Airbus A380 von Emirates auf der ILA Berlin 2024: Die Golf-Airline will nach Berlin.

«Berlin verdient hochwertiges Produkt»Emirates-Präsident Tim Clark verpasst Eurowings und Condor einen Seitenhieb

Die Nachfrage ist da – doch die Golfairline darf weiterhin nicht nach Berlin fliegen. Präsident Tim Clark sieht die Ursache nicht in der Politik, sondern bei Lufthansa. Die Angebote von Eurowings und Condor, welche die Strecke bereits bedienen, sind aus seiner Sicht nicht hochwertig genug für die deutsche Hauptstadt.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland

«Wir werden das schaffen. Wir werden gewinnen.» Tim Clark lässt keinen Zweifel daran, was er will. Der Emirates-Präsident sitzt am Dienstag in einem Konferenzraum des Berliner Hotels Adlon vor Medienschaffenden und spricht über ein Ziel, das die Golfairline seit den 90er-Jahren verfolgt: Flüge nach Berlin. Man schicke jedes Mal einen A380 zur ILA, auch wenn Airbus längst darum gebeten habe, das zu unterlassen, weil der Superjumbo nicht mehr produziert werde. Clark hält aber daran fest und sieht darin ein Zeichen an die Politik, dass die Genehmigung endlich kommen müsse.

Auch im Juni 2026 gibt es sie nicht. Dabei keimte zwischenzeitlich die Hoffnung auf, dass es endlich klappen könnte. Zumindest gab es aus der Politik positive Signale. Zuvor schon versuchte Emirates, die deutsche Hauptstadt über einen Umweg mit ihrem Drehkreuz in Dubai zu verbinden. Die Golfairline kündigte eine Zusammenarbeit mit Condor an. Der Ferienflieger nahm im Winterflugplan 2024/25 Flüge zwischen Berlin und Dubai auf.

Clark: «Berlin verdient ein hochwertiges Produkt»

Doch das dazugehörende Codeshare-Abkommen ließ auf sich warten. Zu den Gründen äußerten sich beide Partner stets nur einsilbig. Im April 2025 wurde die Genehmigung dafür zwar doch noch erteilt, allerdings nur für ausgewählte Strecken. Berlin - Dubai war nicht dabei.

Und auch sonst ist Clark nicht ganz überzeugt von dieser Lösung. Es gebe ja auf der Strecke Berlin - Dubai neben Condor auch Eurowings. Aber keine dieser Airlines biete das richtige Produkt, sagte er am Dienstag. «Berlin verdient ein hochwertiges Produkt in allen Kabinen. Das ist es, was diese Stadt verdient», so der Emirates-Präsident. In der deutschen Hauptstadt gebe es die Nachfrage für alle Klassen: First, Business, Premium Economy und Economy Class. Grund seien die vielen Unternehmen und die diplomatischen Vertretungen in Berlin.

Emirates will täglich nach Berlin

Emirates sei bereit, täglich eine Boeing 777 mit vier Klassen nach Berlin zu schicken. Die geplanten Abflüge in der deutschen Metropole wären gegen 11 Uhr. Mit einer Flugzeit von rund sechs bis sieben Stunden wäre man dann gegen 20 Uhr in Dubai. Clark kündigte tägliche Flüge an. «Nur drei bis fünf Flüge pro Woche anzubieten, macht für uns wirtschaftlich keinen Sinn», so der Emirates-Chef. Slots seien am BER nicht das Problem, so der Emirates-Präsident.

Er habe mit diversen deutschen Bundeskanzlern, Verkehrsministern und Staatssekretären gesprochen, sagt Clark. Die Signale aus der Politik seien meistens positiv gewesen, aber bisher sei nichts passiert. Angela Merkel soll sogar versprochen haben, dass Emirates kommen dürfe, sobald der neue Hauptstadtflughafen ans Netz gehe. Der BER wurde 2020 eröffnet. Eine Genehmigung hat die Golfairline bis heute nicht.

Emirates: Lufthansa blockiert seit Jahren

Clark sagt klar, wo er die Ursache für die Blockade sieht. Die Politik würde wohl zustimmen, aber Lufthansa schütze sich über ihre Star-Alliance-Partner – Swiss, Austrian, Brussels Airlines, ITA – vor unliebsamer Konkurrenz, so sein Vorwurf. An die Bundesregierung richtet er eine direkte Frage: «Welchen Wert hat es, Emirates draussen zu halten?» Der Emirates-Doyen gibt sich aber überzeugt, dass Emirates die Genehmigung bekommen wird – auch wenn es noch dauern sollte.

365 Tage Luftfahrtjournalismus – fair, fundiert und unabhängig. Damit das so bleibt, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon für den Preis eines Getränks am Flughafen genießen Sie aeroTELEGRAPH werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-emirates

Emirates entwickelt barrierefreie Lounge-Suite und Kabinenkonzept

ticker-emirates

Italienische Fluggesellschaften wollen Emirates-Flüge von Mailand nach Lima verhindern

ticker-emirates

Emirates plant Airbus-A350-Einsätze um

ticker-emirates

15.588 Flüge: Emirates feiert 15. Genf-Jubiläum

Video

6767 bitte? Der Wunsch wurde dem Piloten erfüllt.
Ein Privatpilot in den USA wollte beim Funken offenbar ein bisschen Spaß haben. Also fragte er die Flugsicherung nach einem ganz bestimmten Transpondercode: 6767. Der Fluglotse verstand die Anspielung auf das Internet-Meme Six Seven und musste lachen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Anflug auf Tel Aviv mit Airbus A330 von Swiss: Vorerst nicht mehr möglich.
Jahrelang gehörte der Airbus A330 auf der Strecke zwischen Zürich und Tel Aviv zum gewohnten Bild. Doch damit ist vorerst Schluss: Swiss stellt im Sommer 2027 sämtliche Flüge auf Airbus A321 Neo um.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack