Höhenleitwerk mit Anzeige der verschiedenen Positionen: Unter gewissen Bedingungen wirken große Kräfte auf das Teil.

Wiederzulassung der 737 MaxBoeings neuste Sorge gilt der Körperkraft der Piloten

Sind alle Piloten kräftig genug, um das Höhenleitwerk der 737 Max in Extremsituationen zu bewegen? Diese Frage stellten sich Behörden und Boeing.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Inflight Service Personnel (M/F/D)

Feste Anstellung
Business Aviation
Goldeck-Flug GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Wien/LOWW/VIE
Pilatus Logo

Mechaniker & Spengler

Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Feste Anstellung
Weeze

Verkehrsleiter vom Dienst (w/m/x)

Flughafen Niederrhein GmbH
Weeze
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs

Bei den Arbeiten zur schnellen Aufhebung des weltweiten Flugverbots für die 737 Max sind Boeing und die Luftfahrtbehörden auf eine Hürde gestoßen: die Grenzen des menschlichen Körpers. Im Verlauf kam die Frage auf, ob wirklich alle Piloten kräftig genug sind, um in einer Notlage die erforderlichen Maßnahmen treffen zu können, wie die Zeitung Wall Street Journal schreibt. Denn in gewissen Fällen braucht es extrem viel Kraft, um das Höhenleitwerk zu bewegen.

Das umstrittene Maneuvering Characteristics Augmentation System MCAS der Boeing 737 Max soll eigentlich eine Strömunsabriss verhindern. Doch es kann bei falschen Inputs der Anstellwinkel-Sensoren das Höhenleitwerk auch automatisch verstellen, obwohl das gar nicht nötig wäre. Dadurch wird die Nase des Flugzeuges nach unten gedrückt. Die Piloten müssen zuerst das MCAS und automatische Trimmung ausschalten. Dann müssen sie am Trimmrad im Cockpit (im Bild unten, neben den Schubhebeln) manuell Gegensteuer geben. Bei hohen Geschwindigkeiten und hohem Luftdruck benötigt das enorm viel Kraft.

aeroTELEGRAPH

Zusätzliche Ausbildung nötig?

Genau das könnte auch bei den beiden Abstürzen der Boeing 737 Max von Ethiopian Airlines und Lion Air passiert sein, vermuteten schon vor einiger Zeit Experten. Darum führten Boeing und die Behörden ausführliche Untersuchungen zu den körperlichen Voraussetzungen durch - mit Ingenieursberechnungen, Simulatorflügen und Flugtests. Das habe die Wiederzulassung der Boeing 737 Max verzögert, so das Wall Street Journal.

Die Folge sei, dass man gewisse Annahmen im Rahmen des Prüfprozesses nochmals überdenken musste. Änderungen am Design der Flieger sind gemäß dem Bericht, der sich auf Kenner der Verhältnisse stützt, nicht nötig. Die Behörden und Boeing ziehen aber offenbar Anpassungen bei betrieblichen Abläufen, Ausbildung und Handbüchern in Betracht, um dem Problem Herr zu werden. Diese würden zum Korrekturpaket gehören, welches Voraussetzung zur Wiederzulassung der Boeing 737 Max ist.

Mehr zum Thema

Höhenleitwerk einer Boeing 737 Max von Lion Air (im Kreis): Gegenläufige Kräfte.

Brachte dieser Effekt die 737 Max zum Absturz?

Boeing 737 Max von Lion Air: Ungeschulte Piloten hatten schlechte Karten.

40 Sekunden, um die Katastrophe zu verhindern

Boeing 737 Max 8 im Flug: Viele Passagiere sind zurzeit skeptisch.

Was Passagiere über die Boeing 737 Max wissen müssen

boeing produktion (3)

Boeing triumphiert bei den Bestellungen, Airbus bei den Auslieferungen

Video

airbus a330 antarktis
Im vergangenen Dezember landete erstmals ein Airbus A330 in der Antarktis. Jetzt gibt es reichlich Einblicke ins Cockpit während dieses Fluges.
Timo Nowack
Timo Nowack
Das Wrack der Beechcraft 1900 von Satena: Liegt in schwierigem Gelände.
Im Nordosten Kolumbiens ist eine Beechcraft 1900 auf dem Weg nach Ocaña abgestürzt. Alle 15 Menschen an Bord des Flugzeuges der Staatsairline Satena kamen ums Leben.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
An einem Airbus A321 Neo: GTF-Triebwerk von Pratt & Whitney.
Der Chef des weltgrößten Leasingunternehmens hat Ratschläge für Fluggesellschaften mit Triebwerken der neuesten Generation. Aengus Kelly warnt vor Problemen und Herausforderungen sowohl bei Kurz- als auch Langstreckenflugzeugen.
Timo Nowack
Timo Nowack