des Kontinents auf Flüge der Golfairline und derer Partner lenken. Das Management sprach von «völlig neuen Wegen bei der Weiterentwicklung» des Streckennetzes.

Aus Darwin wurde in der Folge Etihad Regional. Sie wurde mit Geldspritzen schnell aufgepumpt. Doch die Expansion brachte horrende Verluste. Längst ist das Streckennetz wieder zusammengestrichen und die Fluglinie wieder zum Nischen-Anbieter mit Wet-Lease-Geschäft eingedampft worden. Für Etihad macht das keinen Sinn mehr. Zugleich ist die Situation für Etihad Regional schwierig. Die Abhängigkeit von Aufträgen der kriselnden Schwester Alitalia ist für sie ein großes Klumpenrisiko.

Netz ausweiten

Das ändert sich nun. Denn die Ära der Golfairline in der Schweiz ist beendet. Etihad Airways hat ihre Beteiligung von 33,3 Prozent an Darwin Airline/Etihad Regional verkauft, wie am Donnerstag (20. Juli) bekannt gegeben wurde. Auch die Schweizer Aktionäre steigen aus. Neue 100-Prozent-Besitzerin der Regionalairline ist die Münchener 4 K Invest, welche die neue Beteiligung über eine Luxemburger Gesellschaft hält.

4 K Invest ist keine Unbekannte in der Luftfahrt. Sie hatte vor einem Jahr Adria Airways gekauft. Die slowenische Fluglinie wird denn auch gewisse administrative und betriebliche Aufgaben von Darwin Airline  übernehmen und die Flüge vermarkten. «Darwin ist eine hervorragende Fluggesellschaft mit erfahrenem Management und Personal. Die Ausweitung unseres Netzes und die damit einhergehende Optimierung von Kostenstrukturen ist eine Win-Win-Situation für beide Unternehmen», kommentiert Adria-Airways-Chef  Arno Schuster.

Schweizer Airline bleibt erhalten

Darwin wird aber als eigenes Unternehmen bestehen bleiben und auch das Schweizer Luftverkehrsbetreiberzeugnis behalten. Auch die Basen in Lugano und Genf werden erhalten. Im Außenauftritt wird der Markenname von Etihad Regional auf Adria Airways Switzerland gewechselt.

Adria Airways steuert heute 20 Ziele in 19 Ländern an. Die slowenische Airline beförderte 2016 1,3 Millionen Passagiere. Sie besitzt eine recht heterogene Flotte von drei Airbus A319-100, drei CRJ700 und sechs CRJ900. Darwin besitzt vier ATR72 und sechs Saab 2000.

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