Der Konzern verkauft es als positive Nachricht. Man könne dank der Kürzungen «die Anzahl unwirtschaftlicher Kurzstreckenflüge im Streckennetz» verringern. Und darüber hinaus werde man rund 40.000 Tonnen Kerosin weniger verbrauchen, so Lufthansa Group in einer Mitteilung. Bei Reisenden dürfte jedoch ein anderer Aspekt der Nachricht ankommen: Im laufenden Flugplan bis Oktober werden 20.000 Kurzstreckenflüge gestrichen.
Auslöser der Maßnahme ist die abrupte Einstellung von Lufthansa Cityline durch das Management der Gruppe. Zwar übernehmen andere Fluggesellschaften von Lufthansa Group diverse Flüge. Aber für alle reicht es nicht. Und so fallen die Verbindungen von Frankfurt nach Bydgoszcz, Rzeszow und Stavanger vorübergehend ganz aus dem Netz.
13 Ziele ab Frankfurt fallen aus dem Lufthansa-Flugplan
Weitere zehn Ziele sind ab Frankfurt beziehungsweise München nicht mehr nonstop erreichbar: Cork, Danzig, Ljubljana, Heringsdorf, Rijeka, Sibiu, Trondheim, Tivat und Wroclaw - aber auch die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart. Diese Ziele würden «innerhalb der Gruppe über andere Drehkreuze konsolidiert», heißt es. Oder anders gesagt: Reisende aus Frankfurt müssen nun an einem der Knotenpunkte der Gruppe umsteigen, also in Brüssel, Frankfurt, München, Wien, Rom oder Zürich.
«Passagiere haben dadurch weiterhin Zugang zum weltweiten Streckennetz, insbesondere den Langstreckenverbindungen. Aufgrund des gestiegenen Kerosinpreises erfolgt dies jedoch deutlich effizienter als bisher», so Lufthansa Group. Man beschleunige damit auch einen «weiteren wichtigen strategischen Schritt der Konsolidierung der Europanetze innerhalb der eigenen Netzwerkairlines, also von Austrian Airlines, Brussels Airlines, ITA Airways, Lufthansa und Swiss.
Kapazität sinkt wenig, Frequenzen aber deutlich mehr
Vorerst fallen 120 täglichen Flüge weg. Die betroffenen Fluggäste seien bereits informiert worden, so Lufthansa Group. Weitere werden folgen. «Die mittelfristige Streckenplanung für die kommenden Monate wird vor dem Hintergrund der Kapazitätsabsenkung überarbeitet und Ende April oder Anfang Mai veröffentlicht», so Lufthansa Group.
Lufthansa Cityline flog als Zubringerairline mit 27 Bombardier CRJ 900 sowie zwölf Airbus A319 für Lufthansa. Am 16. April gab der Konzern bekannt, sie einzustellen - umgehend. Als Ursachen wurden die aktuellen Entwicklungen in der Welt sowie die fortgesetzten Streiks genannt.
2027 wäre sowieso eine Konsolidierung im Netz angestanden
Die Kapazitätsverringerung betrage in angebotenen Sitzkilometern weniger als ein Prozent, hält Lufthansa Group fest. Gerechnet auf die Anzahl Flüge ergibt sich jedoch eine Reduktion von mehr als fünf Prozent. Mit der ursprünglich für 2027 geplanten Einstellung wäre aber so oder so eine Konsolidierung im Netz vorgenommen worden.
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