Airbus A350 von Emirates in Dubai: Bald in Berlin und Stuttgart zu sehen?

LuftverkehrsabkommenSo einfach könnte Emirates die Rechte für Flüge nach Berlin und Stuttgart erhalten

Aktuell hat die Golfairline andere Probleme. Doch mittelfristig würde sie in Deutschland gerne auch Berlin und Stuttgart anfliegen - hat aber noch keine Rechte dafür. Sagt die Politik ja zum Ansinnen von Emirates, ist die Umsetzung einfach.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Emirates kämpft mit den Auswirkungen des Iran-Kriegs. Die Golfairline hat zwar den Betrieb wieder hochgefahren. Doch vereinzelte Drohnen aus dem Mullah-Staat sorgen immer noch ab und an für Chaos in Dubai. Und so dauert es, bis der Normalzustand wiederhergestellt ist.

Dann aber dürfte Emirates einen Plan weiterverfolgen, den sie vor dem Iran-Krieg mit Vehemenz vorangetrieben hat. Denn die Fluglinie darf in Deutschland maximal vier Flughäfen ansteuern und hat sich für Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg entschieden. Sie würde allerdings gerne auch weitere deutsche Ziele anfliegen, ohne ein bisheriges aufzugeben. Schon lange hat sie die Hauptstadt Berlin im Visier und zuletzt auch Stuttgart.

Setzt das Kanzleramt mehr Rechte für Emirates durch?

Ende Januar gab es Medienberichte über den angeblichen Start von Berlin-Flügen im kommenden Dezember. Mehrere Quellen erklärten gegenüber aeroTELEGRAPH aber, dass es im deutschen Verkehrsministerium keinen Kurswechsel gibt. Und bisher hat die deutsche Politik stets - ganz im Sinne von Lufthansa - mehr Rechte für Emirates abgelehnt.

Die Golfairline erklärte dann auch, dass sie lediglich «im Rahmen branchenüblicher Planungsprozesse einen Slot-Antrag am Flughafen Berlin Brandenburg gestellt» hat. Doch dann gab es auf einmal Bewegung auf politischer Seite: Ende Februar berichtete die Zeitung Tagesspiegel, das deutsche Kanzleramt versuche, zusätzliche Landerechte für Emirates in Berlin und Stuttgart auf den Weg zu bringen - «gegen den Willen von Lufthansa (und den Widerstand des Verkehrsministeriums)», schrieb das Blatt.

Deutschland muss an europäische Nachbarn denken

Die Berliner Zeitung berichtete zudem, dass eine Delegation von Bundeskanzler Friedrich Merz im Februar während des Besuchs in den Vereinigten Arabischen Emiraten zugesagt haben soll, tägliche Verbindungen von Dubai nach Berlin und Stuttgart zu ermöglichen. Das Kanzleramt wolle die Änderungen verfügen, das Verkehrsministerium solle sie umsetzen.

Der Schritt gilt eigentlich als unwahrscheinlich, nicht nur wegen des Widerstandes von Lufthansa. So muss Deutschland etwa den europäischen Kontext bedenken. Dazu gehört, dass es auch Auswirkungen auf Polen hätte, wenn Emirates zusätzlich nach Berlin fliegen dürfte, auf Frankreich, wenn die Golfairline Stuttgart ansteuern würde.

Was können die Vereinigten Arabischen Emirate bieten?

Zudem wäre es üblich, dass Deutschland im Gegenzug zur Erweiterung der Rechte ebenfalls zusätzliche Rechte von den Emiraten erhalten würde. Doch es ist unklar, welche Rechte das sein könnten.

Sollte trotz allem der politische Wille da sein, wäre die Gewährung der zusätzlichen Rechte für Emirates in Deutschland für die Bundesregierung vergleichsweise einfach. Zwar war einst zum Start des bilateralen Luftfahrtabkommens zwischen Deutschland und den Emiraten ein Gesetz nötig, dem Bundestag und Bundesrat zustimmen mussten.

Die Details stehen nicht im Luftverkehrsabkommen selbst

Aber dieses per Gesetz beschlossene Luftverkehrsabkommen regelt größere Fragen. Details wie die Beschränkung auf vier Flughäfen stehen nicht im Abkommen selber. Auch werden keine Fluggesellschaften namentlich genannt. Stattdessen heißt es dort nur: «Die Linien, auf denen die bezeichneten Unternehmen der Vertragsparteien internationalen Fluglinienverkehr betreiben können, werden in einem Fluglinienplan festgelegt, der zwischen den Luftfahrtbehörden vereinbart und später durch den Notenwechsel bestätigt wird.»

Dieser Fluglinienplan ist in den Anlagen der sogenannten «Agreed Minutes and Revised Route Schedule» aus dem Jahr 2000 enthalten. Er ist ebenso wie die diplomatischen Noten nicht öffentlich. Um Änderungen vorzunehmen, braucht es keine erneute Absegnung durch Bundestag und Bundesrat. Die Bundesregierung und das Verkehrsministerium können - nach entsprechenden Verhandlungen und Absprachen mit dem Abkommenspartner Vereinigte Arabische Emirate - Dinge ändern, auch die Beschränkung auf die vier Flughäfen.

Deutsche Regierung kann Beschränkung selbst ändern

Diese Auslagerung der Details macht es möglich, dass ein Abkommen jahrzehntelang bestehen kann und dennoch flexibel und anpassungsfähig bleibt. Das Abkommen mit den Emiraten stammt aus dem Jahr 1994 und ist seit 1997 in Kraft. Andere sind noch deutlich älter. So ist etwa das Abkommen zwischen Deutschland und Peru seit 1964 in Kraft.

Von der Breaking News bis zur Hintergrundanalyse: Unser Team begleitet die Luftfahrt mit Erfahrung und Leidenschaft. Unterstützen Sie unabhängigen Qualitätsjournalismus – für weniger als einen Cappuccino im Monat.Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-emirates

15.588 Flüge: Emirates feiert 15. Genf-Jubiläum

ticker-emirates

Emirates bringt Airbus A380 vorübergehend nach Düsseldorf

Emirates hat insgesamt 35 Dreamliner bestellt: Nun könnte die Order wackeln.

Emirates könnte gesamte Dreamliner-Bestellung in eine für zusätzliche Boeing 777X umwandeln

ticker-emirates

Emirates will Geschäft mit Medizintourismus ausbauen

Video

6767 bitte? Der Wunsch wurde dem Piloten erfüllt.
Ein Privatpilot in den USA wollte beim Funken offenbar ein bisschen Spaß haben. Also fragte er die Flugsicherung nach einem ganz bestimmten Transpondercode: 6767. Der Fluglotse verstand die Anspielung auf das Internet-Meme Six Seven und musste lachen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Anflug auf Tel Aviv mit Airbus A330 von Swiss: Vorerst nicht mehr möglich.
Jahrelang gehörte der Airbus A330 auf der Strecke zwischen Zürich und Tel Aviv zum gewohnten Bild. Doch damit ist vorerst Schluss: Swiss stellt im Sommer 2027 sämtliche Flüge auf Airbus A321 Neo um.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack