Boeing 767 von Condor: Muss irgendwann in Rente.

Finanzen, Zeitplan, ModelleCondor nimmt neuen Anlauf zur Flottenerneuerung

Mit Mehrheitseigentümer Attestor will der Ferienflieger für eine Milliarde endlich seine Langstreckenflotte modernisieren. Die Chancen für Schnäppchen von Condor stehen gut.

Top-Jobs

Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Flightkeys

Subject Matter Expert (f/m/o)

Vienna
Feste Anstellung
Luftfahrttechnologie
Flightkeys GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Jahrelang wurde am Projekt gearbeitet. Anfang 2017 wurde es jedoch auf Eis gelegt. Condor verschob damals die Erneuerung der Langstreckenflotte. Seitdem schiebt der Ferienflieger die Anschaffung neuer Flugzeuge für seine Fernflüge vor sich her.

In der Corona-Krise ist das teilweise ein Vorteil: Wenn sie nicht fliegen, verursachen die alten Boeing 767 von Condor aufgrund niedrigerer Leasingraten geringere Kosten als topmoderne Flieger. Die können ihren Kostenvorteil erst ausspielen, wenn sie spritsparend fliegen. Dennoch: Irgendwann muss die Flotte erneuert werden. Das betonte auch Friedrich Andrea, Investment Manager bei Condors neuem Mehrheitseigentümer Attestor, am Donnerstagabend (20. Mai) im Gespräch mit Journalisten.

«Flugzeuge im Wert von rund einer Milliarde»

Attestor stellt 250 Millionen Euro Eigenkapital für die Anschaffung neuer Langstreckenjets zur Verfügung. «Das bedeutet, dass man mit dem Eigenkapital und zusätzlichem Fremdkapital Flugzeuge im Wert von rund einer Milliarde finanzieren kann», ergänzte Condors Finanzchef Christoph Debus. Zu den Details hält sich die Airline noch bedeckt.

Gefragt nach dem Zeitplan für die Flottenerneuerung sagte Condor-Chef Ralf Teckentrup, er wolle keine detaillierte Auskunft geben und könne lediglich sagen: «Normalerweise dauert ein Projekt für die Beschaffung einer Langstreckenflotte sechs bis neun Monate.» Dann habe man einen Vertrag unterschrieben. «Und dann dauert die Lieferung eines ersten Flugzeuges auch nochmals um die 18 Monate.» Allerdings: «Wir glauben schon, dass wir da zügiger sein werden», sagte Teckentrup, ohne weiter ins Detail zu gehen.

Boeing 767 im Durchschnitt älter 25 Jahre

Der Hinweis auf eine Lieferzeit von 18 Monaten macht deutlich, dass Condor nicht nur in Erwägung zieht, sich zügig Flieger vom Gebrauchtmarkt zu beschaffen oder vorhandene Flugzeuge von Leasingfirmen zu beziehen. Neue Maschinen, ob gekauft oder zusammen mit einem Leasingpartner angeschafft, sind eine echte Option für den Ferienflieger.

Attestor-Manager Andrea nannte die derzeit niedrigen Flugzeugpreise sogar als ein Argument für den Einstief des Finanzinvestors in die Luftfahrt. Condor hat 15 Boeing 767 mit einem Durchschnittsalter von mehr als 25 Jahren, die ersetzt werden müssen. Eine Mischung aus Kauf und Leasing von neuen Jets erscheint nicht unwahrscheinlich.

Schnäppchen bei Airbus oder Boeing?

Was die Modellauswahl angeht, sagte Teckentrup nur: «Es wird Airbus der Boeing.» Der Ferienflieger hielt sich bei diesem Punkt bisher stets bedeckt. Nur Finanzchef Christoph Debus bestätigte 2017 im Interview mit aeroTELEGRAPH, dass man sich Modelle anschaue, «die in etwa unserer jetzigen Größe entsprechen», also Airbus A330, A330 Neo, Boeing 787.

Der A330 in seiner ursprünglichen Version ist mittlerweile ein bisschen mehr in die Jahre gekommen, Airbus hat kaum noch offene Bestellungen vorliegen. Er könnte gute Chancen bei Condor haben, falls die Airline sich doch entscheidet, gebrauchte Flieger zu kaufen.

Lufthansa machte es bei Boeing 787 vor

Airbus A330 Neo und Boeing 787 könnte die Airline direkt vom Hersteller beziehen und davon profitieren, dass derzeit die Preise gut verhandelbar sind und immer wieder schon gebaute Exemplare von Kunden nicht oder nicht so schnell abgenommen werden.

Lufthansa hat es gerade vorgemacht. Die fünf zusätzlichen Boeing 787-9, welche die Airline kurzfristig und wohl zu einem guten Preis bekommt, waren ursprünglich für eine oder mehrere andere Fluglinien bestimmt, welche die Maschinen nicht mehr oder zumindest nicht so schnell haben wollen. Solche eine Gelegenheit könnte auch Condor nutzen mit Unterstützung von Attestor ein Schnäppchen machen.

Mehr zum Thema

Seymour Street in London: Im Backsteingebäude mit den weißen Säulen links sitzt der neue Mehrheitseigentümer von Condor.

Wer steckt hinter Condor-Käufer Attestor?

Nach der Trennung von Thomas Cook verpasste die Airline ihren Boeing 767 dann wieder ein reines Condor-Design.

Finanzfirma Attestor übernimmt Condor

ticker-airbus-neo-1

Airbus liefert im Februar 35 Flugzeuge aus - 28 Orders von drei Kunden

ticker-airbus-konzern-

Airbus und Fraunhofer-Institut suchen das bessere Ruder

Video

michael rousseau air canada
Nach dem tödlichen Unglück einer Bombardier CRJ 900 am New Yorker Flughafen La Guardia brachte der Chef von Air Canada sein Mitgefühl zum Ausdruck - allerdings nur auf Englisch. Nun kommt von hochrangiger Stelle eine Rücktrittsforderung - auch, weil es nicht der erste sprachliche Fauxpas ist.
Timo Nowack
Timo Nowack
united crj 450 interior
Neun Sitze weniger, dafür eine Business Class und mehr Komfort. United Airlines will bis 2028 rund 50 Regionalflugzeuge vom Typ Bombardier CRJ 200 umrüsten und verpasst ihnen dazu gleich einen neuen Namen: CRJ 450.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die Boeing 737 von Ariana Afghan Airlines nach dem sie zum Stoppen kam: Keine Verletzten.
Eine Boeing 737 ist in Kabul nach der Landung von der Piste abgekommen. Niemand wurde verletzt. Das Flugzeug erlitt jedoch erhebliche Schäden. Ariana Afghan Airlines erklärt, solche Vorfälle seien keine Seltenheit, und verweist auf das Unglück in New York-LaGuardia.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin