Ab NürnbergLufthansa Express Bus fährt quasi leer nach München

Stell dir vor, es ist Bus, und keiner geht hin: Lufthansa hat den Flug Nürnberg - München mit dem Bus ersetzt. Doch die Fluggäste steigen lieber an anderen Drehkreuzen um.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation

Es war die kürzeste Strecke im ganzen Netz. Rund 40 Minuten dauerte der 140 Kilometer lange Flug zwischen Nürnberg und München laut Flugplan. Doch im Juni entschied Lufthansa, die in der Corona-Krise aufgegebene Verbindung nicht mehr aufzunehmen.

Seither können Reisende aus Mittelfranken mit dem Lufthansa Express Bus zum Flughafen München fahren. 2:15 Stunden dauert die Fahrt mit dem «First-Class-Reisebus», wie die Fluggesellschaft das Angebot beschreibt, das auf Umsteigeverbindungen ab München ausgerichtet ist.

Air France-KLM mit großem Angebot in Nürnberg

Doch was auf dem Papier gut klingt, funktioniert in der Praxis nicht. «Unsere Busse zwischen Nürnberg und München sind quasi leer», so Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Rande der Jahresversammlung des Airline-Dachverbandes Iata in Boston. Der Grund dafür liegt darin, dass der Flug zwischen Nürnberg und München fast ausschließlich von Umsteigepassagieren genutzt wurde.

Und die nehmen nicht erst den Bus, um im München auf einen Langstreckenflug zu wechseln. «Wir haben eine Verlagerung zu unseren Drehkreuzen Frankfurt und Zürich festgestellt», so ein Lufthansa-Sprecher. Denn Geschäftskunden, welche die Mehrheit auf der Strecke Nürnberg - München ausmachen, reisen nicht mit dem Bus an, wo sie ihren Koffer selber schleppen müssen.

Umsteigen muss attraktiv sein

Nicht immer aber gelingt es, die Passagiere in der Gruppe zu halten. Konkurrentin Air France-KLM fliegt zwei Mal pro Tag von Nürnberg nach Paris und drei Mal nach Amsterdam, von wo aus es zahlreiche Umsteigeverbindungen gibt. «Auch da haben wir Reisende verloren», so der Sprecher.

Aus Sicht von Lufthansa zeigt das Beispiel Nürnberg - München, dass ein pauschales Verbot von Inlandsflügen nicht die besten Resultate bringt. Vielmehr klappe es dort, wo das alternative Angebot attraktiv sei. «Nur wenn die Bahn konkurrenzfähig ist, können Kurzstreckenflüge reduziert oder eingestellt werden», so die Airline.

Umsteigen muss attraktiv sein

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL hat sich zum Ziel gesetzt, mittelfristig gut 20 Prozent der Reisenden zum Umsteigen vom Flug auf den Zug zu bewegen - oder 4,3 Millionen Fluggäste jährlich. Klappen soll das,  indem die Schnittstellen und das Angebot verbessert werden.

Mehr zum Thema

Flugzeuge von Lufthansa in München: Keine Flüge mehr nach Nürnberg.

Aus für die kürzeste Strecke von Lufthansa

Aus Flug wird Zug: BDL und DB sehen Millionen-Potenzial.

4,3 Millionen Passagiere sollen auf die Bahn umsteigen

Sitz in der Business Class eines Airbus A320 von Lufthansa: Wer ganz vorne sitzen will, muss künftig extra zahlen.

Wer bei Lufthansa, Austrian, Swiss und Co. ganz vorne sitzen will, muss künftig extra zahlen

Der erste Airbus A350-1000 von Lufthansa: Soll ab Ende Oktober im regulären Einsatz stehen.

Lufthansas erster Airbus A350-1000: Konfiguration, geplanter Starttermin und erste mögliche Ziele

Video

Boeing AH-64 Apache - in 19 Armeen rund um den Erdball unterwegs
Militärfluggeräte kommen und gehen. Der Apache bleibt. Der Kampfhubschrauber flog vor mehr als 50 Jahren zum ersten Mal und wird wohl noch bis 2060 im Dienst der US Army und weiterer Armeen bleiben. Dies liegt nicht nur an seiner Panzerung und seiner Wendigkeit.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
leav damakus syrien wassersalut
Mit Leav fliegt wieder eine deutsche Fluglinie nach Syrien und baut ihr Angebot direkt aus. Sundair soll bald folgen. Auch Eurowings zeigte in der Vergangenheit Interesse - will aktuell aber noch nicht wieder das Land ansteuern.
Timo Nowack
Timo Nowack
Canadair CL-415 beim Wasser tanken: Das Flugzeug ist Teil des EU-Katastrophenschutzes.
Während in Frankreich, Spanien und Italien Zehntausende vor den Flammen fliehen, mobilisiert die EU ihre Löschflugzeugflotte Resc EU. Doch die Maschinen sind im Schnitt über 30 Jahre alt. Ersatz ist bereits bestellt, kommt aber erst 2028.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies