Jets von Condor und der Lufthansa-Tochter Discover in Frankfurt: Ferienflug-Konkurrenz.

Flüge nach FrankfurtKurz vor entscheidendem Datum: Lufthansa und Condor immer noch nicht einig über Zubringer

Deutschlands größte Airline und der Ferienflieger verhandeln über ihre Zusammenarbeit, die Condor Zubringerdienste sichert. Doch weiterhin gibt es kein Ergebnis - und viel Zeit ist nicht mehr.

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Special Pro-Rate Agreement, abgekürzt SPA - der Begriff ist so sperrig wie der Streit, der darum entbrannt ist. Beim SPA handelt es sich um eine Vereinbarung zwischen Lufthansa und Condor. Einfach gesagt, ermöglicht sie Condor, ihre Fluggäste zu guten Konditionen auf Lufthansa-Flügen Richtung Frankfurt zu platzieren und diese somit als Zubringer für die eigenen Langstrecken ab Frankfurt zu nutzen. Doch 2020 kündigte Lufthansa das SPA.

Doch Condor ging dagegen vor, zunächst mit Erfolg. Denn das Kartellamt untersagte Lufthansa aus kartellrechtlichen Gründen die Beendigung der Kooperation. Doch damit fand sich wiederum Lufthansa nicht ab, die Condor als Konkurrentin besonders für den eigenen Ferienflieger Discover sieht. Sie schaltete das Oberlandesgericht Düsseldorf ein, das im Mai 2024 einen Beschluss in einem vorläufigen Verfahren erließ.

SPA nur noch bis zum 27. Oktober

Er fiel zu Lufthansas Gunsten aus. Das Gericht schrieb, dass es «ernstliche Rechtmäßigkeitszweifel» gegen die Kartellamtsentscheidung gebe. Daher werde diese «wahrscheinlich» auch im Hauptsacheverfahren «keinen Bestand haben». Das Oberlandesgericht gab daher dem Antrag von Lufthansa statt, die Entscheidung des Kartellamtes auszusetzen, bis das gerichtliche Hauptsacheverfahren abgeschlossen ist.

In der Folge berichtete zunächst die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf Branchenkreise, Lufthansa liebäugele damit, mit der Düsseldorfer Entscheidung im Rücken das SPA im Oktober zu beenden. Lufthansa bestätigte anschließend, dass die Kooperation tatsächlich nur noch bis zum Ende des Sommerflugplans am 27. Oktober 2024 läuft.

Gespräche wieder aufgenommen

Allerdings deutete sich kurz danach an, dass es womöglich eine andere Lösung gegeben könnte. Denn im Februar hatte Peter Gerber auf dem Chefsessel von Condor Platz genommen, der zuvor selber viele Jahre für die Lufthansa-Gruppe gearbeitet hatte. Im Juli sagte der neue Condor-Chef in einem Mediengespräch: «Der Rechtsstreit kann noch drei bis fünf Jahre dauern. Besser wäre deshalb für beide eine außergerichtliche Einigung.»

Und tatsächlich starteten Verhandlungen. «Zwischenzeitlich haben Condor und Lufthansa wieder Gespräche aufgenommen, um eine außergerichtliche Einigung zu erzielen», erklärte eine Condor-Sprecherin damals. Und auch Lufthansa bestätigte die Gespräch.

Bislang kein Ergebnis

Doch bis jetzt, nur etwas mehr als zwei Wochen vor dem 27. Oktober, gibt es immer noch keine Lösung, wie die Süddeutsche Zeitung am 10. Oktober berichtet. Ihr gegenüber bestätigte Lufthansa zwar weiterhin Gespräche, erklärte aber, diese hätten bislang nicht zu einem Ergebnis geführt. Condor bestätigt ebenfalls Gespräche, nennt aber keine Details.

Gibt es bis zum 27. Oktober weiterhin keine Einigung, würden Lufthansa und Condor laut Süddeutscher Zeitung nur noch per Interlining zusammenarbeiten. Das würde wesentlich schlechtere Konditionen für Condor bedeuten als beim Special Pro-Rate Agreement.

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