«Singapore Girl»: So nennt die Airline die Flugbegleiterinnen. Mutterschaft passte da offenbar lange nicht dazu.

Neue RegelnSingapore entlässt frisch gebackene Mütter jetzt nicht mehr

Wer ein Kind bekam, war raus. Das galt bei Singapore Airlines noch bis vor Kurzem für Flugbegleiterinnen. Jetzt kommt die Airline jungen Müttern entgegen.

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Wenn ein Baby auf die Welt kommt, ist das in vielen Fällen ein Grund zur Freude. Für Frauen, die als Flugbegleiterinnen bei Singapore Airlines arbeiten, war damit allerdings im schlimmsten Fall noch bis vor Kurzem ein bisschen Existenzangst verbunden. Denn kam das Kind auf die Welt, waren die Frauen ihren Job los.

Schon ab dem Moment, in dem die Schwangerschaft bekannt gegeben wurde, versetzte die Airline sie schon in unbezahlten Urlaub. «Damals war ich die Alleinverdienerin der Familie, da mein Ex-Mann noch studierte. Wir brauchten das Geld, also habe ich die Schwangerschaft so lange wie möglich verheimlicht, um weiterarbeiten zu können», erinnert sich eine ehemalige Singapore-Angestellte gegenüber der Zeitung Straits Times.

Schwangerschaft geheimgehalten

Als sie während ihres ersten Trimesters von ihren Vorgesetzten vorgeladen wurde, weil sie «nicht in Form» war, trug sie ein weites Kleid, um die Anzeichen der Schwangerschaft zu verbergen. In den folgenden drei Monaten flog sie weiter, bis im sechsten Monat allen klar wurde, dass sie schwanger war - und sie ihren Job verlor.

So wie ihr ging es vielen anderen Kolleginnen. Zwar konnte man sich noch einmal neu für einen Job bewerben - doch sobald wieder ein Kind unterwegs war, entließ die Airline die Flugbegleiterinnen wieder. Wie die Straits Times berichtet, hat sich das jetzt geändert.

16 Wochen Mutterschutz

Zwar gilt ab dem Zeitpunkt, indem die Schwangerschaft bekannt wird, immer noch unbezahlter Urlaub. Doch die Mitarbeiterinnen können sich für andere Jobs am Boden bewerben. Wie die Fluggesellschaft der Zeitung sagt, konnten diejenigen, die sich beworben haben, bisher ohne Probleme eine Stelle am Boden finden.

Nach der Geburt können die Flugbegleiterinnen dann bis zu 16 Wochen Mutterschutz in Anspruch nehmen, bevor sie wieder in den Dienst eingeteilt werden. Sollte der Vertrag während der Schwangerschaft auslaufen, bietet die Airline zudem eine einjährige Verlängerung an.

Noch Grauzonen

Die Frauenrechtsorganisation Aware kritisiert, dass es noch Grauzonen gebe. «Gibt es noch andere Regeln, explizit oder implizit, die es Müttern nach der Geburt verbieten, für die Airline zu fliegen, etwa Anforderungen an den Körperbau?», so Aware-Chefin Corinna Lim. «Das Abnehmen des Babygewichts braucht Zeit, normalerweise sechs bis 12 Monate.»

Andere Frauenrechtlerinnen fordern die Möglichkeit, bei der Rückkehr in den Job das eigene Timing einzuhalten - also möglicherweise noch etwas länger am Boden zu arbeiten.

Erst seit 2015 Frauen im Cockpit erwünscht

Mutterschutz und Alternativjobs am Boden - das bieten viele andere Fluggesellschaften werdenden und jungen Müttern schon lange an. Es ist nicht das erste Mal, dass Singapore in einem solchen Thema etwas später dran ist. So rekrutierte die Airline etwa 2015 erstmals Frauen für Positionen im Cockpit. Zuvor hatten nur Männer dort gearbeitet.

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