Airbus A321 Neo von S7 Airlines: Die Wartung der Triebwerke ist ein Problem.

Aviadvigatel PD-14Chef von S7 sieht bei russischem Triebwerk großes Manko

Der Chef von S7 Airlines sieht einen riesigen Rückstand russischer Triebwerkstechnologie. Er macht Vorschläge, wie die heimische Luftfahrt damit umgehen soll.

Top-Jobs

Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Flightkeys

Subject Matter Expert (f/m/o)

Vienna
Feste Anstellung
Luftfahrttechnologie
Flightkeys GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Schon 2022 trat die private russische Fluggesellschaft S7 Airlines mit Blick auf heimisch produzierte Jets auf die Bremse. Tatyana Fileva, Miteigentümerin der S7-Gruppe, sagte, man habe zwar durchaus Interesse daran, MS-21 zu bestellen. Hersteller Irkut, der jetzt Yakovlev heißt, werde die Produktion aber nur langsam hochfahren können, weshalb man auch in den nächsten 10 bis 15 Jahren auf ausländische Jets angewiesen sei.

Nun äußert der Vorstandsvorsitzende der S7-Gruppe, Evgeny Elin, erneut Skepsis. Bei einer Industriekonferenz in St. Petersburg sagte er laut russischen Medien, das russische Triebwerk Aviadvigatel PD-14 der MS-21 werde am Anfang bereits nach 3600 Betriebsstunden für eine umfassende Wartung von der Tragfläche abmontiert werden müssen. Erst bis 2030 werde sich dieser Wert auf 12.500 Stunden verbessern.

PD-14-Hersteller will mit 12.500 Stunden starten

Zum Vergleich führte Elin das westliche Triebwerk CFM-56 mit 40.000 Stunden an. Hersteller CFM International hatte bereits im Jahr 2016 erklärt: «Die durchschnittliche Einsatzzeit aktueller CFM56-Triebwerke vor einem ersten Werkstattbesuch beträgt etwa 30.000 Stunden, wobei der aktuelle Flottenrekord bei 50.000 Stunden liegt.» Seitdem gab es technische Verbesserungen, erst im Oktober 2023 kündigte der Hersteller an, durch Verbesserungen der Schaufeln der Hochdruckturbine die Zeit am Flügel weiter zu erhöhen.

Der PD-14-Hersteller United Engine Corporation erklärte gegenüber dem russischen Portal ATO, man könne keine aktuellen Stundenwerte für das Triebwerk nennen. Aber bei Auslieferung der ersten MS-21 werde man einen Wert von 12.500 Stunden erreichen.

S7-Vorsitzender empfiehlt Reverse Engineering

Elin, einst kommissarischer Minister für wirtschaftliche Entwicklung, sagte, bei der Entwicklung eigener Triebwerke werde Russland «garantiert immer hinterherhinken», da westliche Hersteller einen Vorsprung von rund 15 Jahren hätten und «auch nicht schlafen» würden. Der S7-Vorstandsvorsitzende riet daher, «aktiv Reverse Engineering zu betreiben».

Dabei gehe es darum, «fortschrittliche Technologien zu beherrschen und nachzuahmen und die Lebensdauer der von uns geflogenen Geräte zu verlängern», so Elin laut der Agentur Interfax. Man müsse lernen, ausländische Triebwerke zu warten, einzelne Komponenten dafür herzustellen und in Stand zu setzen. Lernen könne man bei besonders wichtigen Teilen zudem auch für die eigene Triebwerksentwicklung, um technologisch aufholen.

Russische Flugzeuge gehen zuerst an Aeroflot

Seit Beginn des russischen Angriffs gegen die Ukraine und der westlichen Sanktionen ist Russland von Ersatzteilen und Wartungsdienstleistungen für Fliegern von Airbus, Boeing und Co abgeschnitten. Eigene Entwicklungen haben seitdem noch höhere Priorität.

Elin sagte, aus S7-Sicht müsse er außerdem festhalten, dass vorerst alle in Russland gebauten Flugzeuge an die Aeroflot-Gruppe gehen würden. «Daher bleibt uns nur noch ein Weg, den wir mit Nachdruck verfolgen - die Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit.»

Freigaben durch russische Behörde nötig

«Wir lernen, Ersatzteile zu restaurieren und zu reparieren, wir lernen, sie zu produzieren, und - was am wichtigsten ist - wir lernen in ständiger Diskussion mit dem Luftfahrtbundesamt, wie wir die Tragfähigkeit der Verwendung reparierter oder hergestellter Teile nachweisen können», sagte Elin. S7 hatte schon im Frühjahr angekündigt, Teile für westliche Flugzeuge - aber noch nicht für Triebwerke - nachzubauen.

Die Flotte von S7 besteht aus Airbus A320-200, A320 Neo, A321-200, A321 Neo und Boeing 737-800. Probleme mit der Wartung halten aber einen Teil der Flotte am Boden. Besonders bei den Pratt-&-Whitney-Triebwerken der A320 Neo/A321 Neo ist das ein Problem. So musste die Fluggesellschaft erst Anfang Dezember ihren Flugplan reduzieren.

Mehr zum Thema

Techniker von S7 bei der Wartung: Die Airline braucht dringend Ersatzteile.

S7 Airlines produziert fehlende Flugzeugteile bald selbst

Airbus A321 Neo von S7: Die Triebwerke machen Probleme.

Russische S7 hat Triebwerksprobleme - langfristig

Airbus A321 Neo von S7: Derzeit nicht aktiv.

Russische S7 Airlines lässt alle Airbus A321 Neo am Boden

ilyushin il 114 300 kaelte

Polar Airlines will Ilyushin Il-114-300 - aber nur, wenn sie noch ein zusätzliches Detail bekommt

Video

wrack bombardier crj 900 ntsb
Die Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat neues Videomaterial zum Zusammenstoß einer Bombardier CRJ 900 von Air Canada mit einem Feuerwehrauto am New Yorker Flughafen LaGuardia veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen, wie heftig die Kollision war.
Timo Nowack
Timo Nowack
michael rousseau air canada
Nach dem tödlichen Unglück einer Bombardier CRJ 900 am New Yorker Flughafen La Guardia brachte der Chef von Air Canada sein Mitgefühl zum Ausdruck - allerdings nur auf Englisch. Nun kommt von hochrangiger Stelle eine Rücktrittsforderung - auch, weil es nicht der erste sprachliche Fauxpas ist.
Timo Nowack
Timo Nowack
united crj 450 interior
Neun Sitze weniger, dafür eine Business Class und mehr Komfort. United Airlines will bis 2028 rund 50 Regionalflugzeuge vom Typ Bombardier CRJ 200 umrüsten und verpasst ihnen dazu gleich einen neuen Namen: CRJ 450.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies