Computercode: Der selbsternannte Flugzeughacker erzählte Unwahrheiten.

FBI-ErmittlungenDer Bluff mit gehackten Flugzeugen

Ein Hacker prahlte bei Twitter damit, eine Boeing 737 gehackt zu haben. Er gelangte ins Visier des FBI. Doch Experten glauben, dass alles nur eine Täuschung war.

Top-Jobs

IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

«Momentan müsst ihr Euch damit zufrieden geben, dass ich über das Wetter, das Leben, das Universum rede und über nichts, was mit Plänen oder etwas leicht Entzündlichem zu tun hat». Mit diesen Worten wandte sich Chris Roberts am Dienstag an seine Twitter-Follower. Der Hacker hatte sich in der vergangenen Woche ebenfalls auf dem Kurznachrichtendienst damit gebrüstet, über das Inflight-Entertainment in die Systeme einer Boeing 737 gehackt zu haben, mit der er unterwegs war. Sollen wir mit den Durchsagen spielen? Oder den Sauerstoffmasken? Fragte er.

Das hatte Folgen. Das FBI fand das alles nämlich gar nicht lustig und stellte einen Durchsuchungsbefehl gegen Roberts aus. Mehrfach wurde er von den Agenten befragt. Sein Anwalt riet Roberts inzwischen, nichts mehr zu dem Thema zu sagen.

Viele Experten beruhigen

In der Branche jedoch zweifeln viele Experten an, dass Roberts wirklich die Kontrolle über die Systeme des Flugzeug übernehmen konnte. Der Pilot und Aviatikexperte John Steffen schreibt in einem Eintrag des Blogs NYC Aviation, dass das Unterhaltungssystem und die Sicherheits- und Steuerungssysteme eines Flugzeuges nicht mehr miteinander zu tun haben, als die Mikrowelle und der Fernseher in einer Wohnung.

«Das Schlimmste, was man über diese Box anrichten kann, wäre die Filme des Bordunterhaltungssystems zu löschen», sagt auch Christoph Regli gegenüber gegenüber der Nachrichtenseite Watson. Regli ist Luftfahrt-Dozent an der ZHAW Winterthur und Informatiker. Zudem ist er selbst Pilot und war früher Sicherheitsinspektor beim Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl).

Boden hätte aufgebrochen werden müssen

Steffen erklärt weiter, dass Roberts den Boden hätte aufbrechen und in den Elektronikbereich des Fliegers hätte einbrechen müssen, um zu einer echten Bedrohung zu werden. Nur so hätte er laut dem Piloten Zugriff erlangen können. «Wenn es wirklich eine Bedrohung durch den Hacker gegeben hätte, dann hätte die amerikanische Aufsichtsbehörde FAA sofort alle Flugzeuge gegroundet», ist er überzeugt.

Anderes behauptet Roberts' Hacker-Kollege Ruben Santamarta. Er habe es geschafft, über das Unterhaltungssystem auf Geräte im Cockpit eines Fliegers zuzugreifen – in einer Testumgebung, versteht sich. Santamarta arbeitet für das Beratungsunternehmen IO Active. Er stellte die Ergebnisse seines beunruhigenden Tests anlässlich der Black-Hat-Hackerkonferenz in Las Vegas vor.

Auch an Santamarta Zweifel

Es war das erste Mal, dass ein Hacker derartige Sicherheitslücken in Satellitenkommunikation offenlegt, hieß es damals vom Vorstand der Blackhat-Konferenz. «Ich bin nicht sicher, dass man eine Attacke vom Passagier-Unterhaltungssystem starten kann», so Vincenzo Iozzo, der Santamartas Arbeit damals prüfte. «Doch es ist ziemlich beängstigend, dass ein Zugriff auf die Systeme überhaupt möglich ist.»

Mehr zum Thema

hacker siberislam kelowna

Hacker machen Lautsprecher-Durchsagen an vier Flughäfen in Nordamerika

ticker-serbien

Hacker nahmen serbische Luftfahrtbehörde ins Visier

ber airport flughafen

Flughäfen droht nach Cyberangriff eine weitere Woche mit Problemen

Hacker vor seinem Computer: In den USA warnt dass FBI die Luftfahrtbranche.

Skrupellose Hackergruppe nimmt Fluggesellschaften ins Visier

Video

Boeing 777 von Emirates in Dubai: Der Betrieb wurde kurzzeitig gestoppt.
Einen großen Teil ihres Streckennetzes will die Golfairline wieder bedienen – auch Ziele wie Frankfurt, München oder Zürich. Doch ein Drohneneinschlag beim Flughafen Dubai International führte zu einem kurzfristigen Stopp aller Flüge von Emirates. Die Folge sind mitunter große Verspätungen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
ilyushin il 114 300 kaelte
Das neue russische Turboprop-Flugzeug wird in den eisigen Bedingungen des Fernen Ostens dringend benötigt - auch von Polar Airlines. Doch dafür ist noch eine Anpassung an der Ilyushin Il-114-300 nötig.
Timo Nowack
Timo Nowack
wizz air airbus a321 neo madeira
Es kommt zwar immer wieder vor, dass Flugzeuge aufgrund starker Winde nicht direkt auf Madeira landen können. Die Passagiere eines Wizz-Air-Fluges aus Wien erlebten nun aber eine besondere Warteschleifen-Odyssee.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies