Höhenleitwerk einer Boeing 737 Max von Lion Air (im Kreis): Gegenläufige Kräfte.

Nicht nur MCASBrachte dieser Effekt die 737 Max zum Absturz?

Suche nach Erklärungen: Kurz vor den Abstürzen der Boeing 737 Max von Ethiopian und Lion Air könnte den Piloten ein Faktor zum Verhängnis geworden sein, der bisher noch kaum Beachtung fand.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Die Untersuchung zum Absturz der Boeing 737 Max von Lion Air ist noch nicht beendet. Doch die gängige Erklärung lautet zurzeit so: Ein kaputter Anstellwinkelsensor lieferte falsche Daten und aktivierte das umstrittene MCAS-System der 737 Max, das eigentlich dazu dienen soll, einen möglichen Strömungsabriss zu verhindern. Das MCAS trimmte das Höhenleitwerk der Maschine so, dass dieses die Nase des Jets nach unten neigte. Anstatt das System abzuschalten, arbeiteten die Piloten dagegen. Sie trimmten das Leitwerk zurück, dann wurde das MCAS wieder aktiv - 21 Mal. Ein Flug wie ein Rodeo-Ritt.

Doch führte dies wirklich dazu, dass der Flieger schließlich in die Javasee stürzte? Und womöglich auch dazu, dass eine 737 Max von Ethiopian Airlines verunglückte? Der Absturz von ET302 weist nämlich Ähnlichkeiten mit dem von JT610 auf, wie die französische Behörde BEA nach Untersuchung des Flugdatenschreibers aus Afrika bestätigte. Bjorn Fehrm, Luftfahrtjournalist von Leeham News und ehemaliger Kampfjetpilot, vermutet, dass zum MCAS-Problem ein weiterer Faktor hinzu kam und erst diese Kombination zur Katastrophe führte.

737 Max flogen niedrig und schnell

«Ich weiß von Piloten, die im Simulator 737 geflogen sind, dass man mit dem kontrollieren Höhenruder die Nase oben halten kann, selbst gegen ein vollständig auf Nase-runter getrimmtes Höhenleitwerk», schreibt der Experte. Allerdings gilt es, bei den abgestürzten 737 Max etwas Besonderes zu beachten: Sie flogen niedrig und schnell. «Wenn ein Pilot eine Warnung vor einem Strömungsabriss bekommt, wie etwa einen Stick Shaker, ist seine Reaktion, die Nase zu senken und zu beschleunigen», erklärt der Experte. Ein Stick Shaker ist eine Vibration der Steuersäule.

Der umgebende Luftdruck ist in geringer Höhe größer als weiter oben. Weil das Flugzeug in dieser Umgebung auch noch ungewöhnlich schnell fliegt, ist mehr Kraft nötig, um das Höhenruder aufzurichten. Laut Fehrms Erklärung, bei der er sich auch auf einen Hinweis von Piloten beruft, sind die Aktuatoren des Höhenruders ab einer bestimmten Geschwindigkeit nicht mehr stark genug, um gegen die äußeren Kräfte anzukommen - sie können das Höhenruder nicht mehr aufstellen. Man spricht vom Blowback-Effekt.

Höhenruder reagierte womöglich nicht

Genau das haben die Piloten der Unglücksmaschinen laut Fehrms Theorie kurz vor dem finalen Absturz aber versucht: die Höhenruder aufzurichten, indem sie das Steuer zu sich zogen. Während dies unter anderen Umständen ausreichen sollte, um gegen das vom MCAS nach unten getrimmte gesamte Höhenleitwerk anzukommen, hilft dies nichts, wenn das Höhenruder nicht reagieren kann.

Der Grund dafür sind natürliche physikalische Phänomene. Allerdings fliegt ein Jet normalerweise nicht gleichzeitig so tief und so schnell mit einem ständigen Auf und Ab der Nase und überlasteten Piloten, wie es bei Lion Air und Ethiopian der Fall war.

Mehr zum Thema

Boeing 737 Max von Garuda: Die Airline will das Flugzeug nicht mehr.

Garuda annulliert Bestellung für Boeing 737 Max

Boeing 737 Max 8: Bei Lion Air und Ethiopian Airlines fehlten zwei Warnmelder.

Boeing 737 Max fehlten kostenpflichtige Sicherheitsfunktionen

Blick aus einer Boeing 737 von Lion Air: Dicke Luft zwischen dem Hersteller und der Airline.

Dritter Pilot rettete 737 Max am Tag vor Lion-Air-Absturz

ticker-usa

US Navy sucht neue Kampfdrohne für Flugzeugträger

Video

iberia sonnenfinsternis
Die Sonnenfinsternis hielten die Menschen an vielen Orten in Europa in Atem. Iberia beobachtete sie von einem Airbus A321 XLR aus - und hielt das im Video fest.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Unglücksort: Das Wrack der ATR 72 von Voepass.
Schon lange vor dem Absturz der ATR 72 mit 62 Toten waren bei Voepass Probleme mit Wartung und Enteisung bekannt. Dennoch wurde laut Erkenntnissen der brasilianischen Bundespolizei nicht konsequent gehandelt. Ihre Ermittlungen belasten die Fluggesellschaft - aber auch die Luftfahrtbehörde Anac.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
erste boeing 737 max tarom
Die rumänische Fluglinie steht kurz vor der Übernahme ihrer ersten Boeing 737 Max. Das Flugzeug von Tarom trägt schon seine Bemalung - und die zeigt neue Designelemente.
Timo Nowack
Timo Nowack