Programmier-Code (Symbolbild): Boeing setzt auch auf Subunternehmen.

737 Max und andere ModelleSparte Boeing bei Softwareentwicklern?

Debatte um Boeings Softwareentwicklung: Hat der Flugzeugbauer zu viel Arbeit an indische Firmen und Studenten ausgelagert?

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Wie ihre Flieger gebaut werden, darüber geben die beiden weltgrößten Flugzeughersteller Boeing und Airbus immer wieder gerne Auskunft. Deutlich zurückhaltender sind sie mit Informationen über ihre Softwareabteilungen - besonders, wenn es um mögliche Schwachstellen geht. So sagte etwa Boeings Entwicklungschef Mike Sinnet vor zwei Jahren auf die Frage, wie viele Leute für Boeing im Bereich Cyber-Security arbeiteten: «Solche Informationen geben wir nicht heraus.»

Mit dem umstrittenen Flugsteuerungsprogramm MCAS der Boeing 737 Max geriet das Thema Software weiter in den Fokus. Boeing bemüht sich um die Zertifizierung eines Updates. Doch inzwischen sind neue Probleme aufgetaucht. Zudem sorgt ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg für Debatten um das Outsourcing der Softwareentwicklung beim Hersteller.

Geringe Bezahlung?

Die Software der Boeing 737 Max sei in einer Zeit entstanden, in der Boeing erfahrene Programmierer entlassen und bei Partnerfirmen versucht habe, die Preise zu drücken, so der Bericht. Der Flugzeugbauer habe über Subunternehmer Softwareentwickler eingesetzt, die teilweise nur 9 Dollar pro Stunde verdient hätten. «Oft aus Ländern, denen ein tiefgehender Hintergrund in der Luftfahrt fehlt - insbesondere aus Indien», schreibt Bloomberg.

So sagte der ehemalige Boeing-Softwareentwickler Mark Rabin,  in Büros bei Seattle hätten junge Hochschulabsolventen im Dienste des indischen Softwareriesen HCL Technologies für den Flugzeugbauer gearbeitet. Das sei deutlich weniger effizient gewesen, als wenn Boeing eigene Programmierer die Arbeit gemacht hätten, so Rabin. Auch eine weitere indische Firma namens Cyient sei für den US-Konzern tätig, so Bloomberg.

Inder wehren sich

Boeing erklärte, man habe beim MCAS nicht auf HCL und Cyient gesetzt, ebenso wenig bei der Warnanzeige im Cockpit der 737 Max, das bei vielen Betreibern nicht funktionierte. Zudem verwies der Flugzeugbauer auf jahrzehntelange Erfahrung mit Partnerfirmen in aller Welt. HCL teilte mit, man habe eine starke und lange bestehende Partnerschaft mit Boeing, stehe allerdings nicht in Verbindung mit aktuellen Problemen der 737 Max.

Cyient erklärte gemäß der indischen Zeitung Economic Times, man lege bei seinen Mitarbeitenden großen Wert auf Fach- und Branchenkenntnisse. Man habe alleine in den USA rund 1000 Programmierer eingestellt, von denen die meisten über langjährige Erfahrung mit führenden Flugzeugherstellern oder Systemanbietern verfügen würden. Eine Vertreterin der indischen Industrielobby Nasscom kritisierte den Bericht von Bloomberg. Indische Technologie sei der beliebteste Prügelknabe, wenn etwas schief gehe.

Mehr zum Thema

Dreamliner von Air Canada: Ein Jet wurde mit falschen Papieren übergeben.

Boeing-Mitarbeiter fälschten Dokumente für Dreamliner

Cockpit einer 737 Max: Bald mehr Redundanzen.

Neue Probleme bei der Boeing 737 Max entdeckt

737 Max von Tuifly stehen auf Mitarbeiterparkplatz

737 Max von Tuifly stehen auf Mitarbeiterparkplatz

Boeing 737 Max 8 im Hintergrund, Max 10 im Vordergrund: In der Bestellung ist es anders herum.

Boeing hat riesige 737-Max-Bestellung von Turkish Airlines jetzt sicher

Video

Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
aeroTELEGRAPH-Herausgeber Stefan Eiselin zum Unglück von Flug SR1111: «»
Rauch im Cockpit, ausfallende Instrumente und schließlich ein nicht mehr kontrollierbares Flugzeug: Der Absturz von Flug SR111 von Swissair kostete 229 Menschen das Leben. Die Erkenntnisse aus der Katastrophe führten später zu neuen Sicherheitsregeln – und wirken bis heute nach.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier