Boeing 787 von Air Europa: Die Kuba-Flüge sind bei den Crews umstritten.

Route Madrid - HavannaAir-Europa-Crews wehren sich gegen Kuba-Flüge - dabei will die Fluglinie aufstocken

Iberia, World 2 Fly und Plus Ultra haben Kuba aufgegeben. Air Europa fliegt weiter nach Havanna und will sogar aufstocken. Doch von den Besatzungen gibt es nun Widerstand.

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Bis Mai wurde die Strecke Madrid - Havanna von etlichen Fluglinien bedient: Iberia, Air Europa, World 2 Fly, Plus Ultra im Auftrag von Cubana de Aviación sowie Air China mit Madrid-Zwischenstopp auf ihrer Route von Peking. Doch Plus Ultra stellte die Flüge für Cubana ab dem 12. Mai ein, World 2 Fly folgte Ende Mai, Iberia am dem 1. Juni.

Die Gründe sind vielfältig. Auf Kuba herrscht seit Februar Kerosinmangel, weil die USA Öllieferungen aus Venezuela unterbinden. Airlines müssen deshalb auf dem Rückflug unterwegs nachtanken, das kostet Zeit und Geld. Gleichzeitig kommen immer weniger Touristinnen und Touristen auf die Insel. Hinzu kommt, dass die USA mit der Executive Order 14404 vom 1. Mai auch ausländischen Firmen mit Sanktionen drohen, wenn sie Geschäfte mit dem kubanischen Staat machen.

Air Europa will Richtung Kuba aufstocken

Air Europa ist aktuell die einzige Fluggesellschaft, die Madrid zuverlässig mit Havanna verbindet. Zwar bedient auch Air China die Strecke Peking - Madrid - Havanna weiterhin zwei Mal pro Woche, streicht aber immer wieder Flüge. Laut Daten von Airnav Radar fielen etwa Verbindungen am 10. und 14. Oktober aus.

Air Europa hingegen baut aus. Die Spanier fliegen seit Juli vier Mal pro Woche nach Havanna, Mitte Dezember soll ein fünfter Umlauf hinzukommen, wie das spanische Branchenportal Preferente berichtet. Auf den Rückflügen nach Madrid legen die Boeing 787-9 jeweils einen Tankstopp in Punta Cana in der Dominikanischen Republik ein.

Crews fordern freiwillige Kuba-Einsätze

Konkurrenten hatten das Festhalten von Air-Europa-Eigentümer Juan José Hidalgo an Kuba einst als leichtsinnig bezeichnet. Doch Auslastung und Ticketpreise zeigen laut Preferente, dass sich die Flüge für die Fluggesellschaft auszahlen. Das Buchungssystem zeigt: Aktuell kosten Hin- und Rückflug Anfang Dezember zusammen rund 1500 Euro oder mehr.

Beim Personal sorgt der Kurs allerdings für Unmut. Wie Preferente unter Berufung auf Gewerkschaftsquellen berichtet, fordern die Besatzungen, dass Einsätze nach Kuba freiwillig werden, wegen der schwierigen Lage im Land und der wiederholten Drohungen aus den USA. Sie verweisen darauf, dass alle anderen spanischen Fluggesellschaft der Insel fern bleiben. «Die Unsicherheit ist maximal», sagten Gewerkschaftsvertreter gegenüber dem Portal, das allerdings nicht klar schreibt, ob es um Cockpit- und Kabinencrews geht.

Sanktionsrisiko im Geschäft mit den USA

Brisant sind die Flüge auch, weil Air Europa ebenfalls in die USA fliegt, etwa nach New York und Miami. Bisher ist allerdings nichts über mögliche Auswirkungen von Sanktion auf Air Europa bekannt. Laut der Zeitung Diario de Cuba ist aktuell offen, ob der geplante Ausbau auf fünf Flüge im Dezember stattfindet, auch mit Blick auf die Forderungen des Personals.

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