Embraer E-Jet von Bermudair: Die Fluggesellschaft setzt derzeit noch auf E175 und E190.

Neue-alte BestellungBermudair bekommt zehn Airbus A220, die von ihrem Gründer einst für eine andere Airline bestellt wurden

2013 sorgte Adam Scott mit einer Bestellung für Schlagzeilen, doch seine Odyssey Airlines startete nie. Nun steht der Kanadier mit seinem neuen, erfolgreichen Projekt Bermudair erneut auf einer Luftfahrtmesse im Rampenlicht – und bestätigt die Bestellung über zehn Airbus A220. Damit hat er viel vor.

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Vor 13 Jahren hatte Adam Scott bei der Paris Air Show einen großen Auftritt. Er war damals Chef des Start-ups Odyssey Airlines und outete sich als Besteller von zehn Bombardier C-Series CS100. Mit den ausschließlich mit Business-Sitzen ausgestatteten Jets wollte er vom Flughafen London City aus Ziele an der Ostküste Nordamerikas fliegen.

2026 ist Scott zurück bei einer Luftfahrtmesse in Europa. Einiges hat sich seither geändert. Odyssey Airlines existiert zwar noch, ist aber nie abgehoben. Der Kanadier ist inzwischen Chef von Bermudair. Und diese Fluggesellschaft fliegt bereits munter. Seit dem ersten Flug im September 2023 hat sie ihre Flotte auf zwei Embraer E175 und zwei E190 ausgebaut. Damit steuert sie hauptsächlich von Bermuda aus 15 Ziele in den USA, Kanada und in der Karibik an.

Alte-neue Order, aber von A220-100 auf A220-300 gewechselt

Und genau diese Bermudair hat am Mittwoch (22. Juli) bei der Farnborough Airshow bekannt gegeben, zehn Airbus A220 zu bestellen. Es ist es allerdings keine wirklich neue Order. Die Flugzeuge werden von Odyssey Airlines gekauft und von Bermudair betrieben. «Wir haben aber vom kleineren A220-100 auf den größeren A220-300 gewechselt», sagt Scott im Gespräch mit aeroTELEGRAPH.

Bermudair-Chef Adam Scott: Großer Fan des AIrbus A220.

«Der Airbus A220-300 ist das richtige Flugzeug für uns.» Die Kapazität stimme. Bermudair wird sie mit 135 Sitzen bestücken. «Das sind 39 mehr als wir derzeit mit den Embraer E190 anbieten können.» Und «im Grunde genommen sind die Betriebskosten für uns dieselben.» Hinzu kämen als Vorteile der «fantastische Reisekomfort» und die «richtige Reichweite». Der Regionaljet und er, das sei eine langjährige Liebesaffäre, sagt Scott. Und deshalb habe er auch nicht die E2 von Embraer gewählt.

Bermudair setzt auf Premiumurlauber und Rückversicherer

Die Embraer E-Jets will Bermudair vorerst behalten. «Wir werden die Flotte werden wir sogar noch vergrößern», sagt Scott. «Bis zum Ende des Jahres werden wir sechs, wenn nicht sieben Flugzeuge betreiben.» Mit den Airbus A220 sehe man «große Chancen, sie in unserem gesamten Netzwerk und in den Zukunftsmärkten einzusetzen.»

Bermudair fokussiert sich auf den Premium-Freizeitmarkt, die wohlhabende lokale Bevölkerung von Bermuda und den Geschäftsreisemarkt, der von Bermudas Rückversicherungsbranche angetrieben wird. «Das ist ein sehr stabiler und unelatischer Markt». Die USA sind ihr wichtigster Markt. Die wechselnden Launen der Regierung in Washington beunruhigen Scott aber nicht. «Unsere Märkte sind einzigartig und gut geschützt.» Zudem laufe das Kanada-Geschäft überdurchschnittlich gut.

Expansion in Nachbarmärkte wie Turks and Caicos

Mit Anguillair hat Bermudair kürzlich einen Ableger gegründet, eine Marke für die Insel Anguilla. Sie habe sich «sehr gut entwickelt», sagt Scott, und diene als erfolgreiches Vorbild für künftige Expansionen. Das Modell werde auf neue Märkte wie die Turks- und Caicosinseln sowie Belize angewendet. Künftig werde man aber die Marke Bermudair im gesamten Netzwerk verstärkt nutzen. Man erreiche inzwischen Zufriedenheitswerte gemessen am Net Promoter Score von über 70 Prozent. «Unser Ruf ist inzwischen sehr gut.»

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