Hoher Kerosinpreis und hohe Schulden belasten
Doch die Investition entwickelte sich nicht wie erhofft- im Gegenteil, sie wurde zur Belastung Denn Volotea geriet in finanzielle Schieflage. Das laufende Geschäft lief 2025 noch gut. Bei einem Umsatz von 818 Millionen Euro flog die Fluggesellschaft einen operativen Gewinn von 47,4 Millionen Euro ein. Und das Management dachte, 2026 das beste Jahr aller Zeiten. Doch es kam anders. Der Iran-Krieg ließ den Kerosinpreis explodieren. Und so rechnet es für 2026 mit einem betrieblichen Verlust von mehr als 30 Millionen Euro.
Das ist ein Problem. Denn Volotea ist finanztechnisch überschuldet. Die Airline braucht deshalb frisches Kapital. Die Aktionäre müssen 15 Millionen Euro zusätzliches Kapital einbringen. 9,5 Millionen davon trägt Großaktionärin Aegean Airlines bei. Doch damit nicht genug. Sie müssen auch Darlehen in Eigenkapital umwandeln. Denn Volotea plagen auch Schulden von mehr als 800 Millionen Euro. Das führte dazu, dass jeweils trotz operativem Gewinn, unter dem Strich ein Verlust resultierte. Deshalb haben die Anteilseigner nun einem weitreichenden Sanierungsplan zugestimmt, wie die Zeitung Crónica Global berichtet.
Volotea gibt drei Basen auf
Aegean Airlines ist gemäß dem Bericht dabei führend. Dabei wird eine neue Struktur mit einer Holding geschaffen, die künftig die Kontrolle über Volotea ausübt. Im Zuge der Sanierung werden Schulden aus Darlehen in der Höhe 90 Millionen Euro in Eigenkapital umgewandelt. 56 Prozent davon hatte die griechische Fluggesellschaft geliehen, jeweils etwas mehr als zwölf Prozent steuerten der Fonds PAR Capital und der Investor David Siegel bei. Durch die Transaktionen wird Aegean Airlines Mehrheitseignerin von Volotea.
Auch operativ gibt es Einschnitte. Die angespannte wirtschaftliche Lage hat die Schließung von drei Basen zur Folge: Neapel und Palermo sollen zumindest temporär über den Winter geschlossen werden, Brest definitiv. Darüber hinaus reduziert die Fluglinie die Kapazität an den wichtigen Basen Lyon und Bordeaux um 50 Prozent. An jedem der beiden Standorte soll künftig nur noch ein Flugzeug stationiert sein, wie Crónica Global schreibt. Betroffen sind mehr als 300 Beschäftigte.
Gegründet von ehemaligen Gründern von Vueling
Volotea wurde sie 2011 von Carlos Muñoz und Lázaro Ros gegründet, die zuvor bereits Vueling ins Leben gerufen hatten. Die Billigfluggesellschaft hat sich auf Direktverbindungen zwischen kleineren und mittelgroßen Städten in Europa spezialisiert. Die Flotte umfasst 41 Airbus A319 und A320. Besonders stark vertreten ist sie in Frankreich, Italien und Spanien.Jetzt hier klicken und abonnieren.
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