Letzte Aktualisierung: um 22:33 Uhr
Partner von  

Italienische Krisenairline

Easyjet hat keine Lust mehr auf Alitalia

Die Staatsbahn, Delta Air Lines, Easyjet - dieses Trio verhandelte zuletzt über eine Übernahme von Alitalia. Doch die Briten wollen nicht mehr.

Klaus-Dieter Nowack/aeroTELEGRAPH

Flugzeug von Alitalia: Die Fluglinie braucht dringend Investoren.

Ein Interessent weniger: Easyjet hat sich aus Verhandlungen um Alitalia verabschiedet. Nach Gesprächen mit Delta Air Lines und der italienischen Staatsbahn Ferrovie dello Stato über einen gemeinsamen Einstieg habe man sich zu diesem Schritt entschieden, teilte der britische Billigflieger am Montag (18. März) mit. Die Zeitung La Stampa hatte zuvor berichtet, sie wollten die italienische Fluggesellschaft aufspalten und nur die Kurzstrecken ab Mailand Linate übernehmen. Das lehne die Regierung allerdings ab.

Delta soll nun laut der Zeitung Il Messaggero mit nur 10 Prozent bei Alitalia einsteigen, den Anteil nach vier Jahren aber verdoppeln. Die Staatsbahn wird dem Bericht zufolge 40 statt geplanten 30 Prozent übernehmen. Die weiteren Anteile könnten demnach an staatliche Anteilseigner gehen. Laut anderen Medienberichten ist noch nicht sicher, wie es nach dem Ausstieg von Easyjet weitergeht. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert Delta etwa mit der Stellungnahme, dass die Verhandlungen weiterhin laufen würden.

Lufthansa aus dem Rennen?

Alitalia ist wird durch einen staatlichen Kredit am Leben gehalten. Die Regierung des Landes hat die Ferrovie dello Stato dazu ausersehen, Kernaktionär zu werden. Allerdings braucht es einen Partner aus der Luftfahrtindustrie, der entsprechendes Know-how mitbringt.

Unklar ist die Rolle von Lufthansa. Während Airline-Chef Carsten Spohr mehrmals abgewunken hat in Sachen Alitalia, sagte Vorstand Harry Hohmeister im Februar: «In Italien gibt es genug Anbieter im Bereich Lowcost. Besser erscheint also eine Lösung im Premiumsegment, denn nur so kann sich Alitalia im Wettbewerb differenzieren.» Ende vergangener Woche erklärte ein Informant gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, eine harte Restrukturierung durch Lufthansa könnte die einzige Alternative zu einer Liquidierung von Alitalia sein, sollte sich kein Investoren-Konsortium finden.



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem, beleidigendem oder rein polemischem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.