Airbus A320 Neo wird bei Tarmac Aerosave zerlegt: Das Unternehmen erweitert seine Zerlegungskapazitäten.

RecyclingWarum wenige Jahre alte Airbus und Boeing-Flugzeuge schon verschrottet werden

Eigentlich könnten sie noch Jahrzehnte fliegen. Trotzdem werden derzeit auffällig viele junge Airbus A220, A320 Neo und Boeing 737 Max zerlegt. Warum?

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Luftfahrt

Es sind Meldungen, die Luftfahrtfans das Herz bluten lassen. 2025 wurden zwei knapp sechs Jahre alte A321 Neo in Spanien zerlegt, im gleichen Jahr traf es einen vier Jahre alten A320 Neo von Spirit Airlines in Phoenix und eine unbestimmte Anzahl von Gofirst-A320-Neos. In diesem Jahr folgten zwei weitere sechsjährige A320 Neo. Und die Liste geht weiter. Was alle eint: Die Flugzeuge sind jung und könnten noch Jahrzehnte fliegen.

Jetzt trifft es auch drei Airbus A220. Am 2. September wurde bekannt, dass die Investmentfirma Turning Rock Partners gemeinsam mit dem Ersatzteilhändler Aer Fin drei Airbus A220 gekauft hat, um sie mittelfristig zu zerlegen. Einzig die Triebwerke bleiben erhalten und werden verleast, während die Rümpfe zerlegt und die gewonnenen Teile als gebrauchtes Ersatzmaterial verkauft werden. Welche drei Exemplare konkret betroffen sind, ist bislang nicht bekannt.

Weitere Airbus A320 Neo und Boeing 737 Max werden zerlegt

Und damit ist es immer noch nicht zu Ende. Tarmac Aerosave legte am 11. September nach und teilte per Pressemitteilung mit, dass mehr als zehn Flugzeuge in den kommenden Monaten verschrottet werden, darunter ebenfalls A320 Neo sowie Boeing 737 Max. Tarmac macht das aber nicht allein, sondern in Kooperation mit dem britischen Ersatzteilhändler Aer Fin. Die Arbeitsteilung ist klar: Tarmac zerlegt die Flugzeuge, Aer Fin verkauft sie.

Tarmac Aerosave wurde 2007 gegründet und gehört Airbus, Safran sowie dem Entsorgungskonzern Suez. Hauptsitz des Unternehmens ist im französischen Tarbes, weitere Standorte gibt es im spanischen Teruel sowie in Toulouse-Francazal. Tarmac gilt mit insgesamt rund 300 Abstellplätzen an allen drei Standorten als größter Anbieter für Flugzeuglagerung und -zerlegung in Europa.

Firma rüstet massiv auf

Mittlerweile hat das Unternehmen rund 450 Flugzeuge sowie 255 Triebwerke zerlegt. Und Tarmac baut aus und organisiert sich dafür neu, mit eigenen Teams für Kabine, Fahrwerk und Ersatzteillisten. Auch die Demontagekapazitäten werden weiter ausgebaut, wie das Unternehmen dem französischen Wirtschaftsmedium Le Journal des Entreprises mitteilte: Bis 2026 sollen konzernweit 14 Millionen Euro investiert werden, allein 6,5 Millionen davon für den Standort Tarbes. Ziel ist es, die Demontagekapazität innerhalb von fünf Jahren zu verdoppeln.

Denn das Geschäft lohnt sich. Auf den ersten Blick wirkt es absurd, ein junges Flugzeug zu verschrotten. Doch genau darin liegt der wirtschaftliche Reiz. Ein modernes Triebwerk ist enorm gefragt und lässt sich langfristig verleasen, oft über viele Jahre hinweg an verschiedene Airlines. Der Rumpf selbst liefert zusätzlich Hunderte einzelner Bauteile, die als Ersatzteile am Markt verkauft werden. Bei einem einzigen A320 Neo kommen so schnell rund 1400 gefragte Teile zusammen.

Warum sich das Geschäft lohnt

Addiert man den Wert der Triebwerke und aller Einzelteile, ist die Summe oft höher, als das Flugzeug im Betrieb über die gleiche Zeit einbringen würde. Genau deshalb werden jetzt Flugzeuge verschrottet, die teilweise jünger als zehn Jahre sind.

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