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Russland

S7 zeigt Interesse an Irkut MS-21 – doch bremst zugleich

Die private russische Fluglinie ist der Irkut MS-21 gegenüber nicht abgeneigt. Doch aus Sicht der S7-Chefin werden auch Jets von Airbus und Boeing noch lange benötigt.

Airbus/Stefan Kruijer

Airbus A321 Neo: Möchte S7 Airlines so schnell nicht drauf verzichten.

Die Flotte von S7 Airlines besteht aus Jets von drei ausländischen Herstellern. Die private russische Fluglinie fliegt aktuell mit Airbus A320 und A321 jeweils in Ceo- und Neo-Version, sie betreibt Boeing 737-800 und hat Boeing 737 Max an den Leasinggeber zurückgehen lassen, und sie setzt Embraer E170 ein. Ihre Tochter-Airline Globus fliegt zudem mit Airbus A319 für S7.

Laut dem Luftfahrtdaten-Portal CH Aviation kommt die Fluggesellschaft derzeit auf 90 aktive und 16 inaktive Flugzeuge. Doch seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine und den folgenden westlichen Sanktion können Airlines in Russland keine Ersatzteile mehr beziehen für Flieger aus Europa und den USA. Zugleich macht der Staat Druck, damit die heimischen Fluglinien in Flieger aus russischer Produktion investieren.

Massenproduktion für S7-Chefin noch nicht in Sicht

Unter diesen Vorzeichen sagt jetzt Tatyana Fileva, Chefin und Miteigentümerin der S7-Gruppe, man habe durchaus Interesse daran, die Irkut MS-21 zu bestellen. Zugleich tritt sie auf die Bremse. Der Hersteller habe zwar den Start für 2025 angekündigt, doch dann werde die Produktion noch minimal sein und müsse erst hochgefahren werden. Massenproduktion sei noch nicht abzusehen, so Fileva laut der Nachrichtenagentur Interfax.

«Natürlich werden sie die Produktion starten, es wird nur langsam geschehen», so die Unternehmerin. In Russland gebe es alleine rund 600 Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge, die meisten davon von ausländischen Herstellern. Und diese ausländischen Flugzeuge würden auch in den nächsten 10 bis 15 Jahren in Russland fliegen müssen, solange die russische Produktion hochgefahren werde.

Das ist der Zeitplan von Irkut und Rostec

Irkut muss aufgrund der Sanktionen westliche Teile im Kurz- und Mittelstreckenjet MS-21 ersetzen. Kürzlich ist der zweite Testflieger mit russischen PD-14-Triebwerken abgehoben. Im April kündigte der Hersteller an, er plane für 2025 eine Produktionsrate von 36 MS-21 – allerdings pro Jahr, nicht pro Monat.

Dachkonzern Rostec erklärte kürzlich, dass die ersten sechs MS-21 mit PD-14-Triebwerken noch 2024 ausgeliefert werden soll, voraussichtlich an Aeroflot-Tochter Rossiya. Der stellvertretende Ministerpräsident und Industrieminister Denis Manturov sagte, eine soweit wie möglich rein russische Version der MS-21 solle erstmals 2025 an Kunden übergeben werden. Rostec plant, dass bis zum Jahr 2030, schon 270 der Flieger bei den Kunden sind.