Ab NürnbergLufthansa Express Bus fährt quasi leer nach München

Stell dir vor, es ist Bus, und keiner geht hin: Lufthansa hat den Flug Nürnberg - München mit dem Bus ersetzt. Doch die Fluggäste steigen lieber an anderen Drehkreuzen um.

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Es war die kürzeste Strecke im ganzen Netz. Rund 40 Minuten dauerte der 140 Kilometer lange Flug zwischen Nürnberg und München laut Flugplan. Doch im Juni entschied Lufthansa, die in der Corona-Krise aufgegebene Verbindung nicht mehr aufzunehmen.

Seither können Reisende aus Mittelfranken mit dem Lufthansa Express Bus zum Flughafen München fahren. 2:15 Stunden dauert die Fahrt mit dem «First-Class-Reisebus», wie die Fluggesellschaft das Angebot beschreibt, das auf Umsteigeverbindungen ab München ausgerichtet ist.

Air France-KLM mit großem Angebot in Nürnberg

Doch was auf dem Papier gut klingt, funktioniert in der Praxis nicht. «Unsere Busse zwischen Nürnberg und München sind quasi leer», so Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Rande der Jahresversammlung des Airline-Dachverbandes Iata in Boston. Der Grund dafür liegt darin, dass der Flug zwischen Nürnberg und München fast ausschließlich von Umsteigepassagieren genutzt wurde.

Und die nehmen nicht erst den Bus, um im München auf einen Langstreckenflug zu wechseln. «Wir haben eine Verlagerung zu unseren Drehkreuzen Frankfurt und Zürich festgestellt», so ein Lufthansa-Sprecher. Denn Geschäftskunden, welche die Mehrheit auf der Strecke Nürnberg - München ausmachen, reisen nicht mit dem Bus an, wo sie ihren Koffer selber schleppen müssen.

Umsteigen muss attraktiv sein

Nicht immer aber gelingt es, die Passagiere in der Gruppe zu halten. Konkurrentin Air France-KLM fliegt zwei Mal pro Tag von Nürnberg nach Paris und drei Mal nach Amsterdam, von wo aus es zahlreiche Umsteigeverbindungen gibt. «Auch da haben wir Reisende verloren», so der Sprecher.

Aus Sicht von Lufthansa zeigt das Beispiel Nürnberg - München, dass ein pauschales Verbot von Inlandsflügen nicht die besten Resultate bringt. Vielmehr klappe es dort, wo das alternative Angebot attraktiv sei. «Nur wenn die Bahn konkurrenzfähig ist, können Kurzstreckenflüge reduziert oder eingestellt werden», so die Airline.

Umsteigen muss attraktiv sein

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL hat sich zum Ziel gesetzt, mittelfristig gut 20 Prozent der Reisenden zum Umsteigen vom Flug auf den Zug zu bewegen - oder 4,3 Millionen Fluggäste jährlich. Klappen soll das,  indem die Schnittstellen und das Angebot verbessert werden.

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