Ryanair hat im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn nach Steuern von 2,15 Milliarden Euro gemacht - das sind 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. «Grund dafür waren die Verdopplung des Preises für nicht abgesichertes Kerosin und um 4 Prozent gesunkene Ticketpreise, obwohl das Passagieraufkommen um 4 Prozent auf 125,8 Millionen Reisende zunahm», schreibt der irische Billigflieger am Montagmorgen (2. November)
Noch bis März 2027 sind 80 Prozent des Kerosinbedarfs von Ryanair zu rund 67 US-Dollar je Barrel abgesichert. Daher seien bis dahin «die Gewinne dieses Jahres gut gegen die derzeitige Volatilität der Ölpreise geschützt», schreibt das Unternehmen.
«Anstieg unserer Treibstoffkosten um zwei Milliarden Dollar»
Problematischer wird die Lage danach, wie aus dem Ausblick aufs kommende Geschäftsjahr hervorgeht, das bei Ryanair vom 1. April 2027 bis zum 31. März 2028 dauert. «Sollte es nicht zu einer raschen Lösung des Konflikts im Nahen Osten kommen, erwarten wir, dass die Kerosinpreise bis weit in das Jahr 2027 hinein erhöht bleiben», heißt es. «Da günstige Treibstoffabsicherungen vor dem Sommerflugplan 2027 auslaufen, müssen alle europäischen Fluggesellschaften im kommenden Jahr mit deutlich höheren Treibstoffkosten rechnen.»
Man gehe davon aus, dass die Preise im europäischen Kurzstreckenverkehr erheblich steigen werden, so der Billigflieger. Gleichzeitig dürften Kapazitätsreduzierungen bei Wettbewerbern die Preise erhöhen. «Dennoch wird dies voraussichtlich nicht ausreichen, um einen geschätzten Anstieg unserer Treibstoffkosten um rund zwei Milliarden US-Dollar vollständig auszugleichen», so Ryanair. Diese Schätzung basiere auf den aktuellen Terminmarktpreisen. Umgerechnet in Euro entspricht das derzeit knapp 1,8 Milliarden Euro.
Mit diesen vier Maßnahmen will Ryanair sparen
Um gegenzusteuern, überprüfe man sämtliche Kosten, so der Unternehmen. Ryanair nennt dabei vier Schwerpunkte:
- Verhandlungen über Flughafengebühren, wenn ab Frühjahr 2027 die Boeing 737 Max 10 ausgeliefert werden. Ryanair hat 150 der Jets fest bestellt und hält Optionen für 150 weitere
- Prüfung von auslaufenden Tarifvereinbarungen - dabei könnte es laut der irischen Fluggesellschaft erforderlich sein, Löhne vorübergehend einzufrieren
- Prüfung von niedrigeren Besatzungsquoten (im Englischen Crew Ratio). Ryanair nennt an dieser Stelle keine Details. Gemeint sein dürfte aber die Anzahl von Crews, die pro Flugzeug eingeteilt sind.*
- Verstärkter Einsatz von künstlicher Intelligenz, um die Produktivität im operativen Betrieb und in Verwaltungs- und Unterstützungsfunktionen zu steigern
*Korrektur: Zuerst stand an dieser Stelle, gemeint sei in der Kabine das Verhältnis zwischen Sitzen im Flugzeug und Crewmitgliedern. Das dürfte an dieser Stelle aber nicht gemeint sein, da Ryanair als Billigfluglinie in dieser Hinsicht eh schon möglichst kleine Crews einsetzt.
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