Letzte Aktualisierung: um 7:23 Uhr

Neue Strecken

Corona macht die fünfte Freiheit wieder attraktiver

Flüge unter der fünften Freiheit erfreuen sich gerade steigender Beliebtheit. Und dabei dürfte es auch noch eine Weile bleiben.

Streckennetz: Bei fast allen Airlines kleiner als früher.

Noch in den Siebzigerjahren war man auf Langstreckenflügen ganz schön lang unterwegs. Lufthansa führte beispielsweise die Verbindung von Frankfurt nach Tokio über Athen, Delhi, Bangkok und Hongkong. Swissair stoppte zwischen Singapur und Zürich in Colombo, Mumbai, Karachi und Genf.

Das würden Passagiere heute nicht mehr akzeptieren. In den vergangenen Jahren hat man sich daran gewöhnt, dass es kaum mehr Zwischenlandungen gibt und dass man mit ein, maximal zwei Mal umsteigen alle Punkte dieser Erde erreichen kann. Zu immer mehr Zielen gab es dank steigender Nachfrage und zunehmender Konkurrenz Nonstopflüge. Und dann kam die Pandemie.

Zusätzliche Einnahmen, auch durch Fracht

Die Corona-Krise dreht das Rad der Geschichte vorübergehend etwas zurück. Fluggesellschaften konzentrieren sich jetzt zuerst auf die lukrativen Strecken mit hohen Margen. Wer an weniger stark nachgefragte Destinationen reisen will, muss umsteigen oder eine Zwischenlandung akzeptieren.

Eine Folge davon ist auch, dass Flüge unter der fünften Freiheit der Luftfahrt zunehmen. Der Begriff bezeichnet Flüge, deren Start- und Zielort nicht im Heimatland der entsprechenden Airline liegen. Gulf Air hat etwa kürzlich Flüge zwischen Athen und Larnaca aufgenommen, Singapore Airlines von Kopenhagen nach Rom und Qatar Airways plant einen Flug von Doha via Mailand nach Mexico City. «Die Aufnahme von Flügen der fünften Freiheit führt während und nach der Pandemie zu zusätzlichen Einnahmemöglichkeiten», sagt Luftfahrtberater Linus Benjamin Bauer. Dabei könne auch die Frachtbeförderung im Bauch der Flieger spannend sein.

Langstreckennachfrage erholt sich langsam

Das sieht auch Luftfahrtanalyst Addison Schonland von Air Insight so. Noch seien nicht viele Märkte geöffnet, daher schauten sich Fluggesellschaften nach allen Möglichkeiten um, Einnahmen zu generieren. «Flüge unter der fünften Freiheit ermöglichen ihnen, etwas Verkehr und Umsatz zu bekommen», sagt er.

Solche Verbindungen zwischen zwei ausländischen Staaten erlaube es Fluggesellschaften, das Netz langsam wieder aufzubauen, sagt Bauer. Der Berater verweist darauf, dass man nicht erwartet, dass sich die Langstreckennachfrage frühestens 2023 erholen wird. Bei einem Flug unter der fünften Freiheit kann eine Fluggesellschaft aus dem Staat A – Erlaubnis der betroffenen Länder vorausgesetzt – zahlende Passagiere zwischen zwei Drittstaaten B und C transportieren.

 



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