Jubiläumsflieger von Lufthansa: Das Personal ist nicht in Feierlaune.

Streik Mittwoch und DonnerstagKabinenpersonal von Lufthansa streikt erneut - und fährt dem Management in Jubiläums-Parade

Ausgerechnet zum großen Jubiläum bekommt Lufthansa Group neuen Ärger: Während der Konzern am 15. April mit hohen Gästen seine 100-jährige Geschichte feiert, streikt die Kabinengewerkschaft – inklusive Protest direkt am Ort der Feierlichkeiten.

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Eigentlich sollte es am 15. April um Lufthansa und ihre 100-jährige Geschichte gehen. Der Festakt, zu dem auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz erwartet wird, soll dabei nicht nur die Höhepunkte beleuchten, sondern auch die Vergangenheit aufarbeiten. Kein Teil des Programms war allerdings das, was nun die Gewerkschaft der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter ankündigt.

Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation Ufo ruft die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Lufthansa sowie von Lufthansa Cityline zu einem zweitägigen Ausstand am 15. und 16. April auf. Bestreikt werden bei Lufthansa sämtliche Abflüge ab Frankfurt und München, bei Lufthansa Cityline zusätzlich zahlreiche weitere deutsche Flughäfen.

Kundgebung bei Lufthansa neben Feier zum 100. Jubiläum

Für den 15. April ist zudem eine Kundgebung am Flughafen Frankfurt geplant – im direkten Umfeld der Jubiläumsfeier. Während sich Konzernspitze und Politik auf der Bühne präsentieren, will die Gewerkschaft auf die Situation der Beschäftigten aufmerksam machen. Und es dürfte sich auch die Anreise vieler Gäste zur Feier erschweren.

Lufthansa reagiert gereizt

Die Reaktion des Konzerns fällt scharf aus. Personalvorstand Michael Niggemann erklärt, der erneute Streikaufruf zeige «auf bedrückende Weise», dass der Gewerkschaft das Schicksal der Fluggäste und die Zukunft von Lufthansa «völlig gleichgültig» seien. Die ohnehin schon «besten Einsatzbedingungen» für Flugbegleiter sollten mit dem Arbeitskampf «ohne ernsthafte Verhandlung noch einmal deutlich angehoben werden».

Hintergrund ist eine seit Monaten festgefahrene Tarifauseinandersetzung. Verhandelt wird über einen neuen Manteltarifvertrag für das Kabinenpersonal. Die Gewerkschaft wirft dem Management vor, kein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen und Verbesserungen grundsätzlich abzulehnen. Lufthansa hält dagegen und betont, man habe «konkret und transparent Vorschläge» unterbreitet und sei jederzeit gesprächsbereit.

Lufthansa Cityline fühlt sich im Stich gelassen

Heikel ist die Situation bei Lufthansa Cityline. Denn dort geht es tatsächlich um Zukunftsperspektiven. Die Regionaltochter soll noch dieses Jahr eingestellt werden, während für viele der rund 800 Kabinenbeschäftigten unklar ist, wie es weitergeht. Aus Sicht der Gewerkschaft fehlt es an verbindlichen Zusagen zur Absicherung.

Für Lufthansa wird das Jubiläum damit zur heiklen Momentaufnahme. Statt ungetrübter Feier droht ein erneuter Balanceakt zwischen Festakt und Arbeitskampf. Insofern passend, dass auch das Streikrecht und die Folgen einen Teil der Unternehmensgeschichte ausmachen.

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