Transithotel am Flughafen Zürich: Das ist keine Zelle.

Fehlende DokumenteDie Verhaftung, die keine war - Verwirrung um Air-India-Crew am Flughafen Zürich

Zürich kommt derzeit in den indischen Medien nicht gut weg. Diese berichten, Crewmitglieder der Nationalairline seien am Flughafen festgenommen worden. Doch so ganz stimmt das alles nicht.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Eine Zelle soll es sein, die da auf dem Bild in der Zeitung The Hindu zu sehen ist. Eine Zelle am Flughafen Zürich. Zu sehen sind ein schmales Bett, ein Tisch und ein Vorhang. Und dort, so berichten The Hindu und andere indische Medien, wurden zu zwei verschiedenen Zeitpunkten Crewmitglieder von Air India festgehalten. Zuvor seien sie von der Polizei festgenommen worden, weil ihnen bestimmte Einreisedokumente gefehlt hätten.

Klingt dramatisch. Doch ganz korrekt ist das alles nicht, denn: Die «Zelle» ist in Wahrheit ein Raum des Transithotels am Flughafen Zürich - einem Hotel im Transitbereich - also dort, wo man nicht einreisen muss. Der Flughafen Zürich bietet dort Zimmer und Ruheräume für Reisende, die längere Aufenthalte haben, aber nicht einreisen können oder wollen. Was stimmt: «Vergangene Woche hatten fünf Crewmitglieder einer indischen Fluggesellschaft bei ihrer Einreise keine Reisedokumente dabei», erklärt ein Sprecher der Kantonspolizei Zürich gegenüber aeroTELEGRAPH.

Direkt ins Transithotel

«Nach geltendem Recht darf man ohne Dokumente nicht einreisen, daher wurde diesen Fünf die Einreise verweigert.» Der Sprecher betont aber auch: Die Crewmitglieder wurden nicht verhaftet.» Man habe sie im Transithotel des Flughafens untergebracht und sie hätten sich im ganzen Transitbereich frei bewegen können – so wie jeder andere Transitpassagier auch. «Am nächsten Tag verließen sie die Schweiz wieder Richtung Indien.»

Zu den fehlenden Dokumenten gehören unter anderem der Reisepass und das sogenannte Crew Member Certificate (CMC), welches eine Art Visum für Airlinecrew-Mitglieder ist. Dieses CMC war offenbar das Problem. Auch hier herrscht Verwirrung über die Gründe. Denn indische Medien berichten, dieses Zertifikat müsste erst seit dem 5. Februar schon vorab bezogen werden. Zuvor habe man es für 10 Euro kaufen können - auch wenn man in der Schweiz in Franken zahlt.

Zertifikat nicht käuflich erwerbbar

«Es war nie und ist auch aktuell nicht möglich, am Flughafen ein CMC oder andere Einreisepapier zu kaufen», stellt die Kantonspolizei richtig. Und auch vom Flughafen Zürich heißt es: «Ein Crew Member Certificate konnte am Flughafen Zürich noch nie ausgestellt werden». Das geschehe ausschließlich über die Fluggesellschaft vom zuständigen Regulator in ihrem Land.

«Bei den fünf Crewmitgliedern handelte es sich gemäß unseren Kenntnissen um Mechaniker:innen der Air India», so eine Flughafensprecherin weiter. «Sie wurden von Mitarbeitenden der Kantonspolizei zum Transithotel begleitet, da sie nicht einreisen konnten.» Air India hat auf eine Anfrage von aeroTELEGRAPH zu den fehlenden Dokumenten noch nicht geantwortet.

Mehr zum Thema

Air India baut Frequenzen nach Europa aus

Air India baut Frequenzen nach Europa aus

Dreamliner von Air India: Bald auch regelmäßig in Zürich zu sehen.

Air India macht Zürich zu siebtem Ziel auf dem europäischen Festland

Der erste ACJ Two Twenty in der Luft: Geht an Comlux und Five Hotels.

Airbus liefert ersten A220 in VIP-Version aus

Air India One Flugverlauf nach Tashkent: Indiens Premierminister musste einen großen Umweg nehmen.

Indiens Premierminister muss 6200 Kilometer langen Umweg nach Usbekistan fliegen

Video

midway atoll usfws
Die USA müssten mindestens 100 Millionen Dollar investieren, um den Flughafen des Midway Atolls betriebsbereit zu halten. Etliche Airlines und der Flugzeugbauer Boeing werben für die Investition - obwohl es so gut wie keine Starts und Landungen an dem Airport gibt.
Timo Nowack
Timo Nowack
Feuerwerk und Flugzeug: Keine gute Kombination.
Feuerwerk und Flugzeuge sind keine gute Kombination. Das zeigte sich am Flughafen Mundo Maya in Guatemala, als ein Airbus A320 von Avianca zur Landung ansetzte.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der neue Honda Jet: Die Maschine heißt ab sofort Echelon.
Der japanische Businessjet-Hersteller vermeldet Fortschritte beim Bau der ersten Echelon-Maschine, muss aber gleichzeitig eine deutliche Verzögerung einräumen. Erstflug und Zulassung verschieben sich um bis zu drei Jahre.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies