Airbus A321 Neo von S7 Airlines: Die Wartung der Triebwerke ist ein Problem.

Aviadvigatel PD-14Chef von S7 sieht bei russischem Triebwerk großes Manko

Der Chef von S7 Airlines sieht einen riesigen Rückstand russischer Triebwerkstechnologie. Er macht Vorschläge, wie die heimische Luftfahrt damit umgehen soll.

Top-Jobs

Smartline

Commander / First Officer Cessna Latitude C680A (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna C560XLS (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna 525 (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Interpersonal

Trainer (SFI/TRI/TRE, all genders)

Interpersonal trainerpool
Vollzeit
Hamburg
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Schon 2022 trat die private russische Fluggesellschaft S7 Airlines mit Blick auf heimisch produzierte Jets auf die Bremse. Tatyana Fileva, Miteigentümerin der S7-Gruppe, sagte, man habe zwar durchaus Interesse daran, MS-21 zu bestellen. Hersteller Irkut, der jetzt Yakovlev heißt, werde die Produktion aber nur langsam hochfahren können, weshalb man auch in den nächsten 10 bis 15 Jahren auf ausländische Jets angewiesen sei.

Nun äußert der Vorstandsvorsitzende der S7-Gruppe, Evgeny Elin, erneut Skepsis. Bei einer Industriekonferenz in St. Petersburg sagte er laut russischen Medien, das russische Triebwerk Aviadvigatel PD-14 der MS-21 werde am Anfang bereits nach 3600 Betriebsstunden für eine umfassende Wartung von der Tragfläche abmontiert werden müssen. Erst bis 2030 werde sich dieser Wert auf 12.500 Stunden verbessern.

PD-14-Hersteller will mit 12.500 Stunden starten

Zum Vergleich führte Elin das westliche Triebwerk CFM-56 mit 40.000 Stunden an. Hersteller CFM International hatte bereits im Jahr 2016 erklärt: «Die durchschnittliche Einsatzzeit aktueller CFM56-Triebwerke vor einem ersten Werkstattbesuch beträgt etwa 30.000 Stunden, wobei der aktuelle Flottenrekord bei 50.000 Stunden liegt.» Seitdem gab es technische Verbesserungen, erst im Oktober 2023 kündigte der Hersteller an, durch Verbesserungen der Schaufeln der Hochdruckturbine die Zeit am Flügel weiter zu erhöhen.

Der PD-14-Hersteller United Engine Corporation erklärte gegenüber dem russischen Portal ATO, man könne keine aktuellen Stundenwerte für das Triebwerk nennen. Aber bei Auslieferung der ersten MS-21 werde man einen Wert von 12.500 Stunden erreichen.

S7-Vorsitzender empfiehlt Reverse Engineering

Elin, einst kommissarischer Minister für wirtschaftliche Entwicklung, sagte, bei der Entwicklung eigener Triebwerke werde Russland «garantiert immer hinterherhinken», da westliche Hersteller einen Vorsprung von rund 15 Jahren hätten und «auch nicht schlafen» würden. Der S7-Vorstandsvorsitzende riet daher, «aktiv Reverse Engineering zu betreiben».

Dabei gehe es darum, «fortschrittliche Technologien zu beherrschen und nachzuahmen und die Lebensdauer der von uns geflogenen Geräte zu verlängern», so Elin laut der Agentur Interfax. Man müsse lernen, ausländische Triebwerke zu warten, einzelne Komponenten dafür herzustellen und in Stand zu setzen. Lernen könne man bei besonders wichtigen Teilen zudem auch für die eigene Triebwerksentwicklung, um technologisch aufholen.

Russische Flugzeuge gehen zuerst an Aeroflot

Seit Beginn des russischen Angriffs gegen die Ukraine und der westlichen Sanktionen ist Russland von Ersatzteilen und Wartungsdienstleistungen für Fliegern von Airbus, Boeing und Co abgeschnitten. Eigene Entwicklungen haben seitdem noch höhere Priorität.

Elin sagte, aus S7-Sicht müsse er außerdem festhalten, dass vorerst alle in Russland gebauten Flugzeuge an die Aeroflot-Gruppe gehen würden. «Daher bleibt uns nur noch ein Weg, den wir mit Nachdruck verfolgen - die Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit.»

Freigaben durch russische Behörde nötig

«Wir lernen, Ersatzteile zu restaurieren und zu reparieren, wir lernen, sie zu produzieren, und - was am wichtigsten ist - wir lernen in ständiger Diskussion mit dem Luftfahrtbundesamt, wie wir die Tragfähigkeit der Verwendung reparierter oder hergestellter Teile nachweisen können», sagte Elin. S7 hatte schon im Frühjahr angekündigt, Teile für westliche Flugzeuge - aber noch nicht für Triebwerke - nachzubauen.

Die Flotte von S7 besteht aus Airbus A320-200, A320 Neo, A321-200, A321 Neo und Boeing 737-800. Probleme mit der Wartung halten aber einen Teil der Flotte am Boden. Besonders bei den Pratt-&-Whitney-Triebwerken der A320 Neo/A321 Neo ist das ein Problem. So musste die Fluggesellschaft erst Anfang Dezember ihren Flugplan reduzieren.

Mehr zum Thema

Techniker von S7 bei der Wartung: Die Airline braucht dringend Ersatzteile.

S7 Airlines produziert fehlende Flugzeugteile bald selbst

Airbus A321 Neo von S7: Die Triebwerke machen Probleme.

Russische S7 hat Triebwerksprobleme - langfristig

Airbus A321 Neo von S7: Derzeit nicht aktiv.

Russische S7 Airlines lässt alle Airbus A321 Neo am Boden

ticker-russland

Russland verschärft Flugbeschränkungen im Luftraum um Moskau

Video

alaska airlines missionarin
Eine christliche Influencerin hielt in einem Flugzeug von Alaska Airlines unaufgefordert eine Rede über Gott und Jesus - und das nicht zum ersten Mal. Nun musste sie am Gate weiterpredigen.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a321 neo jetsmart sprayer
Sprayer haben am Flughafen Santiago de Chile einen Airbus A321 Neo besprüht, der noch nicht mal ein Jahr alt ist. Es handelt sich um einen von drei Jets im Besitz von Jetsmart, die Wizz-Air-Farben tragen.
Timo Nowack
Timo Nowack
Boeing AH-64 Apache - in 19 Armeen rund um den Erdball unterwegs
Militärfluggeräte kommen und gehen. Der Apache bleibt. Der Kampfhubschrauber flog vor mehr als 50 Jahren zum ersten Mal und wird wohl noch bis 2060 im Dienst der US Army und weiterer Armeen bleiben. Dies liegt nicht nur an seiner Panzerung und seiner Wendigkeit.
gerard al fil
Gérard Al-Fil