Donald Trump schockte im Januar die Welt und düpierte die westlichen Verbündeten, als er öffentlich forderte, Grönland müsse Teil der USA werden. Entweder «auf dem einfachen oder auf dem harten Weg». der Präsident der Vereinigten Staaten begründete seinen Anspruch auf die zu Dänemark gehörende Insel mal mit russischen oder chinesischen Schiffen, die vor der Küste gesehen wurden, mal mit potenziellen russischen Angriffen.
Einer Umfrage zufolge lehnten 85 Prozent der Grönländer die Pläne von Trump ab. Die Annexionspläne haben zu erheblichen Verstimmungen zwischen Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen und den USA geführt. Ende Januar entspannte sich die Lage wieder, nachdem den USA verschiedene Zugeständnisse gemacht wurden. Diese Woche hat Trump dennoch wieder gepoltert.
Dänemark und Grönland intensiveren Zusammenarbeit
Inzwischen vertiefen Dänemark und Grönland ihre Zusammenarbeit. Vertreter beider Seiten haben am 3. Juli in Kopenhagen mehrere Verträge unterzeichnet, unter anderem in Verteidigungsfragen. Dabei blieb es nicht bei einer bloßen Absichtserklärung, sondern es wurden gleich Nägel mit Köpfen gemacht.
So unterschrieben Dänemarks Militär-Einkaufsbehörde Materiel- og Indkøbsstyrelsen und Air Greenland einen Großauftrag. Die Airline soll künftig Überwachungs- und Aufklärungsflüge übernehmen. Dazu kommen Such- und Rettungseinsätze sowie Inspektions- und Transportflüge. Dazu sollen bestehende Flugzeuge umgerüstet werden. Den entsprechenden Vertrag über die technische Umrüstung unterzeichnete die Fluglinie mit dem kanadischen Unternehmen PAL Aerospace.
Air Greenland lässt Dash 8 umbauen
Es ist auch schon klar, welche Flugzeuge von Air Greenland für die Aufklärungsflüge vorgesehen sind: Es handelt sich um die De Havilland Canada Dash 8-200 mit den Kennungen OY-GRR und OY-GRH. Beide werden mit Sensoren und Missionsausrüstung ausgestattet, die vom Verteidigungsministerium definiert werden. Auch die Besatzungen werden für die Überwachungsflüge extra ausgebildet.
Der Auftrag hat laut Air Greenland ein Volumen von 1,63 Milliarden dänischen Kronen (rund 218 Millionen Euro) und läuft über zehn Jahre, gerechnet ab der Auslieferung des ersten umgerüsteten Flugzeugs im Jahr 2028. Dass Air Greenland überhaupt auf die beiden Turboprops zurückgreifen kann, liegt daran, dass durch die neue Flughafeninfrastruktur mit neuen Airports und längeren Pisten größere Flugzeuge für Regionalstrecken eingesetzt werden können. Dadurch werden laut der Airline Kapazitäten für gesellschaftliche Aufgaben frei.
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