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Wegen Krise um 737 Max

Airbus überholt wohl erstmals seit 2011 Boeing

Beim Duell um die meisten Auslieferungen lag Boeing in den vergangenen Jahren stets vorn. Die Probleme um die 737 Max werden 2019 wohl Airbus die Krone bescheren.

Felix Stoffels/aeroTELEGRAPH

Flieger von Airbus: Kopf-an-Kopf-Duell mit Boeing.

Wer der größte Flugzeughersteller der Welt ist, das machen Airbus und Boeing unter sich aus. Seit mehr als zwei Jahrzehnten kontrollieren die beiden Konzerne den Markt für Passagierflieger mit Düsenantrieb. In diesem Wettkampf haben die Amerikaner seit 2012 wieder die Nase vorn. Airbus war zuvor neun Jahre lang Nummer Eins. Im Jahr 2003 standen die Europäer zum allerersten Mal auf dem Podest.

Bestellungen sind zwar durchaus wichtig. Wer die weltweite Nummer Eins unter den Flugzeugproduzenten ist, darüber entscheidet aber die Zahl der ausgelieferten Flieger. Denn dann fließt definitiv Geld. Und nach vielen Jahren Boeing-Dominanz könnte es 2019 zu einem Führungswechsel kommen. Allerdings liegt das nicht an einer außergewöhnlichen Stärke von Airbus, sondern an einer Schwäche von Boeing.

Über 150 Flugzeuge weniger als Airbus

Das weltweite Grounding der 737 Max und der damit verbundene Auslieferungsstopp hat Boeing in diesem Jahr deutlich zurückgeworfen. Dies zeigen die Anzahl der übergebenen Jets für die erste Hälfte dieses Jahres. Airbus lieferte bis Ende Juni 389 Jets aus, bei Boeing waren es nur 239. Bei beiden Herstellern umfassen diese Zahlen die ausgelieferten Zivilbaureihen sowie einige wenige Militärflieger, die auf Passagierfliegern basieren. Wann Boeing zur Aufholjagd starten kann, ist noch immer unklar, neue Probleme mit dem Autopiloten könnten die Wiederzulassung weiter hinauszögern.

Boeing hortet mittlerweile mehr als 150 Exemplare der 737 Max, die wegen dem Flugverbot nicht an ihre Kunden übergeben werden dürfen. Trotz Auslieferungsstopps produziert der Konzern das Flugzeug weiter – 45 Stück pro Monat. Vor den Werkshallen wird der Platz für die Problemflieger derweil knapp.

Auch Zahlungen von Airlines bleiben aus

Da ein Großteil des vereinbarten Kaufpreises von Flugzeugen erst bei der Übergabe an die Hersteller überwiesen wird, werden die fehlenden Auslieferung Boeing auch finanziell treffen. Darüber hinaus könnte der Auslieferungsstopp noch zusätzliche Kosten verursachen. Vermehrt planen Fluggesellschaften, aufgrund der Ausfälle ihrer 737 Max Kompensationsleistungen zu fordern.



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