Flugzeug von Condor: Für FTI-Kunden nur noch Rückflüge.

Zubringer-AbkommenStreit zwischen Condor und Lufthansa geht auf EU-Ebene

Lufthansa will die Zubringer-Kooperation mit Condor beenden, der Ferienflieger möchte genau das nicht. Es wird verhandelt und prozessiert - und nun gibt es einen EU-Aspekt.

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Es gibt Gespräche, aber weiterhin keine Einigung. Und die Uhr tickt. Das ist die sehr kurze Zusammenfassung zum Stand des Streites zwischen Condor und Lufthansa über Zubringerflüge für Condor. Denn wenn bis zum 27. Oktober keine Einigung gefunden ist, dürfte Lufthansa - Stand jetzt - das Abkommen aufkündigen, durch das Condor zu guten Konditionen Fluggäste in Lufthansa-Flügen nach Frankfurt platzieren kann.

Dieses Abkommen heißt Special Pro-Rate Agreement, kurz SPA, und ist abseits der Gespräch auch Gegenstand eines Kartellamtsentscheidung und einer Gerichtsprozesses. Das Kartellamt entschied zunächst zugunsten von Condor, das Oberlandesgericht Düsseldorf zog das aber in Zweifel und sorgte in einem vorläufigen Verfahren für einen Etappensieg für Lufthansa. Das Hauptverfahren steht allerdings noch aus.

Condor dementiert Beschwerde

Wie sich nun zeigt, hat der Streit zwischen den deutschen Fluggesellschaften aber eine weitere Dimension - eine europäische. Zunächst berichtete das Touristik-Fachmagazin FVW am Montag (14. Oktober): «Condor soll sich Insidern zufolge vielmehr an die EU-Wettbewerbskommission gewandt haben, um ihre Interessen kurzfristig durchzusetzen und Lufthansa dazu zu bewegen, Condor weiter- hin Sonderkonditionen zu gewähren.»

Condor erklärt dazu allerdings auf Anfrage schriftlich: «Condor hat keine Beschwerde gegen Lufthansa bei der EU-Kommission eingelegt», so eine Airline-Sprecherin. «Laufende Verfahren kommentieren wir grundsätzlich nicht.» Weiter ins Detail gehen will sie nicht.

Indirekter Hinweis auf EU-Verfahren

Besonders der zweite Satz des Statements lässt aber Raum für Überlegungen. Denn dass ein Unternehmen grundsätzlich keine laufenden Verfahren kommentiert, liest man zwar häufig in Stellungnahmen. Aber: Es impliziert auch, dass es überhaupt ein Verfahren gibt.

Spinnt man diesen Gedanken im aktuellen Fall weiter, würde das bedeuten: Es gibt womöglich ein EU-Verfahren, in dem Condor und Lufthansa eine Rolle spielen - das Condor laut eigenen Angaben aber nicht durch eine Beschwerde ausgelöst hat. Anders herum betrachtet, gibt es für Lufthansa keinen ersichtlichen Grund, die Kommission anzurufen. Von Lufthansa lag bis zum Erscheinen dieses Artikels noch keine Stellungnahme vor.

Lufthansa hat noch mit ITA-Einstieg zu tun

Ein europäisches Wettbewerbsverfahren, in dem Lufthansa sich befindet, ist das zum Einstieg bei ITA Airways. Die grundsätzliche Freigabe der EU-Kommission dafür kam zwar bereits im Juli. Aber Lufthansa muss bis zum 4. November Wettbewerb für die Umsetzung ihrer Italien-Pläne nachweisen. Condor spielt bei all dem bisher allerdings keine Rolle.

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