Cockpit einer Boeing 787: Der Hersteller streitet jede Gefährdung ab.

Sicherheitslücke?Boeing wehrt sich gegen Hacker-Kritik an 787

Ein Experte für Cybersicherheit will Schwächen in der Software der Boeing 787 ausgemacht haben. Boeing streitet ab, das kritische Systeme gefährdet sein könnten.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Als hätte Boeing mit der gegroundeten 737 Max und der Kritik an der 787-Produktion nicht schon genug zu tun. Nun muss sich der Flugzeugbauer auch noch gegen die Kritik eines Experten für Cybersicherheit wehren. Ruben Santamarta von der Sicherheitsfirma IO Active wies diese Woche bei einer Konferenz in den USA auf Schwachstellen im Informatiksystem der Boeing 787 hin.

Grundlage dafür sind Programmiercodes, die Santamarta laut eigenen Angaben im Herbst 2018 durch eine einfache Suche im Internet gefunden hatte - auf offenbar nicht gesicherten und öffentlich zugänglichen Servern des Flugzeugbauers. Der Experte fand Fehler in den Codes und zeigte auf, wie Hacker diese ausnutzen könnten. Santamarta erklärte, dass es in der 787 im Wesentlichen drei Netzwerke gebe.

FAA zufrieden mit Boeing

Ein erstes Netzwerk hat mit nicht sensiblen Dingen wie dem Unterhaltungssystem des Fliegers zu tun. Ein zweites mit etwas sensibleren Daten, etwa für die Crew. Und ein drittes, mit hochsensiblen Daten, das direkt mit der Avionik zusammenhänge. Er habe die Fehler im zweiten Netzwerk gefunden und warnt davor, dass ein Angreifer sich womöglich über das erste Netzwerk Zugang zum zweiten verschaffen könnte und von dort aus durch die Fehler zum dritten und damit zur Avionik gelangen.*

Der Computerfachmann stellte aber auch klar, dass er nicht sagen könnte, ob solch ein Angriff tatsächlich möglich sei. Denn er habe weder auf eine echte Boeing 787 zugreifen können noch Kenntnisse über weitere Sicherheitssysteme des Fliegers gehabt. Boeing nannte die Ausführungen gemäß dem Fachmagazins Wired verantwortungslos. Der Flugzeughersteller erklärte, man sei der Kritik nachgegangen und es bestehe keine Gefahr für wesentliche oder kritische Systeme der 787.

Professor dennoch kritisch

IO Active habe nur einen Teil des Netzwerkes des Dreamliners gesehen und kenne andere Schutzmaßnahmen und Limitierungen nicht. Man habe das Ganze sogar mit einer echten 787 getestet, so ein Boeing-Sprecher gegenüber dem Magazin. Zudem habe man die Luftfahrtbehörde FAA und das Ministerium für Innere Sicherheit der USA informiert. Die Federal Aviation Authority erklärte, man sei zufrieden mit Boeings Umgang mit der Angelegenheit. Auch das für Programmierung mitverantwortliche Unternehmen Honeywell teilte mit, kritische Systeme des Flugzeugs könnten nicht betroffen sein.

Gegenüber Wired sagte IT-Professor Stefan Savage von der University of California in San Diego, es sei dennoch bedenklich, dass es die gefundenen Schwachstellen gebe. Zudem sei es keine gute Argumentation, zu sagen, eine Schwachstelle sei unproblematisch, da sie aufgrund anderer Schutzmaßnahmen nicht ausgenutzt werden könnte. Jede Software habe ihre Fehler, aber in diesem Bereich bei einem Flugzeug sollten sie nicht auftreten, so Savage.

Unfertiger Code?

Abseits der offiziellen Stellungnahmen sprach das IT-Fachportal The Register mit namentlich nicht genannten Informatik-Experten von Boeing. Diese erklärten, bei den von Santamarta gefundenen Programmiercodes habe es sich um unfertige Software aus der Forschungs- und Entwicklungsabteilung gehandelt. Einer der Fachleute sagte, die gefundenen Fehler seien behoben worden und selbst wenn dies nicht geschehen wäre, sei es nicht möglich, darüber auf die Avionik-Systeme des Fliegers zuzugreifen.

* Santamartas Ausführungen sind komplex. Wer über das Fachwissen verfügt, um sie im Detail nachzuvollziehen, kann sich hier Präsentation (PDF) und White Paper (PDF) des Experten anschauen.

Mehr zum Thema

Programmier-Code (Symbolbild): Boeing setzt auch auf Subunternehmen.

Sparte Boeing bei Softwareentwicklern?

Airbus: Das Unternehmen untersucht den Zwischenfall.

Hacker griffen Airbus an

Boeing 757 in der Luft: Eine Risiko?

Hacker dringen in Boeing 757 ein

ticker-boeing-1

Boeing liefert im August 51 Flugzeuge aus

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack