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Keine Orders auf der Paris Air Show

Airbus A350 – Boeing 777X 0:0

Airbus und Boeing haben bei der Paris Air Show allgemein weniger Bestellungen eingesammelt als in den Vorjahren. Besonders enttäuscht haben die Vorzeigeprodukte A350 und 777X.

Airbus

Airbus-Ausstellung auf der Paris Air Show: Der A350 war da, wurde aber nicht verkauft.

Bei der Paris Air Show sprach jeder von der spektakulären Absicht von IAG, 200 Boeing 737 Max zu kaufen. Angesichts des weltweiten Groundings und Imageschadens des Modells war so eine riesige Order natürlich eine Riesen-Nachricht. Abgesehen davon redete man vom starken Verkaufsstart des Airbus A321 XLR. Er konnte mehr als 200 Bestellungen und Absichtserklärungen auf sich vereinen und kommt bei Fluggesellschaften weltweit gut an.

Airbus sammelte insgesamt 149 feste Bestellungen ein und bekam 214 Absichtserklärungen und Optionen. Boeing erhielt 50 feste Orders und 217 Absichtsbezeugungen. Damit verzeichneten die beiden Hersteller bei der wichtigsten Messe der Branche insgesamt ein deutlich ruhigeres Geschäft als in den Vorjahren. Gemäß dem Analysehaus Air Insight kamen über alle Flugzeugbauer in den ersten vier Tagen verteilt etwas über 800 Orders zusammen, 2018 waren es mehr als 1400 und 2017 mehr als 1200 gewesen.

Magere Ausbeute bei Langstreckenfliegern

Das ist nicht der einzige Dämpfer. Sowohl Airbus als auch Boeing enttäuschten bei den Langstreckenflugzeugen. Die Europäer sammelten da insgesamt Orders für 30 Flugzeuge ein, alles Airbus A330 Neo. Die Amerikaner kamen auf 47 Bestellungen oder Absichtserklärungen – für 787 (35 Stück), 777 (ein Exemplar) und 777 F (11 Stück). Das ist eine magere Ausbeute.

Besonders auffällig: Beide Flugzeugbauer haben keine einzige neue Order für ihr Vorzeigeprodukt bekommen. Boeing überzeugte keine Fluggesellschaft von der 777X. Dieses Jahr bekamen die Amerikaner allgemein nur eine Bestellung für die modernisierte Variante des Langstreckenklassikers, die von British Airways im Februar über 18 Stück. Airbus verkaufte bei der Paris Air Show keinen A350. Der Hersteller sammelte im laufenden Jahr zwar immerhin 41 Orders für den A350 ein, unter anderem von Lufthansa und der Flugbereitschaft der deutschen Bundeswehr. Dem stehen allerdings 42 Annullierungen gegenüber.

Airbus will Kosten senken

Airbus hat bereits angekündigt, was man zu tun gedenkt, um wieder mehr A350 zu verkaufen. Das Unternehmen will die Produktionskosten senken. Es stellt deshalb alle Abläufe und Aufwände auf den Prüfstand, wie Michael Schöllhorn, neuer operativer Chef der Sparte Zivilflugzeuge, der Nachrichtenagentur Bloomberg erklärte. Auch die komplizierte Struktur mit Fabriken in mehreren Ländern wird analysiert. Tiefere Kosten würden Airbus helfen, im Preiskrieg mit Boeing wieder attraktiver zu werden.

 

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