Höhenleitwerk einer Boeing 737 Max von Lion Air (im Kreis): Gegenläufige Kräfte.

Nicht nur MCASBrachte dieser Effekt die 737 Max zum Absturz?

Suche nach Erklärungen: Kurz vor den Abstürzen der Boeing 737 Max von Ethiopian und Lion Air könnte den Piloten ein Faktor zum Verhängnis geworden sein, der bisher noch kaum Beachtung fand.

Top-Jobs

IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Die Untersuchung zum Absturz der Boeing 737 Max von Lion Air ist noch nicht beendet. Doch die gängige Erklärung lautet zurzeit so: Ein kaputter Anstellwinkelsensor lieferte falsche Daten und aktivierte das umstrittene MCAS-System der 737 Max, das eigentlich dazu dienen soll, einen möglichen Strömungsabriss zu verhindern. Das MCAS trimmte das Höhenleitwerk der Maschine so, dass dieses die Nase des Jets nach unten neigte. Anstatt das System abzuschalten, arbeiteten die Piloten dagegen. Sie trimmten das Leitwerk zurück, dann wurde das MCAS wieder aktiv - 21 Mal. Ein Flug wie ein Rodeo-Ritt.

Doch führte dies wirklich dazu, dass der Flieger schließlich in die Javasee stürzte? Und womöglich auch dazu, dass eine 737 Max von Ethiopian Airlines verunglückte? Der Absturz von ET302 weist nämlich Ähnlichkeiten mit dem von JT610 auf, wie die französische Behörde BEA nach Untersuchung des Flugdatenschreibers aus Afrika bestätigte. Bjorn Fehrm, Luftfahrtjournalist von Leeham News und ehemaliger Kampfjetpilot, vermutet, dass zum MCAS-Problem ein weiterer Faktor hinzu kam und erst diese Kombination zur Katastrophe führte.

737 Max flogen niedrig und schnell

«Ich weiß von Piloten, die im Simulator 737 geflogen sind, dass man mit dem kontrollieren Höhenruder die Nase oben halten kann, selbst gegen ein vollständig auf Nase-runter getrimmtes Höhenleitwerk», schreibt der Experte. Allerdings gilt es, bei den abgestürzten 737 Max etwas Besonderes zu beachten: Sie flogen niedrig und schnell. «Wenn ein Pilot eine Warnung vor einem Strömungsabriss bekommt, wie etwa einen Stick Shaker, ist seine Reaktion, die Nase zu senken und zu beschleunigen», erklärt der Experte. Ein Stick Shaker ist eine Vibration der Steuersäule.

Der umgebende Luftdruck ist in geringer Höhe größer als weiter oben. Weil das Flugzeug in dieser Umgebung auch noch ungewöhnlich schnell fliegt, ist mehr Kraft nötig, um das Höhenruder aufzurichten. Laut Fehrms Erklärung, bei der er sich auch auf einen Hinweis von Piloten beruft, sind die Aktuatoren des Höhenruders ab einer bestimmten Geschwindigkeit nicht mehr stark genug, um gegen die äußeren Kräfte anzukommen - sie können das Höhenruder nicht mehr aufstellen. Man spricht vom Blowback-Effekt.

Höhenruder reagierte womöglich nicht

Genau das haben die Piloten der Unglücksmaschinen laut Fehrms Theorie kurz vor dem finalen Absturz aber versucht: die Höhenruder aufzurichten, indem sie das Steuer zu sich zogen. Während dies unter anderen Umständen ausreichen sollte, um gegen das vom MCAS nach unten getrimmte gesamte Höhenleitwerk anzukommen, hilft dies nichts, wenn das Höhenruder nicht reagieren kann.

Der Grund dafür sind natürliche physikalische Phänomene. Allerdings fliegt ein Jet normalerweise nicht gleichzeitig so tief und so schnell mit einem ständigen Auf und Ab der Nase und überlasteten Piloten, wie es bei Lion Air und Ethiopian der Fall war.

Mehr zum Thema

Boeing 737 Max von Garuda: Die Airline will das Flugzeug nicht mehr.

Garuda annulliert Bestellung für Boeing 737 Max

Boeing 737 Max 8: Bei Lion Air und Ethiopian Airlines fehlten zwei Warnmelder.

Boeing 737 Max fehlten kostenpflichtige Sicherheitsfunktionen

Blick aus einer Boeing 737 von Lion Air: Dicke Luft zwischen dem Hersteller und der Airline.

Dritter Pilot rettete 737 Max am Tag vor Lion-Air-Absturz

Tuifly-Flugzeuge am Flughafen Las Palmas: Die Airline soll künftig mehr sein als nur der Hotelzubringer.

Tui will mit ihren Fluggesellschaften mehr als nur Hotels füllen - sie sollen Gewinn machen

Video

wizz air airbus a321 neo madeira
Es kommt zwar immer wieder vor, dass Flugzeuge aufgrund starker Winde nicht direkt auf Madeira landen können. Die Passagiere eines Wizz-Air-Fluges aus Wien erlebten nun aber eine besondere Warteschleifen-Odyssee.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a321 lr etihad airways dus
Der Krieg im Nahen Osten sorgt für massive Einschränkungen im Luftverkehr. Auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich sitzen daher Flugzeuge von Golfairlines fest. Welche Jets von Emirates, Qatar Airways und Co. an welchen Flughäfen stehen.
Timo Nowack
Timo Nowack
Alarm für Einwohnerinnen und Einwohner: Flughafen Dubai International.
Nach iranischen Angriffen haben die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Luftraum teilweise geschlossen und den Flugverkehr gestoppt. Auch der Flughafen Dubai, an dem rund 20.00 Reisende festsitzen, wurde getroffen. Am Airport Abu Dhabi kam sogar ein Mensch ums Leben.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Timo Nowack
Timo Nowack