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Insolvenz angemeldet

Deutsche Regierung stützt Air Berlin

Die deutsche Fluggesellschaft hat Antrag auf Insolvenz gestellt. Air Berlin führt den Flugbetrieb aber weiter - mit Geld aus der Staatskasse.

aeroTELEGRAPH/Timo Nowack

Flieger von Air Berlin: Wie geht es weiter?

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hat am Dienstag (15. August) beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Nun muss Air Berlin die bereits eingeleitete Restrukturierung beschleunigen. Ihr Ende in der heutigen Form ist so wohl besiegelt.

Denn wie Air Berlin in einer Medienmitteilung schreibt, laufen die Verhandlungen mit Lufthansa und weiteren Partnern zum Erwerb von Betriebsteilen «erfolgreich» und seien «weit fortgeschritten». Resultate könne es sehr bald geben. «Wir arbeiten unermüdlich daran, in dieser Situation das Beste für das Unternehmen, für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter zu erreichen», so Vorstandsvorsitzender Thomas Winkelmann.

Flugbetrieb langfristig sichern

Offenbar war die finanzielle Situation zuletzt bedrohlich geworden. Auslöser war der Bescheid aus Abu Dhabi, dass Etihad nicht länger bereit ist, Air Berlin finanziell zu unterstützen. Die Golfairline hatte ihre Unterstützung bis Ende 2018 vorausgesagt.

Um den Flugbetrieb weiterführen zu können, musste die deutsche Regierung Air Berlin einen Kredit gewähren. Mit 150 Millionen Euro soll gewährleistet werden, dass der Flugbetrieb weiterläuft – auch langfristig. Alle Flüge werden laut Air Berlin planmäßig weiter durchgeführt und sind auch noch buchbar.

Lufthansa in Verhandlungen

Man befinde sich «bereits in Verhandlungen über den Erwerb von Teilen der Air Berlin Gruppe» und biete damit auch die Möglichkeit zur Einstellung von Personal, teilt Lufthansa in einer eigenen Aussendung mit. «Lufthansa beabsichtigt, diese Verhandlungen zu einem schnellen und positiven Ergebnis zu führen.» Ob es zu einer kompletten Übernahme kommt, ist weiterhin unklar. Bisher hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr stets erklärt, man übernehme Air Berlin nur schuldenfrei. Die Bundesregierung plant allerdings nicht, die Schulden der insolventen Fluglinie zu tragen.

Zudem dürfte es von der Konkurrenz auch noch Gegenwind geben. Mit Ryanair-Chef Michael O’Leary hat bisher bereits ein prominenter Airline-Manager angekündigt, sich zu beschweren.  Bereits die aktuell laufende Kooperation von Lufthansa und Air Berlin, in der Lufthansa 38 Flieger der Konkurrentin least, sah er als kartellrechtlich schwierig an.



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