Letzte Aktualisierung: um 11:04 Uhr

Nachfrage nach Frachtfliegern

Amazon und Co. kaufen die Wüsten leer

Viele Passagierfluggesellschaften parken ihre Jets in der Wüste - und Frachtairlines schlagen zu.

Andy Blackledge/Flickr/CC-BY-SA 2.0 (bearbeitet)

Pinal Air Park in der Mojavewüste: Wühltisch für Frachtairlines.

Eigentlich waren sie lange als Flugzeugfriedhöfe bekannt. Kam ein Jet in die Wüste von Arizona oder nach Teruel in Spanien, war meistens klar: Der Flieger wird nicht mehr gebraucht. Doch in der Corona-Krise änderte sich die Rolle der Orte. Viele Fluggesellschaften schickten ihre Flieger an die warmen Orte, um sie dort einzulagern, während die Nachfrage durch Corona ausblieb.

Gestiegen ist hingegen die Nachfrage nach Frachtkapazitäten. Und wie Scott Butler von Ascent Aviation Services dem Portal Business Insider verrät, suchen Frachtanbieter wie Amazons Prime Air in den Flugzeugfriedhöfen nach Passagierjets, die sie für ihre Zwecke umbauen lassen können. Zunächst seien die Fluggesellschaften noch zögerlich gewesen, ihre Jets zu verkaufen. Doch als die Pandemie immer länger andauerte, brauchten viele Airlines Geld – und der lässt sich durch den Verkauf von Flugzeugen verdienen.

Wartezeiten beim Umbau

Zwischen 40 und 50 Jets seien vom Wüstenparkplatz weg gekauft worden, seit die Pandemie die Passagierfliegerei lahmgelegt hat, berichtet Butler. Am beliebtesten seien dabei die Boeing 737-800 und die 767-300 ER.

Auch Unternehmen, die auf den Umbau von Passagier- auf Frachtflieger spezialisiert sind, berichten, dass die Nachfrage nach ihren Dienstleistungen hoch sei. Die Firma Israel Aerospace Industries berichtete schon im Februar, sie sei bis 2022 ausgebucht. Kürzlich gab sie bekannt, deshalb ein neues Werk in Italien zu eröffnen, in dem Boeing 737 zu Frachtern umgebaut werden.



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