Lufthansa-Flug LH648 drehte aufgrund des Konflikts um Bergkarabach an der rumänischen Küste um.

Auch AnnullierungenLufthansa muss wegen Bergkarabach-Konflikt Flugzeuge umdrehen lassen

Der Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien ist erneut ausgebrochen. Das hat Auswirkungen auf den internationalen Luftverkehr. Airlines aus Europa mussten diverse Flüge umdrehen lassen oder annullieren.

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Aserbaidschan und Armenien kämpfen seit mehr als drei Jahrzehnten um Bergkarabach. Das Gebiet im Kaukasus gehört offiziell zu Aserbaidschan, ist aber mehrheitlich von Menschen mit armenischen Wurzeln bewohnt. 1991 erklärte sich Bergkarabach für unabhängig, allerdings wird dies weder von den Vereinten Nationen noch dem Europarat anerkannt.

Nun ist der Kampf um die Vormachtstellung neu entbrannt. Aserbaidschan hat am Dienstag (19. September) einen Großangriff auf Bergkarabach gestartet. Ziel ist, die Autonomie der Region zu beenden und die vollständige Kontrolle über das Gebiet zu erreichen. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium spricht von einem «Antiterroreinsatz».

Fluggesellschaften holen Flugzeuge zurück

Bergkarabach meldet 27 Tote durch die aserbaidschanische Offensive. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt und aus 16 Orten seien insgesamt etwa 7000 Bewohner in Sicherheit gebracht worden. Inzwischen wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Ob er hält, ist allerdings noch unsicher.

Der Konflikt hat auch Auswirkungen auf den internationalen Luftverkehr. Internationale Fluggesellschaften, die über die Region Richtung Asien fliegen, haben ihre Flugzeuge gestern vorsorglich umdrehen lassen. KLM hat Flug KL 863 von Amsterdam nach Tokio zurückbeordert. Weitere Abflüge wurden um 24 Stunden verschoben.

Lufthansa-Flüge drehen um oder werden gestrichen

Lufthansa hat zwei Flüge auf gestoppt. Flug LH716 von Frankfurt nach Tokio-Haneda drehte über Budapest um und landete nach rund dreieinhalb Stunden und fünf Schleifen über dem Bayerischen Wald wieder in Frankfurt. Auch Flug LH648 von Frankfurt nach Almaty kehrte an der rumänischen Schwarzmeerküste um und erreichte den Frankfurter Flughafen nach mehr als viereinhalb Stunden.

Fünf weitere Flüge nach Asien von Frankfurt nach Seoul, Peking sowie Shanghai wurden ersatzlos gestrichen. Erst in der vergangenen Woche gab es Probleme auf dem Flug Frankfurt-Seoul. Vorsorglich annulliert wurden auch die Flüge von München nach Seoul und Shanghai. Eine Lufthansa-Sprecherin bestätigte auf Anfrage von aeroTELEGRAPH die Streichungen und Umleitungen einzelner Flüge.

Ausweichrouten verfügbar

«Aufgrund der aktuellen Lage meidet die Lufthansa Group bis auf Weiteres den Luftraum im Grenzgebiet zwischen Armenien und Aserbaidschans», so die Sprecherin weiter. Gleichzeitig rechnet man bei der Fluggesellschaft damit, dass sich der Flugbetrieb ab dem heutigen Mittwoch (20. September) wieder normalisieren werde, «da Ausweichrouten geplant werden konnten und dafür notwendige Verkehrsrechte mittlerweile vorliegen».

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