Airbus A320 von Austrian Airlines: Wie schlecht geht es der Fluglinie?

StaatshilfenAustrian Airlines braucht Hunderte Millionen

Austrian Airlines hatte es schon vor der Corona-Krise an ihrem Drehkreuz Wien nicht leicht. Nun ist sie umso härter getroffen. Konkurrent Lauda will Staatshilfe verhindern.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation

Keine Lufthansa-Tochter hat ein derart hartes Leben wie Austrian Airlines. An ihrem Drehkreuz haben sich mit Easyjet, Lauda, Level und Wizz Air mitunter sehr potente Billigairlines niedergelassen. Sie machen der heimischen Fluggesellschaft das Leben schwer und treiben die Ticketpreise nach unten.

Das Betriebsergebnis blieb 2019 zwar positiv, sank aber von 83 auf nur noch 19 Millionen Euro. Zwar reagierte AUA darauf mit einem Sparprogramm. Doch die Corona-Krise macht alle seither erzielen Verbesserungen zunichte. Die Flugzeuge der österreichischen Nationalairline stehen seit dem 18. März am Boden - und sie bleiben es bis mindestens am 3. Mai.

Bis zu 800 Millionen Euro Finanzbedarf

Das führt zu gigantischen Verlusten. Austrian-Chef Alexis von Hoensbroech führt deshalb mit der staatlichen Finanzierungsagentur Cofag Gespräche über Hilfen für seine Fluggesellschaft. Auch das Bundeskanzleramt und Finanzministerium in Wien sind offenbar informiert und involviert, wie die Zeitung Der Standard schreibt.

Um bis zum Herbst durchzukommen, brauche Austrian Airlines 750 Millionen Euro, so das Blatt. Der Rundfunk ORF nennt eine Zahl von 800 Millionen. Parallel dazu würden am Hauptsitz der Fluggesellschaft auch alle rechtlich möglichen Insolvenzszenarien durchgespielt, so der Standard weiter.

Lauda fordert gleiche Behandlung

Ryanair-Tochter Lauda forderte als Reaktion die österreichische Regierung auf, «jeden Antrag der in deutschem Besitz befindlichen Austrian Airlines auf staatliche Beihilfen von österreichischen Steuerzahlern, von denen viele Lauda-Mitarbeiter sind, abzulehnen». Lauda-Geschäftsführer Andreas Gruber sagte, sollte es Beihilfen geben, dann hätte auch Lauda ein Anrecht. «Jegliche von der österreichischen Regierung gewährte Unterstützung muss gemäß den EU-Beihilfevorschriften allen Fluggesellschaften in Österreich auf gleicher, transparenter und nicht diskriminierender Basis gewährt werden.»

Als erste Lufthansa-Tochter kann Swiss auf Staatshilfe hoffen. Man prüfe eine Überbrückungsfinanzierung für die Luftfahrtindustrie und habe die entsprechenden Ministerien beauftragt, Maßnahmen zu entwerfen, erklärte die Schweizer Regierung am Mittwoch (8. April). Im Vordergrund stehen Staatsgarantien.

Lufthansa verhandelt über Milliarden

Auch Lufthansa verhandelt über staatliche Hilfen. Dabei geht es um ungleich größere Summen von mehreren Milliarden. Aktuell verbrennt Lufthansa pro Stunde eine Million Euro an Liquidität. Die Reserve beträgt noch mehr als vier Milliarden Euro. Doch auch dieses Polster wäre in rund fünf Monaten aufgebraucht, wenn es so weitergeht wie bisher.

Mehr zum Thema

Auch am Flughafen Zürich werden die Abstellplätze...

Regierung will Swiss helfen - unter Vorbehalt

Sitz in der Business Class eines Airbus A320 von Lufthansa: Wer ganz vorne sitzen will, muss künftig extra zahlen.

Wer bei Lufthansa, Austrian, Swiss und Co. ganz vorne sitzen will, muss künftig extra zahlen

Der erste Airbus A350-1000 von Lufthansa: Soll ab Ende Oktober im regulären Einsatz stehen.

Lufthansas erster Airbus A350-1000: Konfiguration, geplanter Starttermin und erste mögliche Ziele

ticker-lufthansa

Lufthansa, Austrian Airlines und ITA Airways nehmen Flüge nach Riyadh und Amman wieder auf

Video

Canadair CL-415 beim Wasser tanken: Das Flugzeug ist Teil des EU-Katastrophenschutzes.
Während in Frankreich, Spanien und Italien Zehntausende vor den Flammen fliehen, mobilisiert die EU ihre Löschflugzeugflotte Resc EU. Doch die Maschinen sind im Schnitt über 30 Jahre alt. Ersatz ist bereits bestellt, kommt aber erst 2028.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.
Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die VA-1X von Vertical Aerospace: Zeigte in Farnborough, was sie kann.
Elektrische Senkrechtstarter gelten als eines der Zukunftsthemen der Luftfahrt. Auf der Farnborough Airshow demonstrierte Vertical Aerospace eindrucksvoll die Fähigkeiten seines Prototyps. Bis Passagiere regelmäßig mit Evtols fliegen, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin