Airbus A320 von Senegal Airlines: In Guinea festgehalten.

Senegal: Kleinkrieg mit Minister

Ein Minister des Nachbarlandes Guinea kam zu spät zum Flug und wurde abgewiesen. Er ließ das nicht auf sich sitzen.

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Das Gate war bereits seit zwanzig Minuten geschlossen, als Elhadj Ousmane Bah am Schalter ankam. Dort traf der Transportminister aus dem Nachbarland Guinea auf einen Praktikant. Der checkte den hohen Gast auf den Flug auf Senegal Airlines ein. Danach rief er den Piloten im Flugzeug an. Doch der sagte, es sei zu spät, die Türen seine bereits seit einiger Zeit geschlossen und man sei bereit zu starten, berichtet die lokale Zeitung Le Populaire. Der Flugkapitän rollte los und steuerte auf die Startbahn zu. Er hatte die Rechnung ohne den Politiker gemacht. Kurz vor dem Start forderte der Kontrollturm den Piloten auf, zum Standplatz zurückzukehren, um den Gast aufzunehmen.

Offenbar hatte der Minister den Behörden von Senegal gedroht, die Maschine am guineischen Zielort Conakry nicht landen zu lassen, falls sie ohne ihn abfliege. Doch das reichte ihm gemäß Le Populaire nicht. Einmal in seiner Heimat angekommen, rief er den Piloten von Senegal Airlines in die VIP-Lounge des Flughafens. Dort sollte sich dieser entschuldigen. Doch der Kapitän lehnte das ab. Und so zündete der Politiker die nächste Stufe des Konflikts. Er ließ die Maschine von Senegal Airlines zweieinhalb Stunden am Boden festhalten, obwohl sie bereits startklar war.

Immer wieder Ärger

Solche Scharmützel zwischen Senegal und dem Nachbarland sind keine Seltenheit. Im Oktober hatte Guinea einen Airbus A320 für einige Zeit beschlagnahmt, weil man so Schulden der bankrotten Air Senegal International eintreiben wollte. Senegal argumentierte, dass diese Fluggesellschaft nichts mit Senegal Airlines gemeinsam habe. Erst nach einer Intervention von höchster Stelle wurde der kleine Flugzeugkrieg beendet.

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