Boeing 737 Max von Lion Air: Ungeschulte Piloten hatten schlechte Karten.

Simulatortests mit Boeing 737 Max40 Sekunden, um die Katastrophe zu verhindern

In Simulatortests wird derzeit ein Softwareupgrade für die Boeing 737 Max geprüft. Dabei zeigt sich, wie dramatisch sich eine Fehlfunktion auswirken kann.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Was genau lief schief mit dem MCAS-System, das als zentrale Ursache für den Absturz der Boeing 737 Max von Lion Air im vergangenen Oktober vermutet wird? Und wie kann man ein weiteres Unglück verhindern? Der Frage gehen der Flugzeughersteller und Ermittler derzeit mit Hochdruck nach. Das System soll eigentlich einen Strömungsabriss verhindern. Wird es aber mit falschen Daten gefüttert, kann es passieren, dass es sich grundlos einschaltet, ungeschulte Piloten verwirrt und vor Probleme stellt.

Um das zu verhindern, wird Boeing schon bald ein Software-Update anbieten. Und um das zu testen, fanden laut der Zeitung New York Times Simulatortests statt. In denen zeigte sich deutlich, wie katastrophal die Lage sein kann, in die eine MCAS-Fehlfunktion die Piloten bringen kann. Wie verschiedene mit der Sache vertraute Quellen dem Blatt berichteten, hatten Piloten mit der bisherigen Software weniger als 40 Sekunden Zeit, um einen Absturz zu verhindern.

Überraschend heftige Reaktion

Dieses kurze Zeitfenster verlängert sich, wenn die Piloten korrekt reagieren. Zunächst müssen sie mit ihrem Daumen einen Schalter betätigen, der die durch MCAS ausgelöste Bewegung der Flugzeugnase nach unten stoppt. Dann braucht es zwei weitere Schalter, die den Motor zur Trimmung des Höhenleitwerks abstellen. Schlussendlich müssen sie noch manuell korrigieren, was durch die Fehlfunktion schief gelaufen ist.

Die Piloten in den Simulatorflügen berichten laut der New York Times, dass ihnen erst in den Tests bewusst wurde, wie heftig das System reagiert. Sie waren zwar in der Lage, den Flieger unter Kontrolle zu bekommen. Das lag aber daran, dass sie mit dem MCAS-System und der möglichen Fehlfunktion vertraut waren. Boeing wurde im Nachgang des Absturzes heftig dafür kritisiert, dass Flugzeugführer nicht genügend informiert worden waren. Denn: Routine ist wichtig. Die Lion-Air-Piloten hatten den ersten Schalter zwar betätigt, doch das System schaltete sich immer wieder aufs Neue ein, weil es weiterhin mit fehlerhaften Daten gefüttert wurde.

Training angepasst

Inzwischen wurde das Training der Piloten auf der Boeing 737 Max entsprechend angepasst. In den Software-Updates von Boeing ist unter anderem enthalten, dass sich das System nur einmal anschalten kann. Außerdem braucht es Daten von zwei Quellen statt wie bisher einem Sensor, bevor es sich einschaltet.

In den Simulatortests mit der neuen Software schaltete sich das MCAS-System laut New York Times zwar ein, doch es reagierte weniger heftig und gab den Piloten mehr Zeit, die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

Mehr zum Thema

Boeing 737 Max von American Airlines: Auf zwei Jets muss die Fluglinie zurzeit warten.

American Airlines bei 737 Max nicht informiert

Boeing 737 Max 8: Bei Lion Air und Ethiopian Airlines fehlten zwei Warnmelder.

Boeing 737 Max fehlten kostenpflichtige Sicherheitsfunktionen

Boeing 737 Max: Unterschiede zur herkömmlichen 737.

Hat Boeing 737-Max-Piloten ungenügend informiert?

ticker-boeing-1

Boeing steigt aus Wettbewerb um neuen Jet-Trainer der US Navy aus

Video

Cessna 182 nach der Landung: Der Propeller fehlt.
Nachdem er einen ungewöhnlichen Geruch bemerkt hatte, brach ein Fluglehrer den Flug mit einer Cessna 172 ab. Im Landeanflug spitzte sich die Lage dann dramatisch zu.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die Alternativroute für Project Sunrise: Sie führt am Nordpol vorbei.
Wenn die australische Fluggesellschaft ab 2027 nonstop zwischen Sydney und London fliegt, führt ein Teil der Flüge über eine der entlegensten Regionen der Erde. Die nördliche Alternativroute über die Polarregion bringt Qantas mehr Flexibilität und den Passagieren außergewöhnliche Ausblicke.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
INNA und Wizz Air: Das Video zu Wizz Away wurde am Flughafen Bukarest gedreht.
Wizz Air bringt mit dem Popstar Inna einen Song heraus. Wizz Away soll zum Sommerhit werden. Die Kombination Fluggesellschaft und Musik ist nicht neu. Ein Überblick von Fantasiesprache über Kerosin im Blut bis zu Mr. Trololo.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies