Das Inserat von Austrian Airlines: Ethik-Kodex «nicht ausreichend sensibel umgesetzt».

KlimaschutzAustrian Airlines kassiert Rüffel wegen Werbung

Die österreichische Nationalairline wies mit einer Aktion auf die Verwendung von nachhaltigem Kerosin hin. Gegen die Werbung von Austrian Airlines legte ein Niederländer Beschwerde ein - und bekam jetzt recht.

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Soziale Medien sind dazu da, Bilder und Botschaften in die Welt zu tragen. Das weiß auch Annette Mann. Und so ist die Chefin von Austrian Airlines auch beim Karrierenetzwerk Linkedin aktiv. Dort veröffentlichte sie am 22. Juli einen Beitrag zu einer Aktion, welche die Fluggesellschaft zusammen mit der Fondazione La Biennale di Venezia, dem Flughafen Wien und dem Aeroporto di Venezia durchführte.

Jeder Fluggast, der sich dazu entschließt, seinen Flug nach Venedig durch den Kauf von 100 Prozent nachhaltigem Kerosin (im Jargon Sustainable Aviation Fuel oder kurz SAF genannt) zu kompensieren, erhält nicht nur ein Ticket für die Wiener Flughafenschnellbahn CAT geschenkt. Er oder sie bekommt auch freien Eintritt zur weltbekannten Ausstellung zeitgenössischer Kunst. «Umweltbewusste und kunstaffine Reisende können diesen Herbst die Biennale Arte 2022 bequem und nachhaltig genießen», hieß es dazu in einer Mitteilung von Austrian Airlines.

Werberat sieht Fehler bei Umsetzung durch AUA

Den Post von AUA-Chefin Mann und auch Anzeigen mit der gleichen Aussage bekam auch der Lehrer und Luftfahrtkritiker Eric Stam zu Gesicht. Er reichte umgehend Beschwerde beim Österreichischen Werberat ein. Der Inhalt sei «aus mehreren Gründen irreführend. Für eine Durchschnittsverbraucherin oder einen Durchschnittsverbraucher ohne große Vorkenntnisse impliziert die Hauptaussage, dass klimaneutrales Fliegen bereits heute möglich ist», schreibt er in seinem Antrag.

Der Begriff Sustainable Aviation Fuel sei nicht klar definiert und zudem an sich irreführend. Zudem verwende Austrian Airlines keinen Treibstoff mit einem 100-prozentigen Nettoeinsparpotenzial, sondern solchen mit einem Einsparpotenzial von über 80 Prozent, so der Beschwerdeführer. Der Werberat gab Stam nun recht. Die meisten Mitglieder des Gremiums sehen den Ethik-Kodex der Werbewirtschaft «nicht ausreichend sensibel umgesetzt». Er fordert Austrian Airlines auf, «in Zukunft bei der Gestaltung von Werbemaßnahmen sensibler vorzugehen».

Auch KLM verlor schon gegen denselben Beschwerdeführer

Austrian Airlines sieht es freilich anders. Man suggeriere keineswegs, dass der Kauf von nachhaltigem Kerosin alle durch die Luftfahrt verursachten Klimaprobleme unmittelbar beseitigen würde, so eine Sprecherin der Lufthansa-Tochter. «Wir sind uns der Verantwortung, welche die Luftfahrt für den menschengemachten Klimawandel und seine Eindämmung trägt, durchaus bewusst und weisen unsere Kunden mit Werbemaßnahmen wie der beschwerdegegenständlichen letztlich auch aktiv auf diese Herausforderung hin.»

Auch KLM verlor kürzlich eine ähnliche Beschwerde wegen irreführender Werbung in Zusammenhang mit dem Klimaschutz. Dahinter steckte ebenfalls Stam, der nun auch die Beschwerde gegen AUA eingereicht hat.

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