Boeing 787-10 von KLM: Nur offiziell zeigt sich die Airline sehr zufrieden.

Neue Kritik an Dreamliner-ProduktionLoser Sitz, fehlende Bolzen, nicht festgezogene Muttern

Die Produktion der Boeing 787 gerät erneut in die Kritik. Rückmeldungen von Airlines an Boeing enthalten teils massive Vorwürfe.

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Boeings Endmontage der 787 steht nicht zum ersten Mal in der Kritik. Bereits im April übten Angestellte scharfe Kritik an der Sicherheitskultur im Dreamliner-Werk in North Charleston im Bundesstaat South Carolina. Abfälle in der Nähe wichtiger Verkabelungen waren nur ein Beispiel. Die Produktionsstätte steht auch unter strengerer Beobachtung der US-Luftfahrtbehörde FAA.

Nun gibt es erneut Vorwürfe und Kritik an der 787-Produktion. Zum einen berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel, dass Boeing bei Teilen wie Mittelrumpf oder Tragflächen von Zulieferern offenbar teilweise auf eine Qualitätskontrolle verzichtet habe. Mit entsprechenden Sicherheitsbedenken soll sich ein Mitarbeiter des Konzerns auch an die europäische Luftfahrtbehörde Easa gewendet haben - «offensichtlich aus Misstrauen gegenüber der amerikanischen US-Luftfahrtbehörde FAA», schreibt das Magazin.

«Weit unter akzeptablen Standards»

Zum anderen berichtet die lokale Zeitung The Post and Courier aus Charleston, dass sich auch einige Fluggesellschaften nicht zufrieden zeigen mit ihren 787. Demnach konnte das Blatt mehr als ein Dutzend schriftliche Feedbacks der 787-Betreiber einsehen, um die Boeing seine Kunden nach der Auslieferung bittet. Dabei gab es teilweise heftige Kritik.

Demnach kritisierte KLM nach der verspäteten Jubiläumsauslieferung einer 787-10 im Juni aus North Charleston die Qualität als «weit unter den akzeptablen Standards». Die Niederländer bemängeln demnach unter anderem einen losen Sitz, fehlende oder lockere Bolzen, nicht festgezogene Muttern, eine nicht korrekt angebrachte Klammer an einer Kraftstoffleitung und mehrere fehlende Teile. Man sei besorgt mit Blick auf die nächsten Auslieferungen, auch in Bezug auf die Pünktlichkeit, so KLM. Viele der Boeing-Mitarbeiter würden jetzt schon überarbeitet erscheinen, so die Fluglinie weiter.

Zerkratztes Cockpitfenster

Etihad kritisierte, dass drei Dreamliner zu spät geliefert worden seien. Es seien weitere Arbeiten nötig gewesen, nachdem die Flugzeuge die Produktion schon verlassen hätten. Zudem habe Boeing dies nur unzureichend kommuniziert, so die Golfairline.

Singapore Airlines, Erstkundin der Boeing 787-10, hält fest, dass mehrere Mängel eine Auslieferung im April verzögert hätten. Bei dem Flugzeug hätten mehrere Teile gefehlt und ein Cockpitfenster sei zerkratzt gewesen. Im Vergleich zu früheren guten Erfahrungen sei diese Lieferung alles andere als reibungslos verlaufen.

Auch Lob von manchen Kunden

Andere Airlines gaben Boeing aber auch gute Bewertungen, so etwa United Airlines, Hainan Airlines und China Eastern. United lobte «exzellente Qualität und Kundenzufriedenheit» bei drei 787-10-Lieferungen im Februar und März. Allerdings übt auch die US-Fluggesellschaft ein wenig Kritik. So habe der Hersteller 20 Produktionsprobleme nicht dokumentiert und man habe zwei eingebeulte Paneele gefunden.

Boeing erklärte auf Nachfrage der The Post and Courier, man halte hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards ein und das Feedback der Airlines sei wertvoll, um sich weiter zu verbessern. Die Kunden hätten großes Vertrauen in die 787 Dreamliner.

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