Rot statt blau: KLM-Passagiere zwischen Brüssel und Amsterdam fahren bald vermehrt in Thalys-Zügen.

Strecke Amsterdam - BrüsselKLM ersetzt einen Flug mit dem Zug

KLM-Passagiere zwischen Amsterdam und Brüssel fahren bald vermehrt Zug statt im Flugzeug zu sitzen. Das hat neben dem Klimaschutz noch einen weiteren positiven Effekt für die Airline.

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Luftfahrt

Bereits vor zwei Monaten schaffte es Pieter Elbers weltweit in die Schlagzeilen. Der Chef von KLM fragte die Passagiere in einem Werbespot, ob sie wirklich ins Flugzeug steigen müssten, oder ob es nicht auch möglich sei, mit dem Zug zu fahren. Er wies damit auf den Einfluss der Luftfahrt auf den Klimawandel hin und ermutigte Reisende, für kurze Strecken auf die Schiene zu wechseln. Eine ungewöhnliche Aussage für den Chef einer Fluglinie.

Es waren offenbar keine leeren Worte. Wie KLM bekannt gibt, wird ab dem 29. März 2020 einer der fünf täglichen Flüge zwischen Amsterdam und Brüssel gestrichen. Er wird durch einen Zug ersetzt. Passagiere fahren dann mit dem Thalys-Hochgeschwindigkeitszug zwischen den beiden Städten, die in Luftlinie 156 Kilometer auseinander liegen. Reisenden werden laut KLM spezielle Gepäckabfertigungsschalter zur Verfügung stehen. Das Reiseerlebnis solle dem an Bord von KLM-Flügen möglichst nahe kommen.

Schiphol entlasten

Der eine Flug pro Tag sei erst der Anfang, so KLM. Doch vorher gibt es noch Hürden zu überwinden. «Intermodaler Transport ist ein komplexer und herausfordernder Prozess», schreibt die niederländische Fluggesellschaft. Sowohl was die Geschwindigkeit des Reisens angehe, als auch die Transferzeiten an den Drehkreuzen. Man arbeite daran, in beiden Bereichen «maximalen Fortschritt» zu erreichen. Die meisten der Passagiere auf der Strecke Brüssel - Amsterdam sind Transferpassagiere, die dann auf die Langstrecke umsteigen.

Neben dem Beitrag zum Klimaschutz hat der Schritt auch für die Fluggesellschaft aber auch einen direkten Vorteil, wie Elbers in einer Mitteilung erklärt. In Amsterdam-Schiphol sind die Slots sehr beschränkt. Indem man den Zubringerverkehr auf die Schiene verlagert, kann man die wertvollen Zeitfenster für Starts und Landungen für lukrative interkontinentale Flüge verwenden. Die Airline plant darum, die Flüge zwischen Brüssel und Amsterdam nach und nach weiter zu reduzieren.

Kein neues Konzept

Neu ist das Konzept nicht. Lufthansa etwa bietet unter anderem auf der Strecke zwischen Frankfurt und Köln Zugverbindungen mit Lufthansa-Flugnummer an. In der Schweiz gibt es den Flugzug zwischen Zürich und Basel, eine Ausweitung auf die Strecke Zürich-Lugano ist angedacht.

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