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Über Barcelona nach Mexico City

Emirates bekommt Gegenwind in Mexiko

Ab Dezember will die Golfairline nach langem Hin und Her von Dubai über Barcelona nach Mexiko fliegen. Doch dort wehrt sich nicht nur Aeroméxico.

Emirates

Boeing 777-200LR von Emirates: Soll auch Mangos aus Mexiko holen.

Fliegt Emirates von Dubai über Barcelona nach Mexico City? Rund um diese Frage gab es in den vergangenen Jahren ein großes Hin und Her. Mal hieß es, die Golfairline dürfe nicht, dann, sie wolle nicht. Aeroméxico lobbyierte in der Heimat gegen Emirates, wartete mit eigenen Pläne aber stets ab – bis zum Februar 2019. Dann kündigte die mexikanische Fluglinie an, ab Juni selber drei Mal pro Woche die katalanische Metropole anzufliegen.

Am 16. Juli zog Emirates dann nach: «Hola Mexico! Emirates laciert eine tägliche Verbindung von Dubai nach Mexico City über Barcelona», schrieb die Airline. Los gehe es am 9. Dezember. In einer Pressemitteilung zitierte die Emirates Mexikos Tourismusminister Miguel Torruco Marqués mit den Worten, die Regierung begrüßte den Start der Route.

Aeroméxico steigert Frequenz

Aeroméxico reagierte umgehend. Zum einen kritisierte Airline-Chef Andrés Conesa öffentlich die eigene Regierung dafür, die Emirates-Flüge zuzulassen, da die Golfairline durch staatliche Subventionierungen bevorteilt sei. Seinen Unmut teilen drei mexikanische Luftfahrtgewerkschaften, die in einem Brief an Mexikos Präsidenten Andrés Manuel López Obrador protestieren. In dem Schreiben, welches das mexikanische Luftfahrtmagazin A21 veröffentlichte, werfen die Gewerkschafter dem Präsidenten vor, Arbeitsplätze in der heimischen Luftfahrt nicht vor unlauterem Wettbewerb durch Emirates zu schützen.

Aeroméxico nimmt zugleich aber die Herausforderung an. So streicht sie ihre elf Jahre alte Route nach Shanghai, die sie drei Mal pro Woche bedient. Dafür werde sie die Strecke nach Barcelona künftig täglich fliegen, kündigte Airline-Chef Conesa an. Er verwies sowohl auf Emirates als auch auf die hohe Nachfrage auf der Barcelona-Strecke. Am Dienstag (23. Juli) präzisierte Aeroméxico dann in einer Mitteilung, ab Dezember werde man die Frequenz von drei auf fünf wöchentliche Flüge erhöhen. Die täglichen Flüge sollen im März 2020 starten.

Boeing 787 vs. Boeing 777-200LR

Interessanterweise berichtet A21 unter Berufung auf den Flughafen Mexico City auch, über die Slotvergabe an Emirates sei noch gar nicht entschieden. Und das, obwohl die Airline schon konkrete Uhrzeiten für ihre Flüge mitgeteilt hatte. Geraten die Pläne womöglich doch noch ins Wackeln? Ganz ausgeschlossen scheint das nicht beim aktuellen Gegenwind durch Aeroméxico und die Gewerkschaften und bei dem vorherigen langen Hin und Her.

Sollte es aber bei den Flügen bleiben, wird Emirates Boeing 777-200LR mit 302 Sitzen einsetzen, 38 in der Business Class, 264 in der Economy. Zudem können die Flieger bis zu 14 Tonnen Fracht laden, die Emirates nutzen will für mexikanische Exportgüter wie Avocados, Mangos, Autoteile und medizinische Produkte. Wettbewerber Aeroméxico setzt auf der Strecke Boeing 787 Dreamliner ein. Ihre 787-8 verfügen über 243 Sitze, 32 in der Business Class, 9 in der Premium Economy und 202 in der Economy. In den 787-9 ist Platz für 274 Gäste, 36 in der Business, 27 in der Premium Economy, 211 in der Economy Class.

Möglich durch die fünfte Freiheit

Emirates wird die Strecke Dubai – Barcelona – Mexico City unter der fünften Freiheit fliegen. Das bedeutet, dass der Jet im Heimatland startet und dahin auch zurückkehrt, auf dem Weg zum Ziel aber Stopps einlegen und Passagiere aufnehmen darf. Die Regierungen in Mexiko und Dubai hatten den Weg für solche Routen schon durch Verhandlungen zwischen 2012 und 2015 frei gemacht. Die Regierung Obrador war damals noch gar nicht im Amt. Die Kritiker erwarten nun jedoch offenbar von ihr, die Vereinigung aufzukündigen.



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