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Tim Clark

Emirates-Präsident wünscht sich neuen Airbus A380 ohne Fenster

Tim Clark ist fest überzeugt, dass die Luftfahrt weiterhin Riesenflieger braucht - etwa einen neuen Airbus A380. Nun hat er eine Idee, wie das Gewicht eines solchen Jets weiter sinken soll.

Tis Meyer/Bearbeitung aeroTELEGRAPH

Airbus A380 von Emirates, fast ohne Fenster: Könnte so aussehen wie in dieser Bildmontage.

Er ist hartnäckig. Tim Clark wird nicht müde, für eine Neuauflage des Airbus A380 zu werben. Die These des Präsidenten von Emirates ist, dass die Zahl der Fluggäste weltweit jährlich mit Raten von 4 bis 6 Prozent schnell wachsen wird, während die Anzahl der Slots an den Flughäfen begrenzt bleibt. Daher brauche es Flugzeuge mit hoher Kapazität.

Boeing 787 und Airbus A350 seien da nicht ausreichend, prognostiziert der Emirates-Präsident. Und auch die kommende Boeing 777-9 ist ihm für Emirates nicht groß genug. «Sie bietet in unserer Konfiguration 364 Plätze gegenüber 484 in den A380 mit unserer neuen Premium Economy», sagte Clark im August. «Vorher waren es sogar 519.»

«Ich will keine Fenster»

Daher wünscht er sich eine effizientere Neuauflage des A380. «Stellen Sie sich einen Flügel aus Verbundwerkstoff vor und einen Rumpf, der überwiegend aus Verbundwerkstoff besteht», sagte Clark. «Stellen Sie sich Triebwerke vor, die eine Verbesserung von 20 bis 25 Prozent im Vergleich zu heute bieten», so der Emirates-Präsident im vergangenen Monat.

Jetzt hat er ein weiteres Detail genannt, das er sich vorstellt für die Neuauflage des A380 oder die Entwicklung eines ähnlich großen Fliegers. «Ich will keine Fenster», sagte Clark laut dem Magazin Flight Global bei einer Veranstaltung in der Nähe von Washington, D.C. «Ich kann einzelne Fenster mit einer Kamera erstellen.» Der große Vorteil aus seiner Sicht: «Das Gewicht, das durch die Fenster in die Flugzeugstruktur eingebaut wird, fällt weg.»

Emirates stellte bereits Konzept vor

Die Idee an sich ist nicht neu. Schon 2014 gab es Konzepte für fensterlose Jets mit ultraleichten Bildschirmen an den Kabinenwänden. Mittlerweile ist die Technik vorangeschritten. Es ist dabei möglich, Abschnitte einer Wand in große Bildschirme zu verwandeln, die entweder zeigen, was draußen zu sehen ist oder etwas anderes.

Es ist aber auch denkbar, virtuelle Fenster in der aktuellen Fensterform zu erzeugen. Emirates selber stellte bereits 2017 ein Konzept für ihre First Class vor, bei dem zwar noch die Rahmen der Fenster existierten, sich darin aber Bildschirme befanden.

Ein Flugzeug für das Jahr 2040

Clark fühlt sich beim Werben für eine Neuauflage des A380 von Airbus mittlerweile ernster genommen. Dabei gehe es um «Flugzeug im Jahr 2040», sagte er nun. Die Kosten für ein solches Programm schätzt der Emirates-Präsident auf 15 bis 20 Milliarden Dollar, wie er im Juli in Berlin auf Nachfrage von aeroTELEGRAPH sagte.