Produktionshalle der Boeing B777: Neue Kundin für Boeing.

Großer MarktGebrauchte Jets stressen Airbus und Boeing

Viele Fluglinien trennen sich sich von älteren, aber bestens funktionsfähigen Langstreckenfliegern. Das nutzen andere, um an billige Flieger zu kommen. Den Verkäufen neuer Modelle schadet das.

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Mit einem Wort schaffte es Delta-Chef Richard Anderson während einer Telefonkonferenz, die Aktienkurse von Airbus und Boeing auf Talfahrt zu schicken: «Bubble», auf Deutsch «Blase». Er sehe derzeit bei den gebrauchten Flugzeugen eine definitive Blasenbildung, erklärte er den Investoren. «Sie dürften über die Zeit deutlich billiger werden.» Und dann wolle man zuschlagen und neue Langstreckenflieger billig zukaufen um die Flotte zu erweitern. Vor allem Boeing 777 und Airbus A330 seien bald sicher extrem billig zu haben.

Der Grund für den darauf folgenden Kurstaucher. Mit seinen Aussagen bestätigte der Delta-Chef nur, was man in der Branche lange munkelt. Während Boeing und Airbus die Neuversionen der Boeing 777 und des A330 bauen, wird es für sie immer schwieriger, die aktuellen Modelle loszuwerden, die immer noch produziert werden. Beide neuen Flieger sollen gegen Ende des Jahrzehnts herauskommen, beide sind sparsamer und damit attraktiver als aktuelle Modelle. Bisher hieß es allerdings von den Flugzeugbauern immer, dass man diese Bestelllücke überbrücken könne.

Hunderte Langstreckenjets gebraucht zu verkaufen

Doch nun zeigt sich: Das dürfte schwierig werden. Eine ganze Reihe Airlines wie etwa Emirates oder Singapore hat derzeit Boeing 777 und Airbus A330 in Betrieb, deren Leasingverträge bald auslaufen. Das dürfte massiv auf die Preise drücken, schätzen Analysten. «Wahrscheinlich fährt Boeing spätestens kommendes Jahr die Produktion der 777 herunter», so Bloomberg-Analyst George Ferguson. Airbus hat den Ausstoß der A330-Langstreckenjets bereits reduziert.

Bei Boeing geht man die Situation entspannt an. «Natürlich sinken die Preise in solchen Situationen etwas», erklärt Boeings Marketingchef Randy Tinseth. «Aber wir sind davon überhaupt nicht überrascht.» Man habe die Entwicklungen so antizipiert. Dennoch erklärte der Hersteller bei der Präsentation der letzten Quartalszahlen, dass es möglich sei, dass man bald die Produktion der 777 drossele.

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