Airbus A321 Neo von Aegean Airlines: Die Airline erwartet 19 Airbus-Flugzeuge in den kommenden Jahren.

ExpansionAegean Airlines will in den nächsten drei Jahren um 19 Flugzeuge wachsen

Neue Flugzeuge, höhere Frequenzen und die Erschließung neuer Märkte: Aegean Airlines setzt auf Expansion. Ab 2027 fliegt die griechische Fluggesellschaft nach Indien und baut ihr interkontinentales Streckennetz weiter aus.

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Vor fast 40 Jahren, im Jahr 1987, gründeten die Brüder Antonis und Nikos Simigdalas die Airline Aegean Aviation. Das Unternehmen startete mit Charterflügen und setzte Businessjets ein. Damals war noch nicht abzusehen, dass aus dieser kleinen Airline knapp 40 Jahre später die größte Fluggesellschaft Griechenlands werden würde.

Aegean Airlines hat heute 85 Flugzeuge in der Flotte, mit denen sie im vergangenen Jahr 164 Ziele in 47 Ländern bedient hat. Der wichtigste Markt außerhalb Griechenlands ist Deutschland, bestätigt Detlev Geiser, Deutschlandchef von Aegean Airlines, im Gespräch mit aeroTELEGRAPH «Deutschland ist sowohl bei den Flugkapazitäten als auch beim Sitzplatzangebot unser bedeutendster Markt.»

Aegean weiter auf Wachstumspfad

Die Griechen bieten Flüge von neun deutschen Flughäfen an, wobei einige dieser Strecken nur saisonal angeboten werden. Das wichtigste Reiseziel ist Athen, gefolgt von Thessaloniki, Heraklion und Kalamata. Unser Fokus liegt auf dem Tourismus. Aber auch der VFR-Verkehr – also Passagiere, die Freunde und Familie in Griechenland besuchen – nimmt zu. Zudem gewinnen Geschäftsreisende immer mehr an Bedeutung, wie Geiser verrät.

Aegean rechnet für dieses Jahr mit einem Wachstum von etwa vier Prozent. «Das liegt vor allem an unseren erweiterten Kapazitäten», sagt der Deutschlandchef. Die Airline setzt größere Flugzeuge ein, mehr Airbus A321 weniger A320. Zudem wurden die Flugfrequenzen erhöht. Ein konkretes Beispiel: Die Verbindung von Düsseldorf nach Thessaloniki wurde von sieben auf zehn Flüge pro Woche ausgebaut.

19 zusätzliche Flugzeuge in drei Jahren

Möglich wird das durch den Ausbau der Flotte. «Bis Ende des Jahres nehmen wir sieben weitere Flugzeuge in unsere Flotte auf, gefolgt von fünf weiteren im Jahr 2027 und neun in den darauffolgenden Jahren», erklärt Geiser. Insgesamt wird Aegean damit 19 zusätzliche Flugzeuge in den kommenden Jahren bekommen. Aegean setzt nur auf Flugzeuge der A320-Familie.

Neben dem Ausbau der bestehenden Verbindungen will Aegean mit der vergrößerten Flotte auch neue Märkte erschließen. Neben einem verstärkten Engagement in Osteuropa und dem Balkan plant die Airline auch weiter in den Niederlanden und Italien zu wachsen. Italien ist nach Deutschland der zweitwichtigste Auslandsmarkt für Aegean Airlines.

Indien-Expansion startet 2027

Auf Platz 1 der Expansionsliste steht aber Indien. Aegean sieht hier ein riesiges Potenzial. «Indien hat eine wachsende Mittelschicht, die über höhere finanzielle Mittel verfügt. Selbst ein kleiner Prozentsatz dieser Bevölkerung bedeutet ein riesiges Potenzial für uns», so Detlev Geiser. So schnell wird die Fluglinie allerdings nicht Richtung Indien abheben.

Die Indien-Expansion kann erst starten, wenn die Airline den ersten der vier bestellten Airbus A321LR erhält. Laut Angaben des Deutschlandchefs soll dies im ersten Halbjahr 2027 der Fall sein. Delhi wird das erste Ziel sein, Mumbai könnte das zweite werden. Später könnten auch die Malediven oder Sri Lanka oder Lagos in Nigeria auf die Destinationsliste rücken.

Direkt von Athen nach Baghdad

Doch neben Indien verfolgt die Airline mit dem Flottenwachstum einen größeren Plan: Athen als Drehkreuz zwischen Westeuropa und dem Nahen Osten etablieren. Die Griechen sind die erste europäische Airline, die nach Baghdad fliegt, ein Ziel, das seit 25 bis 28 Jahren von keiner anderen europäischen Fluggesellschaft angeflogen.

Auf größere Flugzeuge wie den Airbus A330 oder vergleichbare Modelle wird die griechische Airline für ihre Expansion verzichten. «Der Airbus A321 LR ist für uns ein bedeutender Schritt in puncto Größe und Reichweite, daher haben wir keine konkreten Pläne für noch größere Modelle», so der Deutschlandchef. Kürzlich wurde bekannt, dass die Airline die beiden bestellten Airbus A321 XLR storniert und sich stattdessen für zwei weitere LR-Versionen entschieden hat. Grund sind die Lieferverzögerungen bei Airbus.

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